Vöhl vor der Bürgermeisterwahl - Auf Tour mit den Kandidaten

Frank Isken: „Können voneinander lernen“

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Kandidat Frank Isken (von rechts) im Gespräch mit Ehrenamtlichen, unter anderem mit Eberhard Lamm, Förderverein Basdorf, und Günter Lippeke vom gemischten Chor in Marienhagen. 

Vöhl-Marienhagen – Nur noch wenige Tage, dann fällt die Entscheidung, wer nächster Bürgermeister in Vöhl wird. Bis Sonntag sind die beiden Kandidaten ständig unterwegs. Wir haben sie bei einem Wahlkampftermin begleitet. Heute: Frank Isken.

Heute dreht sich alles ums Ehrenamt. Rund 80 Vereinsvorstände hatte Frank Isken angeschrieben und zum Termin ins Freibad Marienhagen eingeladen. Rund 20 Interessierte sind am Ende gekommen, die bei Kaffee und Kuchen mit dem Kandidaten sprechen.

Der Nachwuchs fehlt, Vorstandsposten können oft nicht mehr besetzt werden, sagt Isken. „Und hier kommt der Bürgermeister ins Spiel.“ Er selbst sei ein Vereinsmensch, berichtet er seinen Zuhörern. Daheim in Neukirchen sei er Mitglied in jedem Verein – außer dem Gesangsverein – und habe sich schon vor seiner Kandidatur Gedanken gemacht darüber, wie sich die Situation der Vereine verbessern lasse.

Eigene Ideen, aber auch bereits bekannte – aus anderen Städten und Gemeinden – wolle er einbringen. Beispielsweise, so sagte er, gebe es Kurse zur Managementqualifikation, die Ehrenamtliche belegen könnten, auch einen regelmäßigen Austausch der Vorstände könne man organisieren. „Wir können voneinander lernen“, sagt der 50-Jährige.

Jährlicher Wettbewerb für Vereine?

Auch eine Datenbank regte er an, in der alle Infos über Vereine und Vorstände sowie deren Fähigkeiten gesammelt werden könnten, ebenso könne man ein Ehrenamtsportal schaffen für Menschen, „die sich einbringen wollen, aber nicht wissen, wo und wie“. Die Gemeinde Vöhl, so ein weiterer Vorschlag, könnte auch einen jährlichen Wettbewerb für die Vereine organisieren und diejenigen auszeichnen, die beispielsweise den größten Mitgliederzuwachs hatten.

Dass das Thema Ehrenamt für Frank Isken ein wichtiges ist, wird schnell deutlich. „Wer ehrenamtlich tätig ist, dem gebührt Wertschätzung und die fehlt oft“, betont er. Stattdessen werde lieber gemeckert, wenn etwas mal nicht so gut laufe. „Das ist eine traurige Entwicklung, die uns aber nicht davon abhalten sollte, weiterzumachen.“ Sonst könnten „viel geliebte Traditionen zum Erliegen kommen“.

Ein „schönes Signal“ sei es deshalb auch, wenn die Gemeinde selbst Mitglied in jedem Vöhler Verein werden könnte. Das, so schränkt der Kandidat ein, müsse man aber erst einmal durchrechnen. Fest steht für ihn: „Ohne Vereine würde in den Dörfern nichts funktionieren“, und nennt als Beispiel das Freibad in Marienhagen.

Gut 30 Minuten redet Isken, stellt seine Ideen und Vorhaben vor, beantwortet Fragen und sitzt dann mal an diesem, mal an jenem Tisch. Dabei geht es nicht nur um ehrenamtliches Engagement. Man könne und solle ihm Fragen stellen. Denn: „Ich möchte Sie kennenlernen“, sagt er, „und Sie sollen mich kennenlernen.“

Beim WLZ-Bürgermeisterwahlforum standen beide Kandidaten dem Publikum Rede und Antwort, ein Portrait über Frank Isken gibt es hier

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