Ausstellungen, Vorträge, Konzerte, Lesungen von September bis Dezember

Reihe zu „Facetten des Rassismus“ in Vöhler Synagoge

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Ein Foto, das um die Welt ging: Bürgerrechtlerin Rose Parks wurde 1955 in den USA in Haft genommen, weil sie im Bus auf einem Platz saß, der Weißen vorbehalten war. Das Foto ist Teil der Ausstellung von „Pro Asyl“ in der Henkelhalle.

Vöhl – Sechs Ausstellungen, 16 Vorträge, ein Konzert, eine Autorenlesung, Filme und eine Diskussionsrunde: Erstmals stemmt der Förderkreis der Synagoge Vöhl eine Veranstaltungsreihe.

Vom 1. September bis 10. Dezember steht alles unter dem Titel „Facetten des Rassismus“.

Eingeteilt in drei Staffeln gibt es an insgesamt 22 Tagen ein umfangreiches Programm. „Vernichtung und Auslese“, „Rassismus und Völkermord“ sowie „Wir und die Anderen“ sind die Staffeln überschrieben. „Und wir haben uns bei der Planung nicht vorstellen können, dass das Thema Rassismus jetzt so brisant ist“, sagte Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Förderkreises der Synagoge, in Anspielung auf den Fall des ermordeten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke.

Die Reihe will dafür Sorge tragen, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Thema Rassismus und dessen Facetten auseinandersetzen und das in die Öffentlichkeit tragen. Auch Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert betonte: „Rassismus hat viele Formen.“ Das Thema habe nichts von seiner Aktualität verloren, historische und aktuelle Aspekte würden in der Reihe beleuchtet.

Diskussion über Integration im Landkreis

Umgesetzt wird die Veranstaltungsreihe in Regie des Förderkreises der Synagoge, aber unterstützt von einigen Partnern. Neben der Gemeinde Vöhl, die zehn Prozent der Kosten übernimmt, sind der Landkreis, das Netzwerk für Toleranz, Arolsen Archives, die Kreisvolkshochschule (VHS) Waldeck-Frankenberg und die Landeszentrale für politische Bildung als Sponsoren dabei, gestalten aber auch einige Programmpunkte mit.

Ein Höhepunkt der Reihe ist das Wochenende vom 1. bis 3. November. In der Henkelhalle Vöhl – alle anderen Veranstaltungen finden in der Synagoge statt – gibt es dann eine Ausstellung mit Plakaten der Organisation Pro Asyl, aber auch ein Konzert und einen Markt der Möglichkeiten.

Diskutiert wird mit mehreren Gesprächspartnern zudem die Frage, ob die Integration im Landkreis gelungen ist. Auch Flüchtlinge werden an diesem Wochenende zu Wort kommen und von ihren Erfahrungen der Flucht und in der neuen Heimat berichten. 

Die Höhepunkte der Reihe:

September

Sonntag, 1. September, 10 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke...“; Dr. Wilhelm Völcker-Janssen und Dr. Georg Lilienthal referieren zur Entstehung der Ausstellung und zu Krankenmorden in der NS-Zeit. Die Theatergruppe der Lebenshilfe wirkt an der Vernissage mit.

Samstag, 7. September, 17 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Bäume, Schienen, Zäune. Ein Versuch, das Geschehene auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald mit künstlerischen Mitteln zu verarbeiten“ der Lebenshilfe Weimar-Apolda sowie der Ausstellung „Die Gedenkstätte in der früheren Tötungsanstalt Hadamar, in die Dr. Wolfgang Werner einführt.

Autor Robert Domes

Donnerstag, 12. September, 19 Uhr: Autorenlesung mit Robert Domes aus „Nebel im August“; Kooperation mit der Alten Landesschule und der Thalia-Buchhandlung Korbach.

Donnerstag, 19. September, 19 Uhr: Vortrag von Dr. Georg Lilienthal, „Lebensborn-Kinder. Die letzten Opfer der SS. Ungeliebt, verleugnet, nicht anerkannt.“ Und Gespräch mit Adolf Kopp, einem Lebensborn-Kind.

Donnerstag, 26. September, 19 Uhr: Vortrag von Katharina Oehl, „Auf der Suche nach der eigenen Identität: Die gewaltsame Eindeutschung polnisch-deutscher Kinder“.

Oktober

Sonntag, 6. Oktober, 10 Uhr: Eröffnung der Ausstellungen „Zeichnungen von Enric Rabasseda über Faschismus, Krieg und die Hintergründe“ (Einführung Dr. Hartmut Wecker) und „Ehemaliges Firmengelände J.A. Topf & Söhne Erfurt – Eine fotografische Dokumentation“ (Einführung Alexis Werner). 

Donnerstag, 17. Oktober, 19 Uhr: Vortrag Dr. Udo Engbring-Romang, „Die Macht der Vorurteile. Die Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma im 20. Jahrhundert; in Kooperation mit der VHS.

Organisatoren und Partner der Veranstaltungsreihe

Donnerstag, 24. Oktober, 19 Uhr: Vortrag von Dr. Christoph Franke, „Medizinische Experimente zur Erprobung von Seren und Impfstoffen. Die Rolle der Behringwerke bei Menschenversuchen im KZ Buchenwald“.

November

Freitag, 1. November, 18 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ in der Henkelhalle, ab 20 Uhr Konzert „Migrantig“ mit Andrea Pancur, Hansjörg Gehring und Ian Chapman (Eintritt 15 Euro). 

Samstag, 2. November, 14 bis 19 Uhr: Markt der Möglichkeiten unter anderem mit Thementischen, Mitmachangeboten, moderierter Diskussion, Musik, Kurzfilmen und Lesungen in der Henkelhalle. 

Sonntag, 3. November, 14 bis 18 Uhr: Migranten berichten in der Henkelhalle über ihre Flucht, die neue Heimat und Begegnungen.

Dezember

Sonntag, 1. Dezember, 15 Uhr: Vortrag mit Eva-Katharina Hack, „Mischlingskinder im Nachkriegs-Asel – Das Albert-Schweitzer-Kinderheim des Ehepaars Dilloo“. 

Dienstag, 10. Dezember, 19 Uhr: Multimedialer Abend rund um den Buchenwald-Überlebenden Stéphane Hessel; gestaltet von Arolsen Archives.

Das vollständige Programm steht demnächst auf der Internetseite des Förderkreises zur Verfügung.

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