Kritik aus Thalitter am Vorgehen des Vöhler Gemeindevorstands

Geplanter Grundstücksverkauf löst Diskussion aus

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Gut ein Drittel des Bolzplatzes unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses soll ve rkauft werden.

Vöhl-Thalitter – Der Bolzplatz am Dorfgemeinschaftshaus Thalitter wird seit Jahren kaum noch genutzt. Nun soll ein Teil der Fläche an einen ortsansässigen Geschäftsmann verkauft werden.

Alles kein Problem, findet Wilfried Stieglitz. Doch der Rentner aus Thalitter kritisiert den Gemeindevorstand. Der habe nicht auf die schriftliche Empfehlung des Ortsbeirats gewartet, sondern den Verkauf gleich beschlossen.

37 Jahre lang war Wilfried Stieglitz selbst Mitglied im Ortsbeirat Thalitter. Er weiß: Beschlüsse des Gremiums sind nur Empfehlungen für den Gemeindevorstand, danach richten muss er sich nicht. Doch bei dem geplanten Verkauf eines Teils der Wiese am DGH sei nicht einmal diese offizielle Empfehlung abgewartet worden, sagt er. Die übliche Reihenfolge ist damit aus seiner Sicht nicht eingehalten worden.

„Da hat er nicht ganz unrecht“, sagt Ortsvorsteher Karl Wilhelm Brüne. Der Ortsbeirat hatte zwar schon signalisiert, dass er das Vorhaben gut findet und unterstützt. „Wir wollen keine Steine in den Weg legen.“ Eine „abschließende Empfehlung“ habe es aber noch nicht gegeben, sagt er. „Wir wollten erst genau über die Pläne Bescheid wissen.“

"Wir haben das Beste daraus gemacht"

Schon im April war der Grundstücksverkauf Thema im Ortsbeirat, schließlich gab es auch einige Termine direkt vor Ort, um sich die Fläche anzuschauen und auszumessen und mit dem Bürgermeister und dem potenziellen Käufer zu sprechen. Am 4. Juli gab es dann eine weitere Sitzung des Ortsbeirats, danach sollte die Empfehlung verfasst werden.

Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert bestätigt, dass der Grundstücksverkauf bereits im April Thema in einer Sitzung war und es zudem Vor-Ort-Termine gegeben habe. „Das weitere Vorgehen wurde mit dem Ortsvorsteher besprochen“, so Stappert. Es sei gemeinsam entschieden worden, den Verkauf im Gemeindevorstand zu thematisieren.

Die Entscheidung des Ortsbeirats, den Verkauf zu unterstützen, sei „gewürdigt und berücksichtigt“ worden. Möglicherweise habe man aneinander vorbei geredet, sagt Stappert. Das hält auch Karl Wilhelm Brüne für möglich. Insgesamt sei der geplante Verkauf nicht so glücklich gelaufen, „aber wir haben das Beste draus gemacht und jetzt alles eingestielt“, sagt der Ortsvorsteher. Aus Sicht des Ortsbeirats sei nun alles einvernehmlich geregelt. Und auch der Bürgermeister sagt: „Wir haben die Kurve noch gekriegt.“

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