Gute Bilanz für Saison 2019 - Neues Konzept: Mehr Natur, mehr Pädagogik

Jugendherberge Hohe Fahrt: Erstmals mehr als 28 000 Übernachtungen 

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Raus in die Natur ist das Motto von Anja Erx leben. Die Natur- und Erlebnispädagogin ist neu im Team von Florian Friedrich, Leiter der Jugendherberge Hohe Fahrt, und bietet unter anderem Kanufahren für Gäste an. 

Vöhl-Asel – Langfristig sollten die Übernachtungszahlen auf rund 28 000 pro Saison steigen, hatte sich Florian Friedrich im Frühjahr vorgenommen. Damals hatte er die Leitung der Jugendherberge Hohe Fahrt in Asel übernommen. Nun hat er das Ziel bereits erreicht.

Mehr als 28 300 Übernachtungen gab es 2019.

„Wir hätten nicht gedacht, dass wir das so schnell schaffen“, sagt Friedrich. In den vergangenen vier Jahren waren die Zahlen noch gesunken, 2018 gab es gut 23 000 Übernachtungen. Nicht nur der Trend zu mehr (Kurz-)Urlauben in Deutschland sorgte nun für ein Plus. Auch die neue Ausrichtung brachte bereits mehr Gäste.

Natur in Verbindung mit pädagogischen Konzepten wird seit einigen Monaten stärker in den Fokus gerückt. Erstmals gibt es jetzt auch mit Anja Erxleben eine Natur- und Erlebnispädagogin im Team, die zudem Naturparkführerin ist. Bislang hat die Herberge für Programme auf externe Partner zurückgegriffen. Doch die Nachfrage vor allem nach pädagogischen Angeboten wachse stets, so Florian Friedrich.

Im Juni gab es erstmals ein Sommerfest an der Jugendherberge.

Alles, was sich draußen abspielt, sind die Schwerpunkte von Erxleben. (Nacht-)Wanderungen und erstmals seit Jahren wieder Kanufahren standen in diesem Sommer hauptsächlich auf dem Programm, hinzu kommen ab dem nächsten Jahr dann beispielsweise Spurenlesen, Outdoor- und Wildnistage. Dabei sollen die jungen Teilnehmer zum einen lernen, mit so wenig wie möglich im Wald auszukommen und diesen mit allen Sinnen wahrzunehmen, zum anderen sollen sie Grundlegendes erlernen. Wie macht man ein Feuer im Freien? Wo sucht man im Wald Schutz vor einem Gewitter? Welche Bäume stehen überhaupt in unseren Wäldern? Und weil sich die Kinder und Jugendlichen tatsächlich auf das Abenteuer Wald einlassen sollen, sind Handys bei diesen Ausflügen tabu.

Ab dem Frühjahr wird es auch Fahrräder geben, die die Gäste ausleihen können. Eines der künftigen Ziele ist es denn auch, vom ADFC als „Bett und Bike“-Betrieb ausgezeichnet zu werden. Schließlich führe ein Radweg direkt an der Herberge entlang. „Wir wollen die Chancen, die wir haben, besser nutzen“, sagt der Herbergsleiter. Ausgebaut wird das Angebot an Baumzelten. Mit einem ging es im Frühjahr los, drei sind bislang in den Bäumen angebracht und fünf gibt es ab der nächsten Saison.

Ziel ist das Zertifikat Umwelthaus

Auch das Zertifikat Umwelthaus soll die größte Jugendherberge in Nordhessen bekommen. Strom sparende LED-Lichter gibt es unter anderem bereits im Speisesaal, jetzt sollen die anderen Räume folgen. Ebenso wird daran gearbeitet, weniger Müll zu produzieren. Ein weiterer Umweltaspekt: Viele Lebensmittel werden direkt aus der Region bezogen.

Ab Ende November ist Winterpause in der Jugendherberge, dann stehen einige Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten an. In die neue Saison startet die Hohe Fahrt dann mit mehr Personal – bis zu 27 Mitarbeiter in unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen sollen es werden – und mit einem neuen mittelfristigen Ziel: 30 000 Übernachtungen pro Saison.

Florian Friedrich hatte im Frühjahr als jüngster Herbergsvater Hessens die Leitung des Hauses in Asel übernommen. 

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