Abgestorbene Bäume durch Dürre und Borkenkäfer 

Gefährlich nah an der Straße: 100 Jahre alte Fichten müssen weg

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Rückeschlepper mit Seilwinde und Kran sind an den steilen Hängen im Einsatz. Forstwirte fällen die Bäume mit der Motorsäge, dann wird das Holz, das noch nutzbar ist, mit Winde und Kran an den Waldweg befördert. 

Teils mehr als 100 Jahre alt sind die Fichten, die entlang der Landesstraße zwischen Herzhausen und Buchenberg stehen, nun müssen viele von ihnen gefällt werden.

Der Grund: Durch die Dürre der vergangenen Jahre und den Befall durch den Borkenkäfer sind die Bäume abgestorben, sie könnten auf die Straße stürzen.

Um die Verkehrssicherheit durch umfallende Bäume oder herabstürzende Äste nicht zu gefährden, haben vor ein paar Tagen Holzwirte damit begonnen, die abgestorbenen Bäume zu fällen. Und das ist aufgrund der steilen Hänge an der Strecke zwischen den beiden Vöhler Ortsteilen eine Herausforderung.

Nur gut 40 Prozent des Holzes nutzbar

Für Harvester ist das Gebiet zu steil, sagt Andre Schulenberg, Leiter des Bereichs Produktion beim Forstamt Vöhl. Deshalb werden zwei Rückeschlepper mit Seilwinde und Kran eingesetzt. Die Bäume, die von den Forstarbeitern mit der Motorsäge gefällt werden, werden von einem Schlepper an Seilen hängend auf den Waldweg gezogen und mit dem Kran schließlich an der Seite aufeinander gestapelt. Zumindest, wenn es sich noch verkaufen lässt. Etwa 40 Prozent des Holzes könne man noch nutzen, schätzt Schulenberg. Der Rest bleibe später im Wald liegen.

Andre Schulenberg,  Forstamt Vöhl

Auch wenn manche Fichte noch verwertet werden könnte: Schon jetzt allerdings sei der Markt für Schadholz überflutet, wegen Corona stehe die Wirtschaft zudem vielerorts still, nicht einmal Holz für Paletten werde derzeit gebraucht, sagt der Hessen Forst-Mitarbeiter.

Teils mehr als 35 Meter hoch sind die Fichten gewachsen, die gut für Bauten wie Dachstühle hätten genutzt werden können – wenn sie gesund geblieben wären. Doch die Trockenheit hat den Bäumen zu schaffen gemacht, sie wurden zudem vom Borkenkäfer angegriffen, der ihre Lebensadern zerstörte und sie mit Pilzen ansteckte.

Felsbrocken könnten sich lösen

Insgesamt, so schätzt Andre Schulenberg, werden bis Ende April gut zwei Hektar Fichten gefällt. Einen fünfstelligen Betrag nimmt Hessen Forst für die Miete der Maschinen und den Personalaufwand in die Hand. Wie viel durch den Holzverkauf wieder hereingeholt werden kann, ist unklar.

Komplett für den Verkehr gesperrt ist die kurvenreiche Landesstraße derzeit aus gutem Grund: Bei den Arbeiten an den Hängen könnten sich schnell Felsbrocken lösen und auf die Straße fallen. Für alle, die dann dort unterwegs seien, sei das lebensgefährlich.

Dennoch hätten bereits ein paar Motorradfahrer versucht, auf der Strecke zu fahren. Nun wurde ein weiteres Hinweisschild angebracht, es weist deutlich auf die Lebensgefahr hin. Die Umleitungsstrecke ist ausgeschildert, bis Ende des Monats wird die Straße noch komplett gesperrt sein.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: An den Hängen wird neuer Wald entstehen, sagt Schulenberg. Teilweise sei jetzt schon Naturverjüngung vorhanden. „Es geht weiter mit dem Wald.“

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