Traditionstraktoren von Hanomag

Traktor-Liebhaber aus Dorfitter - Sammler in der dritten Generation

Auslauf für den Traktor: Im Einsatz sind die betagten Maschinen auf dem Hof der Bremers bis heute.
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Auslauf für den Traktor: Im Einsatz sind die betagten Maschinen auf dem Hof der Bremers bis heute.

Seit rund 30 Jahren sammelt und restauriert Karl-Heinz Bremer aus Dorfitter Hanomag-Traktoren. Ein Hanomag R16, Baujahr 1955, begleitet ihn schon sein ganzes Leben. 

„Wir sind ja schließlich das gleiche Baujahr“ sagt er lächelnd „Ich war gerade geboren, als mein Großvater ihn gekauft hat. Sobald ich laufen konnte durfte ich mit Opa raus auf’s Feld fahren. Der R16 musste viel arbeiten. Ich habe aber auch früh gelernt den Schlepper zu hegen und zu pflegen“.

„Komm, ich zeig’ Dir meinen eigenen Schlepper. Der gehört nur mir.“ Stolz klettert der neunjährige Julian auf seinen Hanomag. „Es dauert noch ein bisschen, bis er restauriert ist. Das macht aber nichts. 

Bis ich selbst fahren darf, ist er bestimmt fertig.“ Wie sein Vater Karl und sein Großvater Karl-Heinz Bremer ist er mit Hanomag Traktoren aufgewachsen. Alle Männer der Bremerfamilie waren und sind mit dem Hanomag-Sammelvirus infiziert.

Traditionsunternehmen Hanomag hat Produktion eingestellt

Erst 1985 waren, dank der guten Pflege, größere Reparaturen fällig. Das Traditionsunternehmen Hanomag hatte die Produktion schon lange eingestellt und Ersatzteile waren nicht mehr zu kaufen. „Wir haben deshalb nach einem ‚Schlachtschlepper’ gesucht. 

So nennt man die alten Schlepper, die nicht mehr zu restaurieren sind, man aber noch Teile ausbauen kann. In Oberwaroldern sind wir fündig geworden. Zuhause haben wir festgestellt, dass er viel zu gut zum ausschlachten war. Und so fing alles an.“

Wann immer sich eine Gelegenheit ergab wurde der nächste alte Hanomag gekauft. Kindheitserinnerungen, die eher schlichte Technik der Traktoren und die Begeisterung für die handwerkliche Arbeit lassen die Bremers immer wieder in der heimischen Werkstatt verschwinden.

Für einen Hanomag-Traktor bis zu 1000 Stunden in der Werkstatt

Nicht selten stehen sie nach Feierabend für einen Traktor bis zu 1000 Stunden in der Werkstatt und noch immer sind nicht alle der 20 Traktoren restauriert. Für jeden einzelnen Oldtimer wird in einem Ordner eine ausführliche Dokumentation angelegt. Prospekte, Fahrzeugbriefe, Zulassungen, Reparaturen, Rechnungen und Beschreibungen und Fotos der Restaurierung.

„Wenn man so an der Maschine steht, merkt man gar nicht wie die Zeit verfliegt. Mein Sohn und ich schrauben und tüfteln meistens zusammen. Heute sehe ich die Restaurierung entspannter. Wir haben auch schon lange keinen Schlepper mehr gekauft. Der Platz ist einfach zu knapp. Unser Hof ist ein bisschen wie ein Adventskalender: Hinter jeder Tür steht eine Überraschung.“

„Arbeiten“ müssen die betagten Maschinen auf dem Hof der Bremers bis heute. „Ein Traktor braucht Auslauf.“ Jedes Jahr werden sie zum Pflügen auf dem Acker eingesetzt. Historische, aber funktionierende, Ackergeräte gehören zu der großen Sammlung ebenso wie jede Menge Originalzubehör.

Oldtimerpark hat auch zwei Vorkriegsklassiker zu bieten 

Karl Bremer Junior hat den Oldtimerpark zudem noch um Motorräder und zwei ungewöhnliche Autos erweitert. Die Vorkriegsklassiker, ein Opel Kadett aus dem Jahr 1938 und ein Ford Y von 1933, werden ganz sicher ein Meisterstück von Karl Bremer Junior.

Es gibt noch viel zu tun. Selbst jetzt, wenn es jetzt eigentlich für die Werkstattarbeit zu kalt ist. Drinnen, im Haus der Großfamilie, warten eine riesige Modelleisenbahn, eine Menge Wiking-Autos, Spielzeug und Münzen auf die leidenschaftlichen Sammler.

Wer mehr zu den alten Traktoren, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte erfahren möchte, kann sich gern mit Karl-Heinz sen. in Verbindung setzten. Er freut sich über Besuch und Interesse an der alten Technik.

Von Barbara Liese

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