Coronavirus im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Metzgereien und Bäckern bricht wegen Corona Catering weg: „Wir bekommen schnell Probleme“

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Hoffen, dass abgesagte Versammlungen und Veranstaltungen nachgeholt werden: Christoph und Vanessa Schneider von der gleichnamigen Metzgerei in Vöhl. 

Wegen der Corona-Pandemie haben viele Metzgereien und Bäckern in Waldeck-Frankenberg mit Verlusten zu kämpfen. Dabei ist vor allem das fehlende Catering ein Problem.

Waldeck-Frankenberg - Betriebe, die Menschen mit Lebensmitteln versorgen, bleiben in der Corona-Krise geöffnet. Grund zur Freude haben viele von ihnen dennoch nicht. Am Beispiel der Metzgerei Schneider in Vöhl wird deutlich: Auch wenn die Stammkunden ihrem Laden die Treue halten und die Laufkundschaft nicht übermäßig wegbricht, sind es vor allem die kleinen und mittelständischen Betriebe, die es schwer haben.

Denn eines macht vielen Fleischereien und Bäckern derzeit zu schaffen: Weil überall Jahreshauptversammlungen, Konfirmationen, größere Geburtstagsfeiern, Taufen, Hochzeiten, Dorfjubiläen und Kommunionen abgesagt werden, fehlen die Einnahmen aus dem wichtigen Catering-Geschäft.

„Das macht bei uns schon einen erheblichen Anteil des Jahresumsatzes aus, gerade mit Blick auf die kommenden Wochen wäre das Auftragsbuch recht voll gewesen“, berichtet Vanessa Schneider von der gleichnamigen Metzgerei. In den zurückliegenden Tagen seien aber reihenweise Absagen ins Haus geflattert. „Diese geplanten Einnahmen fehlen uns. Ein Ausfall über längere Zeit wäre schon existenzgefährdend.“

Corona in Waldeck-Frankenberg: Aus für heimische  und

Es sei schließlich unsicher, dass nach der Corona-Krise alle Versammlungen, Geburtstage und Events nachgeholt würden. „Bei allen kirchlichen Veranstaltungen wird das natürlich der Fall sein, daher planen wir auch damit, dass wir zu dieser Zeit wieder Aufträge erhalten. Doch was darüber hinaus noch nachgeholt wird und in welchem Umfang, dahinter stehen leider mehrere Fragezeichen“, sagt Vanessa Schneider, die gleichzeitig auch darauf hinweist, dass es vielen Metzgereien und Bäckerei-Betrieben in Waldeck-Frankenberg momentan so ergehe. Sie erinnert auch daran, dass bei vielen derzeit Einnahmen wegbrechen, weil kein Schul-Mittagessen mehr benötigt werde.

„Wir alle sind aufgrund der fehlenden Einnahmen aus dem Catering noch mehr als sonst auf das Tagesgeschäft angewiesen. Vor allem in diesen Tagen, in denen die sozialen Kontakte komplett zurückgedreht wurden. Die großen Supermarkt- und Discounterketten halten die Krise locker durch, zumal dort auch eifrig eingekauft wird. Wir kleinen und mittelständischen Betriebe bekommen aber schnell Probleme, da in den meisten Fällen auch noch Verbindlichkeiten bei den Banken bestehen.“ Es wäre fatal, wenn nach dem Ende der Corona-Krise alle ihre Veranstaltungen nachholen, es dann aber keine heimischen Bäcker und Metzgereien mehr gebe, die das Essen liefern, so Vanessa Schneider.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Strikte Regeln im Geschäft

„Wie alle anderen Betriebe versuchen wir daher auch, unseren Beitrag zu leisten, damit sich die Kunden in unseren Läden sicher fühlen“, sagt die Vöhlerin. „Wir achten immer auf die nötigen Sicherheitsabstände und halten die im Zuge der Corona-Krise noch einmal deutlich verstärkten Hygienemaßnahmen ein. Unsere Kunden wissen zudem, dass sie aktuell nur zu zweit oder dritt in den Laden dürfen.“

Sorgen machen sich Vanessa Schneider und ihr Ehemann Christoph, der als Metzgermeister den Betrieb führt, angesichts der andauernden Krise auch um die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir haben zwei Verkäuferinnen bei uns, die eigentlich schon in Rente sind, aber stundenweise bei uns arbeiten. Beide haben wir nun erst einmal gebeten, daheim zu bleiben.“ Ob dieses eingesparte Gehalt reiche, um die Krise zu überstehen, werde sich in den kommenden Wochen zeigen.

Von Philipp Daum

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