Freiwilliges Ökologisches Jahr im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Stärke für weiteren Weg

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Naomi Tschornia lernt in ihrem Ökologischen Jahr viel über den Nationalpark und gibt ihr Wissen gern an die Besucher weiter. 

Im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) können junge Menschen wertvolle Erfahrungen für ihren weiteren Weg sammeln. Und sie stärken ihr Selbstbewusstsein. Wie Naomi und Lars im Nationalparkzentrum Kellerwald-Edersee.

Für junge Menschen ist es nicht immer leicht den eigenen Weg zu finden. Sich direkt nach der Schule für einen Beruf zu entscheiden, ein Studienfach zu wählen oder danach direkt ins Berufsleben einzusteigen. Viele wünschen sich Zeit zum Testen, zum Erfahrungen sammeln, oder um sich persönlich in speziellen Bereichen zu engagieren. Gilt das Interesse etwa dem Bereich Natur, Umweltschutz oder der Land- und Forstwirtschaft, so ist das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) für viele eine echte Chance auf zwölf erfahrungsreiche Monate. Egal ob man einen Bio-Bauernhof, den Jagdverband, das Tropengewächshaus der Uni Kassel oder den Abwasserverband unterstützen will, die Listen der Angebote im Internet sind lang und bunt gefächert.

Studium im Blick

Bundesweit gibt es eine Vielzahl von Einsatzstellen, die über verschiedene Organisationen vergeben und betreut werden. Hier in Hessen ist beispielsweise die Naturschutz-Akademie eine von drei Anlaufstellen für Interessierte. Durch sie ist auch Lars Lehmann aus Eltville am Rhein auf das Nationalparkzentrum Kellerwald-Edersee aufmerksam geworden. 

FÖJler Lars Lehmann führt durch das Nationalpark-Zentrum.

Nach seiner Elektroniker-Ausbildung und dem angehangenen Fachabitur, will er sich in seinem FÖJ auf sein Studium im Bereich regenerative Energien vorbereiten. Da sein Weg in Richtung Berufschullehrer weiter gehen soll, freut er sich besonders über die Begegnungen mit Besuchergruppen, die er durch das Zentrum führen darf.

Stolz auf Projektarbeit

„Ins Gespräch kommen, die Begeisterung weitergeben und spüren, dass man anderen etwas weitergeben kann –das gibt mir Mut und stärkt mich auf meinem Weg“, erklärt der 22-Jährige begeistert. Er ist froh, die Chance zu haben, ohne Leistungsdruck und fern ab von zuhause ein Jahr für sich und ganz viele neue Eindrücke zu haben.

Ähnlich empfindet das auch Naomi Tschornia, die sich ebenfalls für ein FÖJ im Nationalparkzentrum entschieden hat. „Ich konnte mich nach dem Abitur noch nicht sicher entscheiden, in welche Richtung es genau gehen soll und bin froh, Zeit zum Recherchieren zu haben“, erklärt die junge Sauerländerin. „Die ersten Schritte ins Leben fernab von Schule und Elternhaus machen oft Mut für neue Ziele und öffnen manchmal bisher unbekannte Wege“, so die 19-Jährige, die mittlerweile wie Lars Lehmann in Frankenberg wohnt. Sie genießt die neu entdeckte Mischung zwischen Privatleben und interessanter Arbeit. Dazu gehört auch ihre Projektarbeit, die sie wie jeder FÖJler in den 12 Monaten erledigen muss. „Ich baue ein Fühlbrett mit Haaren, Spuren und ganz viel Spannendem“, erklärt sie und ist stolz, damit ihren Beitrag für die neue Ausstellung „Auf den Spuren der Wildtiere“ für das Nationalparkzentrum leisten zu dürfen.

Jeden Tag lernt man Neues

Die beiden Freiwilligen wurden zu Beginn ihrer Arbeit vom Team des Zentrums angeleitet und lernen im täglichen Kontakt mit Besuchern und Nationalparkbeschäftigten weiter hinzu.

Die Betreuung der Ausstellung gehört genau wie die Durchführung von Führungen oder Kindergeburtstagen sowie die Begleitung der Besucher zu ihrem Arbeitsalltag. Ausflüge mit den Rangern, das tägliche Erleben des Zentrums und die unterschiedlichen Seminare der Naturschutz-Akademie gehören außerdem zum FÖJler-Alltag. „Das sind sehr angenehme Anstrengungen“, freut sich Lars Lehmann und ist froh, in dem einen Jahr so viel Neues zu lernen und vom Wissen der erfahrenen Nationalparkmitarbeiter zu profitieren.

FÖJ-Messe im März

„Wir sind auch froh, junge, motivierte Menschen zu haben, die unsere Einrichtungen unterstützen“, freut sich Inka Lücke und wirbt für die FÖJ-Messe in Wetzlar am 28. März. Dort wird der Nationalpark Kellerwald-Edersee wieder über seine Arbeit informieren und fünf Stellen für das kommende FÖJ-Jahr (1. September 2020 bis 31. August 2021) anbieten.

Neben dem Zentrum bei Herzhausen sind der Wildtierpark, die Wildnisschule und die Kellerwalduhr Einsatzorte für FÖJler im Nationalpark. Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr steht allen offen, die die Schulpflicht erfüllt haben, noch keine 27 Jahre alt sind und sich ökologisch engagieren wollen. „Es ist eine tolle Zeit mit vielen schönen Erlebnissen“, schwärmen Naomi Tschornia und Lars Lehmann und sind froh, sich für ein „ganz besonderes Jahr“ entschieden zu haben. /Tina Fischer

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