Langjähriger Vöhler Bürgermeister feiert runden Geburtstag

Harald Plünnecke wird 70 Jahre alt

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Wird heute 70 Jahre alt: Harald Plünnecke. 24 Jahre war er Bürgermeister in Vöhl.

Vöhl. „70 ist für mich nur eine Zahl“, sagt Harald Plünnecke. „Der einzige Unterschied: Ab sofort stehe ich in der Rubrik „Wir gratulieren“ in der Zeitung.“ Plünnecke, langjähriger Vöhler Bürgermeister, wird heute 70.

Schon während seiner Amtszeit als Rathauschef pendelte er zwischen Vöhl und Lippoldsberg, und das macht er auch heute noch so. Verpflichtungen hat er – Ruhestand hin oder her – in beiden Gebieten. Doch seine Heimat, so sagt Plünnecke, ist immer Lippoldsberg gewesen.

Dort wurde er geboren, dort wuchs er mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Seine Eltern, Karl und Frieda, hatten eine Bäckerei. Plünnecke ging nach der Volksschule für zwei Jahre zur Handelsschule und machte eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten beim Landkreis Hofgeismar. Es folgten vier Jahre bei der Bundeswehr in Frankenberg, bevor er 1972 in der Verwaltung seiner Heimatgemeinde Wahlsburg als Verwaltungsangestellter anfing. Oder, wie Plünnecke sagt: „Ich war Mädchen für alles.“

Doch die Arbeit reichte ihm nicht, er wollte in den gehobenen Dienst. Drei Jahre lang bildete er sich, neben der Arbeit im Rathaus, fort und ging dann als Steueramtsleiter nach Uslar in Niedersachsen. Irgendwann sei der Gedanke gekommen „Das kann es nicht gewesen sein“. Er wurde Oberinspektor, kurzzeitig Kämmerer und Bäderchef einer niedersächsischen Gemeinde – und 1989 Bürgermeister.

Die Aufgabe habe er sich zugetraut. Schließlich hatte er nicht nur Erfahrung in der Verwaltung, sondern auch in der Politik: Seit 1981 war er Gemeindevertreter in Wahlsburg, von 1985 bis 1991 Mitglied des Kasseler Kreistags. Der SPD trat er 1970 bei.

47 Bewerber für das Bürgermeisteramt habe es damals gegeben. Mit einer Stimme Mehrheit wurde er schließlich im Parlament gewählt – obwohl er Vöhl damals nur vom Durchfahren kannte, wie er sagt. Die ersten Jahre seien nicht einfach gewesen, „man hat mir viele Fettnäpfchen hingestellt“. Schließlich blieb er 24 Jahre Chef im Rathaus. Besonders stolz ist Plünnecke, dass er die Wasserversorgung ausgebaut und alle Ortsteile ans Abwassernetz angeschlossen hat sowie auf den Bau des Nationalparkzentrums, des Vöhler Schwimmbads und – als sein letztes Projekt – den Bau des Edeka in Vöhl.

Doch nicht nur die Arbeit im Rathaus war ihm wichtig. Er hatte und hat viele Ehrenämter inne. Ob früher als Vorsitzender des Schulelternbeirats oder als Schiedsrichter beim Fußball, ob als Vorstandsmitglied der IG Oberweser oder im Aufsichtsrat von EWF. Noch immer ist er Mitglied in zahlreichen Vöhler Vereinen und Vorsitzender des Kreistags-Finanzausschusses. Ans Aufhören denkt er längst nicht. „Mir macht das Spaß.“ Und so lange sein Wissen gefragt sei, mache er weiter. Möglich sei das Engagement aber nur gewesen, weil seine Frau Bärbel, mit der er 47 Jahre verheiratet ist, und seine Kinder Melanie und Thomas hinter ihm gestanden hätten. Und: „Meine Damen im Vorzimmer haben mir den Rücken freigehalten.“

Plünnecke feiert mit Familie, Freunden und Wegbegleitern – auch aus Vöhl – in Lippoldsberg. (ren)

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