Ausgezeichnete Umbau-Arbeiten

Jugendburg Hessenstein erhält Tourismus-Zertifikat für Barrierefreiheit

(von links) Ömer Balkaya, Kai Bremmer (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft), Klaus-Dieter Seibel (Schatzmeister NABU), Hannelore Behle, Jutta Seuring, Andrea Garthe und Horst Behle stehen vor einem barrierefreien Weg.
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Ein großer Schritt für die Jugendburg Hessenstein: (von links) Ömer Balkaya, Kai Bremmer (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft), Klaus-Dieter Seibel (Schatzmeister NABU), Hannelore Behle, Jutta Seuring, Andrea Garthe und Horst Behle stehen vor einem barrierefreien Weg.

Menschen mit einer Behinderung die Möglichkeit geben, die Nationalpark-Region selbstbestimmt zu erreichen, zu erleben und zu genießen – die Jugendburg Hessenstein mit Geschäftsführer Dr. Berthold Langenhorst setzte sich dafür ein und baute die Burganlage inklusionsgerecht aus.

Vöhl-Ederbringhausen – Dieses Engagement wurde nun mit dem Zertifikat „Reisen für Alle“ des Deutschen Seminars für Tourismus belohnt.

Einen großen Anteil daran hat der Nationalpark Kellerwald-Edersee, der als Modellregion dabei unterstützte, dass die Prüfung für die Herberge kostenfrei ablief. „Es ist gut und wichtig, dass sich unsere Partnerbetriebe für mehr Inklusion stark machen“, erläuterte Jutta Seuring, stellvertretende Leiterin des Nationalparks.

Sie überreichte die Urkunde und die Plakette und betonte, dass ein gutes Netzwerk entscheidend sei. „Wir brauchen nicht nur barrierefreie Wege durch den Nationalpark, sondern müssen auch Themen wie die Anreise oder Beherbergung berücksichtigen“, sagte Seuring.

In sieben Kategorien ausgezeichnet

Mit umfangreichen Maßnahmen überzeugte die Jugendburg bei Ederbringhausen als Herberge. Das Team legte großen Wert darauf, dass alle Vorgaben erfüllt waren, das stellte eine Zertifizierungskommission im Juli fest. Deshalb wurde das Siegel gleich in sieben Kategorien erteilt.

So ist die Anlage nun teilweise barrierefrei für Menschen mit einer Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer. Außerdem erfüllt sie alle Kriterien für Menschen mit einer Hörbehinderung und Gehörlose, sowie für Menschen mit einer Sehbehinderung und Blinde. Auch Gäste mit kognitiven Beeinträchtigungen können empfangen werden.

„Dass die Jugendburg gleich in sieben Kategorien ausgezeichnet wird, erfüllt uns mit Stolz und ist Ansporn für ein weiteres Engagement für Menschen mit Behinderung“, erklärte Kreisbeigeordnete Hannelore Behle in diesem Zusammenhang. Sie thematisierte vor allem die schwierigen Umstände, die während der Bauphase hervorragend gemeistert wurden. Die Kreisbeigeordnete lobte: „Bei der Lage im Wald und der Bauweise der Burganlage, ist diese Auszeichnung nicht selbstverständlich.“

Geschäftsführer der Jugendburg: Berthold Langenhorst.

Das bestätigte auch Andrea Garthe, die als Inklusionsbeauftragte bei der Jugendburg zuständig ist. „In dem alten Gemäuer war es nicht einfach, die strengen Kriterien des Zertifikats zu erfüllen“, sagte sie. Vor allem für Sehbehinderte und Blinde seien die verwinkelten Gänge und Räume mit teils hervorstehenden Balken eine große Herausforderung gewesen.

Deshalb war das Team der Jugendburg froh, auf die fachliche Expertise der Kooperationspartner Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista) und Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg zurückgreifen zu können. So standen Manfred Fuchs, Berater für Barrierefreiheit und Leiter der Entwicklung und Herstellung barrierefreier Medien der Blista und Horst Behle, Geschäftsführer der Aktion für behinderte Menschen, bei dem Umbau immer mit Rat und Tat zur Seite. Behle berichtete: „Das Ergebnis erfüllt einen mit Stolz.“

Schon jetzt sind weitere Projekte geplant. „Es soll weiter gehen. Wir möchten uns darum kümmern, die Beleuchtung auf dem Burghof zu optimieren und die Bildungsprogramme weiter zu entwickeln“, so die Inklusionsbeauftragte Garthe. Zu den größeren Vorhaben gehört auch ein geländegängiger Rollstuhl, damit keiner zurückgelassen werden muss. Sie betonte: „Die Vorfreude ist groß.“ (red/sk)

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