1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Vöhl

Emotionale Debatte um Umbau der Vöhler Henkelhalle

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stefanie Rösner

Kommentare

Henkelhalle Vöhl
Die Henkelhalle soll mit zwei Aufzügen versehen werden. Kostenpunkt: 356 .000 Euro. © Stefanie Rösner

Wie kann die Henkelhalle in Vöhl barrierefrei zugänglich gemacht werden für Menschen mit Beeinträchtigungen? Mit drei verschiedenen Varianten hatten sich die Ausschüsse bereits befasst, und im Parlament gab es schließlich einen vierten Vorschlag. Nach einer emotionalen Debatte entschied sich die Mehrheit für eine Variante mit zwei Aufzügen, die wohl am teuersten sein wird.

Vöhl – Die Gemeindevertretung hatte schon längst das gemeinsame Ziel eines barrierefreien Zugangs formuliert – die Frage ist nur, wie das umgesetzt werden soll. Ein ursprünglicher Plan war verworfen worden, weil damit die angrenzenden Feuerwehrräume durch den Bau eines Fahrstuhls betroffen gewesen wären, was hohe Folgekosten mit sich gebracht hätte.

Der Ausschuss für Soziales und Tourismus hatte keine Mehrheit für eine von drei neuen Varianten gefunden. Der Haupt- und Finanzausschuss und der Senioren- und Behindertenbeirat gaben eine Empfehlung ab: Sie befürworteten mehrheitlich die Variante, bei der ein Aufzug seitlich neben der Halle sowie ein zusätzlicher im Inneren der Halle für alle drei Etagen errichtet werden sollen. Mit allen weiteren Baumaßnahmen in diesem Zusammenhang wird mit Gesamtkosten von rund 356 000 Euro gerechnet.

Ulrich Müller von den Freien Wählern fragte besorgt: „Ist das im Sinne einer kleinen, armen Gemeinde wie Vöhl?“ Risiken und Folgekosten wie für die Wartung der Aufzüge müssten berücksichtigt werden. Die Mission der Gemeinde sei es aber, Ressourcen zu schonen. Prestige-Objekte hingegen brauche heutzutage niemand mehr.

Er wies darauf hin, dass die allermeisten Veranstaltungen im großen Saal stattfinden. Daher müsse der Fokus bei der Barrierefreiheit auf das Erdgeschoss gelegt werden. Natürlich müsse für alle Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich gemacht werden, „aber nicht in jeder Ecke und im hintersten Winkel und nicht um jeden Preis“. Umbaumaßnahmen müssten realistisch und verhältnismäßig sein. Als Reaktion aus dem Parlament gab es sowohl Empörung als auch Applaus.

Die CDU schlug eine neue Variante vor: eine Rampe am historischen Eingang mit Veränderungen der Tür, ein Verzicht auf Fahrstühle sowie eine „optimale behindertengerechte Ausgestaltung des gesamten Erdgeschosses mit dem Schwerpunkt auf dem großen Saal“. Der Antrag fand keine Mehrheit. 16 von 29 Gemeindevertretern votierten für die Variante mit den zwei Aufzügen. Man hofft auf 90 Prozent Fördergeld, erklärte Parlamentsvorsteher Bernd Backhaus. (Von Stefanie Rösner)

Auch interessant

Kommentare