Camper treiben es auf die Spitze

Partylärm, Feuer, Müll: Wild-Camper am Edersee sorgen für Unmut

Feuer im Wald: Ralph Fährmann macht sich Sorgen über die zunehmende Zahl an Wildcampern.
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Feuer im Wald: Ralph Fährmann macht sich Sorgen über die zunehmende Zahl an Wildcampern.

Am Edersee nimmt die Zahl der Camper zu. Die Anlieger betrachten den Anstieg mit zunehmender Sorge.

Vöhl/Asel-Süd – Wild-Camper am Ufer des Edersees machen Ralph Fährmann und anderen Anliegern zwischen Harbshausen und Asel-Süd zunehmend das Leben schwer. Der 55-Jährige betreibt seit 2002 das Ferienzentrum Albert Schweitzer nahe Asel-Süd. „Seit einigen Jahren beobachte ich mit Sorge die Entwicklung des Wild-Campens an den Uferbereichen des, knapp 50 Kilometer von Kassel entfernten, Edersees.

Wir leben inmitten der schönen Natur und versuchen alles, sie zu erhalten, aber leider gibt es Leute, die dafür kein Verständnis haben“, erklärt er: „Mit dem Nationalpark Kellerwald, der dieses Jahr noch auf das gegenüberliegende Ufer ausgedehnt wurde, haben wir einen der am meisten geschützten Bereiche geschaffen, die streng kontrolliert werden.

Camper am Edersee: Es wirkt teilweise wie eine gesetzlose Zone

Die kleinen Waldbereiche am Edersee-Ufer, nur wenige Meter von der Nationalparkgrenze entfernt, scheinen hingegen für die Camper gesetzesfreie Zonen zu sein. Es kümmert niemanden, was dort mit der Natur passiert – es kümmert sich niemand.“ „Uns platzt langsam der Kragen“, sagt eine andere Anliegerin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

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Vertreter von Naturpark Kellerwald-Edersee und Nationalparkamt äußern sich auf Nachfrage unserer Zeitung verhalten. Sie hätten rechtlich keine Handhabe, zuständig sei das Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde, in diesem Fall Vöhl. Das aber sieht sich durch Personalknappheit nicht in der Lage, auch an Wochenenden und abends die Camper zu kontrollieren. Doch nicht nur an Wochenenden, auch mitten in der Woche werde wild gecampt.

Camper am Edersee: Der Schrei nach einer Lösung wird lauter

„Danach sieht der Wald aus wie eine Müllhalde und durch die nicht ausreichend gelöschten Feuer besteht auch eine hohe Waldbrandgefahr. Ich selbst habe schon mit Bekannten einen kleinen Waldbrand auf unserem Nachbargrundstück gelöscht“, erklärt Ralph Fährmann.

Er wünsche sich, „dass sich vom Naturpark und das Ordnungsamt bis hin zum Nationalparkamt und die Polizei die Verantwortlichen zusammensetzen und eine Lösung finden. In anderen Regionen ist das ja auch möglich – dort gibt es Ranger, die regelmäßig kontrollieren, auch Personalien aufnehmen und Geldstrafen aussprechen können – und das spricht sich herum. Hier stehen ja nicht mal Verbotsschilder.“ (Marianne Dämmer)

Als Reaktion auf illegale Autorennen ist am Edersee ein Versuch in den Sommerferien gestartet worden - Tempo 30 gegen den Lärm am Edersee.

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