Reifen zu alt, keine Duschen, falsche Fahrzeugfarbe

Feuerwehren Vöhl: Prüfung zeigt Mängel an Gebäuden und Ausrüstung

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Untersuchung der Feuerwehren: Zwei Tage wurden alle Wehr-Einrichtungen in Vöhl geprüft. In Schmittlotheim (Foto) wurde kritisiert, dass es keinen Stellplatz für das Fahrzeug gibt.

Vöhl. Feuerwehrgerätehäuser, Ausrüstung und Bekleidung der Einsatzabteilungen hatten der Medical Airport Service und der Technische Prüfdienst Hessen in der Gemeinde Vöhl untersucht. Den Bericht stellte Bürgermeister Matthias Stappert am Montagabend in der Sitzung der Gemeindevertreter vor. Das Fazit: Viele Fahrzeuge sind nicht einsatzbereit, an zehn von 14 Gebäuden und Anlagen besteht „unverzüglicher Handlungsbedarf“.

Allerdings, so sagte Stappert, gelte ein Fahrzeug schon dann als nicht einsatzbereit, wenn eine falsche Lackierung festgestellt wurde. Das sei der Fall in Ederbringhausen. Ein häufiger Kritikpunkt, beispielsweise bei den Einsatzfahrzeugen in Asel, Ederbringhausen und Dorfitter, waren die Reifen: Sie sind älter als zehn Jahre und müssen deshalb sofort ersetzt werden.

Anfang Mai waren die Prüfer zwei Tage in der Gemeinde unterwegs, seitdem seien die Reifen bei den meisten Fahrzeugen bereits ausgetauscht worden, sagte Stappert. Viele der festgestellten Mängel könne man mit „relativ geringem Aufwand“ beheben. Generell sei die Gemeinde dafür verantwortlich, die Mängel selbst zu beheben.

Bei der Untersuchung der Gebäude habe sich herauskristallisiert, dass in vielen Gerätehäusern eine Trennung der Bereiche Ausrüstung/Bekleidung und Fahrzeuge geschaffen werden muss. So wurde unter anderem in Obernburg und Kirchlotheim kritisiert, dass „die Unterbringung der Einsatzkleidung/Spinde in der Fahrzeughalle (...) nicht den Anforderungen“ entspricht. Auch die sanitären Anlagen wurden immer wieder bemängelt, beispielsweise in Thalitter, Kirchlotheim, Obernburg und Schmittlotheim, wo es keine Duschen für die Einsatzkräfte gibt. Auch geschlechtsgetrennte Umkleiden fehlen oft. Das müsse mittelfristig angegangen werden.

Bauliche Maßnahmen seien notwendig, möglicherweise müsse es sogar An- oder Neubauten geben, so der Bürgermeister. Zum aktuellen Zeitpunkt könne man das aber noch nicht sagen. Der Gemeindevorstand habe bereits eine Arbeitsgruppe gegründet. Dort solle nun erst einmal eine Prioritätenliste erstellt werden.

Finanziert werden sollen die Verbesserungen und Neuerungen, so der Vorschlag, aus den Mitteln der Hessenkasse. Die Gemeinde erwartet daraus ab 2019 rund 1,3 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre.

Ob man darüber nachdenke, Feuerwehren zusammenzulegen, fragte Andreas Wilke (CDU). „Das funktioniert nur freiwillig“, sagte Stappert. Und: „Das führt nicht automatisch zu Einsparungen.“ Dass die Mängel schon in den vergangenen Jahren „beschrieben und durchgeschleppt“ worden seien, sagte Jochen Dohl (FW). Bei den Kameraden der Feuerwehr sei jetzt „eine Schmerzgrenze erreicht“. Für Karsten Kalhöfer (SPD) ist klar: „Bei manchen Dingen gibt es keinen Diskussionsbedarf.“ Menschen, die sich für andere in Gefahr begeben, müsse man unterstützen. „Wir müssen zeigen, dass wir hinter der Feuerwehr stehen.“

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