2019 wird etwas mehr als eine Million Euro investiert

Haushalt für Gemeinde Vöhl steht: Schwerpunkt sind die Feuerwehren

Vöhl – Bei einer Gegenstimme verabschiedete das Vöhler Gemeindeparlament am Montagabend den Haushalt für das Jahr 2019. Die Meinungen der sechs Fraktionen im Überblick.

SPD

Es gebe einen Investitionsstau, sagte Fraktionschef Volker König. Nun sorge die gute Konjunktur für etwas Spielraum für Investitionen. „Es ist der rundeste Entwurf Ihrer Legislaturperiode“, sagte König zu Bürgermeister Matthias Stappert. Noch vergangenes Jahr hätten „dringende Investitionen gefehlt“. Aber: Von einer „Wende zum Besseren zu sprechen, ist noch zu früh“.

49 000 Euro seien zum Kauf der Alten Schule in Vöhl vorgesehen, „aber niemand weiß, wie teuer die Sanierung wird“. Endgültig entschieden werden daher erst nach einem weiteren Beschluss. Einer der Schwerpunkte im Haushalt werde die Feuerwehr, „die uns am Herzen liegt“, so König. Deshalb werde für 110 000 Euro ein Gerätewagen Logistik angeschafft.

Freie Wähler

Mit einer Gesamtverschuldung von 7,2 Millionen Euro sei der „niedrigste Stand seit mindestens 2009“ erreicht, sagte Fraktionsvorsitzender Jochen Dohl. Altdefizite seien gesenkt worden, es gebe keine Neuverschuldung und keine Steuererhöhungen. „Aber natürlich sehen auch wir einen Investitionsstau und Mängel in der gemeindlichen Infrastruktur.“

Sinken die Steuereinnahmen wieder, müsse die Gemeinde Gebühren und Grundsteuern erhöhen, um den Haushalt auszugleichen. Zudem stünden Investitionen an. „Es wird spannend werden, wie wir das alles stemmen sollen.“ Die Kosten für das Anruf-Sammel-Taxt sehe die Fraktion kritisch. „Enorme Werbeeffekte“ werde der Titel Nationalparkgemeinde bescheren. Eingeleitet seien jetzt „die wichtigsten Schritte“ für Investitionen bei der Feuerwehr.

Die Finanzen im Überblick

CDU

Die geplanten Investitionen für 2019 würden zeigen, dass man „ausgewogen einzelne Bereiche im Blick“ habe, sagte Fraktionssprecher Gertmann Sude. Der Schwerpunkt liege auf der Feuerwehr, wo „enorme Investitionen“ anstehen würden. Brandschutz habe den höchsten Stellenwert, „die Feuerwehr bekommt deshalb, was sie braucht“.

Der verringerte Schuldenstand – mehr als fünf Millionen seit 2012 – „schafft Spielraum für Investitionen“, so Sude. Das Haushalts-Sicherungskonzept schwebe nicht mehr wie ein Damoklesschwert über der Gemeinde.

BI Grüne Liste

Der Haushalt sei „mal wieder spitz auf Knopf genäht“, sagte Fraktionschefin Susanne Kubat. Insgesamt werde zu wenig investiert, daher gebe es „großen Nachholbedarf“. Man solle nach weiteren Fördermöglichkeiten für die Investitionen bei der Feuerwehr suchen und sich dabei nicht nur der Mittel aus der Hessenkasse bedienen. „Wir haben auch noch andere Baustellen.“ Die Personalkosten seien mit drei Millionen Euro so hoch, „weil immer mehr Aufgaben von oben nach unten gegeben“ würden, so Kubat. Gut sei, dass Geld für die Gewässerrenaturierung bereitstehe und der Titel Nationalparkgemeinde sei ein „toller Werbeeffekt“.

Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde sollen saniert oder neu gebaut werden.

FDP

„Wir haben die Talsohle durchschritten“, sagte Fraktionsvorsitzender Heinrich Heidel. Es würden sich „kleine Spielräume“ eröffnen, dennoch sollte die Gemeinde weiterhin „Förderprogramme anzapfen“. Keine Spielräume gebe es bei den Hebesätzen, die „kreisweit spitze“ seien. „wir müssen uns Gedanken machen über den Gebührenhaushalt“, so Heidel. „Ungerecht“ sei die Verteilung der Kosten beim AST-Taxi, hoch die Zahlungen für Kreis- und Schulumlage.

Mit der Infrastruktur müsse sich Vöhl nicht verstecken, so Heidel, der appellierte: „Gemeinsam sind wir stark, lasst es uns anpacken.“

Die Linke

Der ländliche Raum gerate immer mehr ins Hintertreffen, kritisierte Berthold Halberstadt. In Vöhl könnte „uns der Investitionsstau in die Bredouille bringen“.

Info: Was steckt drin im Haushalt? Hier gibt es mehr zu geplanten Investitionen. 

Rubriklistenbild: © Pixabay

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare