See nur noch zur Hälfte gefüllt

Edersee-Atlantis: Die alte Aseler Brücke ist wieder aufgetaucht

Vöhl-Asel. Die ersten Spuren des versunkenen Atlantis tauchen derzeit im Edersee auf. Derzeit hat der Edersee nur noch die Hälfte seines Wasserstandes.

Fahrradfahrer und Spaziergänger können das Bauwerk noch nicht ganz trockenen Fußes erreichen - aber das wird in den kommenden Tagen erwartet, da der Pegelstand weiter sinkt. 

Die Freude bei den Besuchern ist allerdings bereits groß und die alte Brücke wird schon erobert.

Das besondere am Edersee Atlantis  - im Gegensatz zum sagenumwobenen Atlantis - ist, dass es nicht untergeht sondern auftaucht. 

Und das immer bei großer Trockenheit, wie sie derzeit überall in Deutschland herrscht. Die alte Aseler Brücke ist aber nur ein Vorgeschmack: Wenn der Pegelstand noch etwas sinkt, werden die Überreste von gleich drei Orten sichtbar - Asel, Berich und Bringhausen.

Sinkt der Pegelstand weiter wie bisher, dann kann die Brücke bald trockenen Fußes überquert werden. So wie hier auf unserem Foto aus dem vergangenen Jahr.

Auch Teile der mit Betondecken versehenen alten Friedhöfe und ein Modell der Talsperre tauchen dann wieder auf. Das Edersee-Atlantis lockt jedesmal zahlreiche Touristen an, die sich auf den Spuren der Vergangenheit die alten Orte ansehen wollen.

Die Geplante virtuelle Wiederauferstehung der untergegangenen Dörfer spiegelt sich in erster Info-Tafel wider.

Auf Initiative von Bringhäusern ist es übrigens seit Ostern möglich auch bei voller Talsperre den versunkenen Ort zu erkunden. Möglich macht es eine Dorfansicht von Alt-Bringhausen, die, perspektivisch exakt gezeichnet von der Illustratorin Iris Rossbach, dem Betrachter das Gefühl vermittelt, als stünde er um das Jahr 1900 an dieser Stelle.

Edersee nur noch zur Hälfte gefüllt

Derzeit ist der Edersee nur zu 52 Prozent gefüllt. Unter Vollstau liegt der See 244,97 Meter über Normalnull, was einer Füllmenge von 199,55 Millionen Kubik Wasser entspricht. Am Freitagmorgen um 7 Uhr wurde ein Wasserstand von 234,59 Metern über Normalnull gemessen, was einer Füllmenge von 104,10 Millionen Kubik Wasser entspricht. 

Grund für den stark gesunkenen Pegelstand ist unter anderem, dass aus dem Edersee zum Erhalt der Schiffsfahrt auf der Weser Wasser abgelassen wird. Das sind derzeit rund rund 2 Millionen Kubikmeter pro Tag. Bleibt es in den kommenden Wochen so trocken wie bisher wird erwartet, dass der Edersee zum Ende der hessischen Sommerferien Anfang August noch geschätzte 80 bis 90 Millionen Kubikmeter also 40 bis 45 Prozent seines Volumens hat.

700 Menschen wurden für den Edersee umgesiedelt

Versunken sind drei Dörfer übrigens im Jahr 1914 nach einer Überschwemmung als Folge der Talsperre, die zwischen 1908 und  1914 gebaut wurde. Durch die Flutung des Edertals verloren damals 700 Menschen in den drei kleinen Orten ihr Zuhause.

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