Nach 29 Jahren an der Hohen Fahrt haben Ursula und Wolfgang Schröder aufgehört

Jugendherberge Asel: Florian Friedrich ist jüngster Herbergsleiter Hessens

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Nach 29 Jahren haben Ursula und Wolfgang Schröder als Herbergseltern in Asel aufgehört.

Asel – 29 Jahre haben Ursula und Wolfgang Schröder die Herberge Hohe Fahrt geleitet, jetzt haben sie an Florian Friedrich übergeben, der damit jüngster Herbergsleiter in Hessen ist.

Der 25-Jährige will die größte Jugendherberge im Landkreis zum Umwelt- und Nachhaltigkeitshaus machen: Noch weniger Verpackungsmüll soll anfallen, LED-Lichter sollen eingebaut werden, der Wasserverbrauch reduziert und nicht zuletzt das Angebot stärker auf Umwelt und Natur ausgerichtet werden, erklärt er. Drei neue Angebote sind bereits hinzu gekommen, unter anderem mit Fledermausabenden und Umweltworkshops.

Florian Friedrich

Entstehen wird zudem ein offenes Freilichttheater mit Seeblick, neue Kanus werden angeschafft – und demnächst dürfen die Gäste sogar ihre Hunde mitbringen. Die engere Verbindung zur Natur wird auch durch neue Übernachtungsmöglichkeiten deutlich: Ab April wird es drei Baumzelte geben, in denen je drei bis vier Personen übernachten können.

Florian Friedrich ist zwar erst 25, Erfahrungen hat er dennoch schon gesammelt. Schon während des Tourismusmanagement-Studiums in Bielefeld arbeitete er fast ein Jahr in einem Hotel auf Fuerteventura, anschließend in Hotels an der Ostsee und als Assistent der Geschäftsführung an der Sommerrodelbahn. Ab Anfang 2018 war Friedrich als Springer in der Leitung mehrerer hessischer Jugendherbergen im Einsatz.

Erlebnispädagogik und Teamtrainings im Vordergrund

Doch sein Ziel war es, in der Hohen Fahrt zu arbeiten, wie er sagt. Er ist zwar in Bad Driburg aufgewachsen, hat seine Wurzeln jedoch in Waldeck-Frankenberg: Sein Vater kommt aus Korbach, seine Mutter aus Marienhagen, er selbst hat immer die Ferien in der Region verbracht.

Ursula und Wolfgang Schröder haben die Region gerade wieder verlassen. Nach 29 Jahren, in denen sie die Hohe Fahrt leiteten und dort lebten, ist das Paar zurück in die Heimat Paderborn gegangen. Ein Abschied, der nach der langen Zeit auch schwer falle, sagt Ursula Schröder.

Nach 29 Jahren haben Ursula und Wolfgang Schröder als Herbergseltern in Asel aufgehört.

Viel verändert habe sich in den vergangenen Jahrzehnten, berichtet sie. „Heute sind nicht mehr nur das Haus und die Verpflegung wichtig, sondern auch die Programme.“ Vor allem Erlebnispädagogik und Teamtrainings würden gut ankommen. Ein Vorteil sei dabei das große Außengelände. Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck verlassen die 60-Jährige und 63-jähriger Mann Asel. Beide freuen sich jetzt erst einmal auf freie Feiertage. Seit Jahren hätten sie nicht mehr frei gehabt an Ostern oder Pfingsten. Für Florian Friedrich geht es ab April richtig los, dann startet die Saison. Unterstützt wird er von rund 20 Mitarbeitern, mit denen man durch dick und dünn gehen könne, sagt Schröder. Ohne gutes Team sei eine Herbergsleitung nichts.

Das Ziel sind 28.000 Übernachtungen

Die Auslastung sei in den letzten zwei Jahren gesunken, sagt Ursula Schröder. Gut 23 000 Übernachtungen habe es 2018 gegeben, in diesem Jahr werden es rund 25 000 sein, sagt Florian Friedrich. Denn schon jetzt gebe es viele Buchungen. Gesteigert werden soll die Zahl langfristig auf 28 000.

Kürzer geworden sei die Verweildauer, sagt Schröder. „Früher blieben Gruppen auch mal drei Wochen.“ Das gebe es nicht mehr. Auch bei den Zielgruppen hat sich manches getan: Noch immer kommen viele Schulklassen, dafür weniger Vereine. Auch Urlaube von großen Familiengruppen gebe es öfter, zudem Wanderer.

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