Arbeiten an 80 Meter langer Brücke der Ortsumgehung Dorfitter

120 Lkw-Ladungen Beton an einem Tag: Fahrbahn wächst Schicht für Schicht

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Bauleiter Rainer Mitze an der Brücke, die nahe des Abzweigs nach Korbach entsteht.

Fast wie am Fließband fuhren am Dienstag die Betonmischer an dem Brückenbauwerk bei Dorfitter vor: Kaum war die Ladung eines Lkws aufgebraucht, stand schon der nächste parat. Insgesamt wurden so rund 900 Kubikmeter Beton für das später 80 Meter lange Fahrbahnstück aufgebracht.

Dorfitter– Die Pfeiler des sogenannten Bauwerks Nummer acht standen bereits nahe des Abzweigs nach Korbach. Nun galt es, die eigentliche Fahrbahn zu betonieren. An beiden Enden der Brücke beförderten Pumpen dazu den Beton nach oben, wo er an zahlreichen Stellen in die Stahlkonstruktion eingeleitet wurde.

Aufgetragen wurde dabei immer in 60 Zentimeter dicken Schichten, erklärte Bauleiter Rainer Mitze von Hessen Mobil. Sobald eine Lage gegossen war, gingen die Arbeiter mit Rüttelflaschen daran, die Masse sofort zu verdichten. So wird auch verhindert, dass Luft im Beton eingeschlossen wird. Zwischen 1,20 und 1,80 Meter dick wird die Betonschicht sein, wenn alle Schichten aufgetragen sind.

Am Abend wurde eine Folie über die Betonschicht gelegt. So werde verhindert, dass die Masse zu schnell austrocknet, sagt Mitze. „Jedes Zementkörnchen muss einen Wassertropfen finden, um auszuhärten.“ Mehrere Tage dauert es, bis dann alles ausgehärtet ist. Schon vorher, wahrscheinlich am Donnerstag, werden die Spannglieder etwas angezogen. Nach und nach würden die immer fester gezogen, damit der Beton zusammengedrückt wird und sich keine Risse bilden können.

Mit sogenannten Rüttelflaschen sorgen die Arbeiter nach dem Einbringen des Betons dafür, dass sich keine Luftblasen darin bilden.

Ist der Beton fest und die Glieder gespannt, werden das Holzgerüst und die Stahlstützen abgebaut. Sie dienen derzeit nur als Stützen der Konstruktion. Das Traggerüst wird schließlich noch gut zehn Zentimeter gesenkt. Gut 2500 Tonnen schwer wird der gesamte Überbau schließlich sein.

Gearbeitet wird an der Brücke parallel zum laufenden Bahnverkehr, der direkt darunter verläuft. Das sei eine der Bedingungen vor dem Start gewesen, sagt Mitze. Regelmäßig ist deshalb auch ein technischer Berechtigter vor Ort, der die Arbeiten an den Schienen im Blick behält. 5,20 Meter liegen zwischen den Gleisen und der Unterkante des Betons.

Sieben Brücken werden zum Schluss entlang des gut drei Kilometer langen Stücks der Bundesstraße stehen. Derzeit wartet Hessen Mobil auf das Baurecht für den Südanschluss, wo die neue Strecke auf die bisherige stoßen wird. Auch dort sollen noch zwei Brücken entstehen. Rainer Mitze hofft, dass es noch im September grünes Licht gibt, damit die Ausschreibung zügig veröffentlicht werden und der Bau starten kann.

Durch einen großen „Rüssel“ wird das Beton auf die Brücke befördert. 60 Zentimeter dick sind die einzelnen Schichten, die übereinander aufgebracht werden. Am Ende wird der Beton bis zu 1,80 Meter stark sein. Unter der Platte vorne im Bild wird später ein Wasserablass sein. Drei davon wird es insgesamt auf der Brücke geben.

Der eigentliche Trassenbau wird erst beginnen, wenn alle Brückenbauwerke stehen. Nächstes Jahr soll das der Fall sein – abhängig ist das auch davon, wann das Baurecht für den Südanschluss vorliegt. Der Bauleiter hofft, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. „Es kann noch funktionieren“, sagt er.

Aktueller Stand ist, dass die Ortsumgehung der Bundesstraße  252 im Jahr 2023 fertig sein soll. Die Straße wird dann vom Abzweig Korbach an um Dorfitter herum führen und hinter dem Vöhler Ortsteil wieder auf die bisherige Bundesstraße treffen. Das soll die Einwohner vom massiven Verkehrslärm entlasten. Jeden Tag fahren laut Zählungen gut 11 000 Autos und etwa 2000 Lastwagen durch den Ort.

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