Landkreis investiert 250.000 Euro in Fahrbahn zur Jugendherberge

Jugendburg Hessenstein: Neue Straße, neue Preise, Gästerekord

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Neue Fahrbahn: Kreisbeigeordnete Hannelore Behle, Geschäftsführer Berthold Langenhorst und Kai Bremmer (rechts) von der Kreishandwerkerschaft.

Vöhl-Ederbringhausen – In den vergangenen Jahren war die Straße zur Jugendburg Hessenstein vor allem für eines bekannt: die zahllosen Schlaglöcher. Teils sei die Fahrt darauf schon gefährlich gewesen, sagt Berthold Langenhorst, Geschäftsführer der Herberge.

Nun investiert der Landkreis 250 000 Euro in eine neue Fahrbahn – obwohl die eigentlich Hessen-Forst gehört.

Drei Wochen lang wurde während des laufenden Betriebs gebaut, Gäste mussten derweil durch den Wald von Altenlotheim hinauf fahren zur Jugendburg. Jetzt ist die gut 1,5 Kilometer lange Fahrbahndecke von der Bundesstraße kommend wieder freigegeben für den Verkehr.

Die Straße gehört Hessen-Forst, doch investieren wollte der Landesbetrieb dort nicht. Für den Holzabtransport sei der Zustand ausreichend gewesen, hieß es stets. Doch mit dem Fahrrad sei es teils schon gefährlich gewesen, sagt Langenhorst. „Und Busfahrer haben sich manches Mal geweigert, dort hoch zu fahren“, sagt Kreisbeigeordnete Hannelore Behle. Die Gemeinde Vöhl habe einmal im Jahr die schlimmsten Schlaglöcher ausgebessert – „aus Kulanz“, wie Kai Bremmer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, sagt. Doch es sei klar gewesen: Nach der Sanierung der Burg muss die Straße erneuert werden.

Auch Kläranlage wird saniert

Nun hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg, der gemeinsam mit dem NABU Hessen und der Kreishandwerkerschaft Träger der Jugendburg ist, Geld in die Hand genommen. Anfang Mai haben die Arbeiten begonnen, zunächst hätten jedoch viele organisatorische Aufgaben bewältigt werden müssen, sagt Berthold Langenhorst. Breite Wege für die Feuerwehr und die Müllabfuhr mussten gesucht und ausgeschildert werden, auch Lebensmittellieferungen für den Herbergsbetrieb mussten umorganisiert werden.

Die Jugendburg Hessenstein

Nun sind die Arbeiten an der Straße abgeschlossen, doch das nächste größere Vorhaben steht bereits an. Noch in diesem Jahr soll die Kläranlage saniert werden. Dies sei ebenfalls notwendig. Kostenpunkt für die Baumaßnahme: rund 100 000 Euro. Zahlen wird das das Land Hessen, das auch Eigentümer der Burg ist.

Auch das Vorhaben, möglichst allen Menschen eine Auszeit auf der Jugendburg zu ermöglichen, wird weiter verfolgt. Schon bei der großen Sanierung vor gut zwei Jahren wurden barrierefreie Rollstuhlfahrerzimmer, ein Fahrstuhl und ein Treppenlift eingebaut, nun wollen die Gesellschafter noch den Burghof behindertengerecht umgestalten. Für Sehbehinderte wird ein platinweißer Leitstreifen mittels Steinen entstehen, der vom Burgtor bis zum Eingang führt. Und direkt vor dem Tor gibt es künftig Parkbuchten für Beeinträchtigte.

Das Kopfsteinpflaster auf dem Hof wird bleiben, doch es wird ein ebener Weg entstehen, auf dem sich mit dem Rollstuhl fahren lässt.

Die Bildungsprogramme werden auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse angepasst, sagt Langenhorst. Schon jetzt gebe es viel positives Feedback von Gruppen, die mit beeinträchtigen Menschen auf die Jugendburg kommen. 

Preise für Gäste steigen

Für 1,6 Millionen Euro war die Jugendburg saniert worden, vor genau zwei Jahren wurde sie wieder eröffnet. Nun bietet die Herberge deutlich mehr Komfort für die Gäste – und damit werden auch die Preise steigen.

Gab es früher pro Etage ein Badezimmer, so hat jetzt jedes Zimmer ein eigenes Bad. Das mache die Reinigung viel aufwändiger, sagt Geschäftsführer Berthold Langenhorst. Auch durch den Mindestlohn, der eine gute Sache sei, würden die Kosten steigen.

Die aktuellen Preise würden sich deshalb nicht halten lassen. Ab 2020 ändern sie sich wie folgt:

.  Übernachtung mit Frühstück: Bisher 24 Euro, künftig 27 Euro;

.  Übernachtung mit Halbpension: Ab kommendem Jahr 31,50, bisher 28 Euro.

.  Für Übernachtungen mit Vollpension steigen die Preise um jeweils 4,50 Euro pro Nacht, je nach Anzahl der Übernachtungen auf 33,50 (bisher 29), 34,50 (30) und 37,50 Euro (33).

Auch barrierefreie Zimmer gibt es seit der Sanierung

Der Kurzzeitzuschlag für Gäste, die nur eine Nacht bleiben, steigt von drei auf fünf Euro. Diese Gäste würden sich kaum lohnen, so Langenhorst, hier seien die Kosten besonders hoch. Mit den Preisen sei man ab dem kommenden Jahr auf einem ähnlichen Niveau wie andere Jugendherbergen in der Region, sagt der Geschäftsführer. Bisher habe die Jugendburg stets darunter gelegen.

Die Entscheidung zur Sanierung sei ein „entscheidender Schritt“ gewesen, nun sei man gut aufgestellt.

So viele Übernachtungen wie nie

Die Übernachtungszahlen seit der Sanierung sind gestiegen. In diesem Jahr werden es rund 18 000 sein und damit so viele wie nie, sagt Berthold Langenhorst. Diesen Wert wollen die Gesellschafter auch in Zukunft halten, dann wäre die Auslastung gut. 132 Betten gibt es in der Jugendherberge.

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