Bau zwischen Vöhl und Lichtenfels startet frühestens 2019

Gutachten gibt grünes Licht für Windräder am Mühlenberg

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Windpark in Planung: Zwischen fünf und sieben Windkraftanlagen sollen am Mühlenberg entstehen. Das naturschutzfachliche Gutachten gibt dafür grünes Licht. 

Vöhl/Lichtenfels. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Windpark Mühlenberg zwischen Vöhl und Lichtenfels ist gemacht: Das naturschutzfachliche Gutachten habe „keine Erkenntnisse geliefert, die das Projekt aus unserer Sicht verhindern“, sagte Stefan Kieweg, Prokurist beim Verbands-Energie-Werk (VEW). Ende des Jahres soll beim Regierungspräsidium (RP) in Kassel der Antrag für die Bundes-Immissionsschutz-Genehmigung eingereicht werden.

Stefan Kieweg

Rotmilan und Fledermäuse gebe es zwar am Mühlenberg. Aber: „Dass der Rotmilan vorkommt, wussten wir bereits.“ Er lebe jedoch nicht direkt dort, wo die Windräder stehen sollen. Gleiches gelte für die Fledermäuse, besondere Arten der Tiere gebe es in dem Gebiet zudem nicht. Dennoch werde es später im Windrad-Betrieb Abschaltzeiten geben. Dadurch sollen Kollisionen mit Vögeln und Fledermäusen vermieden werden.

Schon bevor VEW die Fläche im Rahmen der Regionalplanung beim RP angemeldet habe, habe es eine erste naturschutzfachliche Untersuchung gegeben, sagt Kieweg. Damals war der Windpark noch eher in Richtung Buchenberg geplant worden, wegen mehrerer Vogelvorkommen sei die Fläche dann aber weiter in den Norden verschoben worden.

Über Monate lief nun ein vertiefendes Gutachten, welches das Büro Bioline aus Dalwigksthal erstellt hat. Demnach geben die Fachleute grünes Licht für den Windpark auf der gut 100 Hektar großen Fläche, die teils Lichtenfelser Stadtwald ist und teils HessenForst gehört.

Info-Veranstaltung geplant

Im vierten Quartal reicht VEW die Unterlagen für die Genehmigung zum Immissionsschutz ein. Das RP holt dafür weitere Stellungnahmen ein, unter anderem von der Flugsicherung und weiteren Behörden und Verbänden. „Im Rahmen des förmlichen Genehmigungsverfahrens dürfen die Bürger dann auch die Unterlagen einsehen“, sagt Kieweg. Beim Regierungspräsidium in Kassel, aber auch bei den tangierten Kommunen Vöhl und Lichtenfels würden diese dann für einen Monat zur Ansicht ausliegen. Wann es tatsächlich zum Bau der Windräder am Mühlenberg kommt, ist derzeit noch ungewiss. Frühestens im Jahr 2019, eher jedoch 2020, schätzt Stefan Kieweg.

Auch die Anzahl der Windkraftanlagen steht bisher noch nicht fest. Zwischen fünf und maximal sieben sollen es in dem Gebiet zwischen Vöhl und Lichtenfels werden. Das sei unter anderem abhängig von der Wirtschaftlichkeit. Derzeit werden bei VEW verschiedene Modelle zur Anordnung der Windräder durchgespielt. Investiert wurde bislang in die Planungen ein sechsstelliger Betrag, sagt der Prokurist. Fünf Millionen Euro pro Anlage kommen später noch hinzu. Jede Windkraftanlage wird eine Höhe von 230 Metern haben.

Wie es jetzt weitergeht, darüber will VEW auch die Bürger von Vöhl und Lichtenfels informieren. Nach Ostern soll es eine Informationsveranstaltung geben. Eine erste gab es bereits im vergangenen Mai. Damals war versprochen worden, die Bürger auf dem Laufenden zu halten. An dieses Versprechen will sich VEW halten. Der genaue Termin steht bisher nicht fest.

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