Älteste Jugendherberge Hessens richtet Fokus in Corona-Krise nicht auf Schulen

Jugendburg in Ederbringhausen: Familien sind die neue Zielgruppe

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Um weitere Buchungen für die Jugendburg zu bekommen, bewirbt das Team den Aufenthalt über soziale Medien, in Zeitungen und Radio.

Wegen Corona kam der Betrieb auf der Jugendburg Hessenstein zum Erliegen, finanziell wurde es eng, der Landkreis half mit 120 000 Euro aus. Aktuell sind wieder Gäste in der Herberge, in diesem Jahr seien jedoch maximal 20 Prozent der eigentlichen Buchungen noch realisierbar, schätzt Geschäftsführer Dr. Berthold Langenhorst.

Schulklassen – die Hauptzielgruppe der Jugendherberge – und weitere Gruppen würden bis Ende Januar wegfallen, sagt Langenhorst. Deshalb liegt der Fokus aktuell auf Familien. Viele würden ihre Sommerferien in Deutschland verbringen, um diese bemühe man sich jetzt gezielt. Im Radio, in Zeitungen und in sozialen Medien wirbt die Jugendburg für sich.

Derzeit verbringen mehrere Familien, insgesamt rund 30 Personen, ein paar Tage auf der Burg über Ederbringhausen. Das seien mehr Familien als sonst, sagt Langenhorst, doch um die Betriebskosten zu decken, müsste mindestens die Hälfte der 123 Betten genutzt werden. Mit weniger sei das nicht zu schaffen. Ein Vorteil auf der Jugendburg: Seit der aufwändigen Sanierung vor einigen Jahren hat jedes Zimmer ein eigenes Bad, deshalb dürfe auch jedes Zimmer vergeben werden.

Doch die nötige Belebung sei in dieser Saison nicht mehr zu schaffen, vermutet der Geschäftsführer. Und mit Buchungen für den Herbst würden sich viele auch noch zurückhalten. Viele würden aktuell lieber sehr kurzfristig Zimmer reservieren.

Staatliche Zuschüsse, um zu überleben

Anfragen versuche man, für bestimmte Wochenenden zu bündeln. Denn das helfe, die Personalkosten gering zu halten. Sobald auch nur eine Person auf der Burg übernachte, müsse es beispielsweise aus Brandschutzgründen einen Nachtwächter geben. Das seien besondere Kosten, die es in anderen Herbergen nicht gebe. Die Mitarbeiter seien nach wie vor in Kurzarbeit, alle seien aber kurzfristig zu aktivieren, wenn das nötig werde. Die Rezeption sei zudem täglich besetzt.

Dem Landkreis sei man sehr dankbar für die Unterstützung, sagt Berthold Langenhorst. Nun bemüht sich das Team um weitere finanzielle Unterstützung, dieses Mal vom Bund. Bis Ende August dauere eine entsprechende Frist noch an, der Antrag wird derzeit bearbeitet. Langenhorst geht davon aus, dass Geld aus Berlin fließen werde, denn aufgrund eines „Totalausfalls“ in den relevanten Monaten erfülle man die Förderbedingungen. Wie viel Geld am Ende jedoch kommen wird, ist noch ungewiss.

Für ihn ist klar: Keine Herberge wird es nach der Corona-Pandemie ohne staatliche Zuschüsse schaffen, zu überleben. Und der Geschäftsführer weiß: Sollte es im nächsten Jahr noch finanzielle Probleme geben, würden auch die anderen beiden Gesellschafter – neben dem Landkreis sind das Kreishandwerkerschaft und NABU Hessen – mit zusätzlichen Mitteln einspringen. Beide würden schon jetzt die Kosten für Prokurist und Geschäftsführer tragen, was eine Menge Kosten verursache. In der aktuellen Situation konnten sie, da sie selbst von Corona betroffen sind, keinen Zuschuss leisten.

Für 2021 hofft Langenhorst auf einen normalen Betrieb. Und bislang sehe es schon gut aus, es gebe bereits Anfragen von Schulklassen und anderen Gruppen. „Das Interesse ist da, wir sind im Moment sehr optimistisch.“

Abenteuer-Wochenende für Familien

Um Familien für einen Besuch auf der Jugendburg Hessenstein zu begeistern, gibt es vom 4. bis 6. September ein besonderes Erlebnis-Wochenende. Unter anderem wird es einen Fledermausabend geben, Bogenschießen, Geocaching, die Holzwerkstatt wird geöffnet sein und es gibt einen Lagerfeuerabend. Gesondert gebucht werden müsse von diesen Angeboten nichts, alles ist in der Wochenend-Buchung bereits enthalten, sagt Geschäftsführer Dr. Berthold LangenhorsBuchungen und weitere Infos gibt es über die Internetseite der Jugendburg.

Von Julia Janzen

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