Umfangreiches Archiv und Grenzsteinmuseum sind Schwerpunkte

Itter-Hessenstein: Geschichtsverein wird 25 Jahre alt

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Einer der Schwerpunkte des Geschichtsvereins Itter-Hessenstein: Das Grenzsteinmuseum am Nationalparkzentrum ist einer der Schwerpunkte des Geschichtsvereins. Das Foto zeigt Friedrich Hoffmann (links), der sich hauptsächlich um das Museum kümmert, und Vorsitzenden Volker König. 

Vöhl. Für den Raum Waldeck gab es einen Geschichtsverein, für den Südkreis rund um Frankenberg ebenso, doch Vöhl, in der Mitte des Landkreises gelegen, habe niemand bearbeitet, sagt Volker König. Vor 25 Jahren gründete er deshalb mit 17 anderen Geschichtsinteressierten den Geschichtsverein Itter-Hessenstein.

Am 6. November 1993 kamen die Gründungsmitglieder im Herzhäuser Gasthaus Kohlberg zusammen, seitdem ist Volker König auch Vorsitzender. Vier Gründungsmitglieder seien noch heute im Vorstand aktiv, sagt er, das zeige eine lange Kontinuität. Gleichzeitig seien auch einige Jüngere engagiert.

Zwei Schwerpunkte hat der Verein: neben dem Grenzsteinmuseum unterhalb des Nationalparkzentrums auch das Archiv im Bürgerhaus „Alte Schule“ in Herzhausen. Tausende Dokumente, Akten, historische Fotos und Landkarten sind dort eingelagert, sortiert nach den einzelnen Vöhler Ortsteilen. Hinzu kommen Parzellenbücher und Siegel-Stempel. Eine Besonderheit im Archiv: Die Urkunde, die Vöhl das Marktrecht erteilte. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert.

„Das Archiv wächst immer weiter“, sagt Volker König. Regelmäßig komme aus Schenkungen oder Nachlässen Neues hinzu. Allerdings: Bisher wurde nichts digitalisiert. Das werde eine Aufgabe für die kommenden Jahre. Und weil die Räume im Obergeschoss der „Alten Schule“ bald aus allen Nähten platzen, vergrößert sich das Archiv. Dafür habe die Gemeinde Vöhl Teile des Erdgeschosses der „Alten Schule“ zur Verfügung gestellt. Dafür werde jetzt an einem Konzept gearbeitet.

Auch das Grenzsteinmuseum, das es seit fast zehn Jahren gibt, wächst weiter. 14 Grenzsteine aus verschiedenen Orten und Jahrhunderten gibt es bislang, weitere werden bald folgen. So wird das in Nordhessen einzigartige Museum weiter ausgebaut.

Unregelmäßig kommen neue Markierungssteine hinzu, denn: Von ihrem Platz entfernen darf man sie nur in Ausnahmefällen. Exemplare, die nicht mehr setzbar waren oder bei denen unklar ist, woher sie stammen, landen mit Genehmigung des Amts für Bodenmanagement und des Amts für Denkmalschutz im Museum. Der älteste Stein ist von 1696.

Abgerundet wird die Ausstellung mit Landkarten, die die wechselhafte Territorialgeschichte der Region erzählen. Friedrich Hoffmann, der sich federführend um das Museum kümmert, bietet Führungen für Interessierte an, die unter friedrich-hoffmann@gmx.de vereinbart werden können.

Der Geschichtsverein arbeitet auch eng mit der Ederseeschule zusammen. Seit Jahren schon bereiten die Schüler der Abschlussklassen Präsentationen vor. Unterstützt werden sie dabei vom Geschichtsverein mit Materialien. „Wir wollen die Unterlagen, die wir haben, nicht verstecken. Gerne stellen wir sie Interessierten zur Verfügung“, sagt Volker König.

Acht bis zehn Veranstaltungen – Wanderungen, Vorträge, Fahrten – bietet der Verein jedes Jahr. Das Programm 2019 wird noch ausgearbeitet. Fest steht aber schon: Das Jubiläum 875 Jahre Vöhl werden die Mitglieder mit spannenden Rückblicken in die Vergangenheit bereichern.

Das Programm zur Feier

Gefeiert wird das 25-jährige Bestehen des Geschichtsvereins am Samstag, 24. November, ab 15 Uhr zunächst am Grenzsteinmuseum unterhalb des Nationalparkzentrums Herzhausen. Dort gibt es Infos zum Museum von Friedrich Hoffmann. Ab 15.45 Uhr geht es im Kino des Nationalparkzentrums weiter mit Grußworten der Gäste, einem Überblick über die Geschichte des Vereins sowie Ehrungen. Anschließend gibt es einen Imbiss im Foyer.

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