Bald Natur- und Erlebnispädagogik am Ufer des Edersees? 

Pläne für Jugendzeltplatz: Vom Waldcafé zur Erlebnisstätte

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Das Jugend- und Naturcamp Am Hochstein könnte zu einer Erlebnisstätte mit Schwerpunkt Natur- und Erlebnispädagogik werden.

Vöhl-Herzhausen – Mehr als 3700 Menschen haben eine Petition zum Erhalt des Waldcafés bei Herzhausen unterschrieben. Die Unterschriftenliste wollen die Initiatoren an den Landrat übergeben. Daneben ist auch ein neues Nutzungskonzept entstanden.

Aus dem Jugendzeltplatz könnte die „Erlebnisstätte Edersee“ werden. „An der Biegung des Flusses“ nennen die Ideengeber das Areal, auf dem sich das Jugend- und Naturcamp samt Waldcafé befindet. Bieten wollen Martin Kerste, der einige Jahre Betreiber des Cafés war, sein Sohn Dr. Ben Kerste und Werbefachfrau Yvonne Kappelmann dort ein Camp mit Schwerpunkt Natur- und Erlebnispädagogik, zusammen mit Kooperationspartnern. „Wir wollen mehr als Camping anbieten.“

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Einzelpersonen, Familien oder größere Gruppen soll es „An der Biegung des Flusses“ Angebote geben, die naturnah sein sollen und Kreativität, Gemeinschaft und Natur in den Fokus nehmen. Zusammen mit Kooperationspartnern soll es beispielsweise Wildkräuterführungen geben, Ausflüge in die Natur mit Natur- und Erlebnispädagogen, zudem Naturschutz-Seminare, ökologisches Kochen mit regionalen Zutaten, Yogakurse, outdoorpädagogische Workshops und vieles mehr. Mehrere Pädagogen und ein landwirtschaftlicher Betrieb haben bereits schriftlich erklärt, mit dem Kernteam zusammenarbeiten zu wollen. Weitere Partner zur Umsetzung der Ideen werden noch gesucht.

"Marktlücke" am Edersee schließen

So soll „An der Biegung des Flusses“ ein „naturnaher, kultureller Wohlfühlraum“ werden, besagt das Konzept. Die Initiatoren wollen damit eine „Marktlücke“ schließen, aber nicht in Konkurrenz treten zu anderen Freizeit- und Übernachtungsmöglichkeiten am Edersee. „Vielmehr verstehen wir uns als einen innovativen, bereichernden Baustein des lokalen Tourismus- und Kulturangebots“, schreiben Kerste und Kappelmann im Konzept. Sie setzen auf die Nähe zur Natur, authentisches Erleben und ein Abschalten vom Alltag. Das auch ganz praktisch: Ganz bewusst haben sie sich gegen W-LAN entschieden.

Martin Kerste (links) und Andy Gheorghiu haben sich für den Erhalt des Waldcafes stark gemacht

Die Verpflegung kann entweder durch Mitgebrachtes erfolgen, angeboten werden soll aber auch Catering mit regionalen Produkten. In der Küche könnten beispielsweise Senioren aus der Region stehen, sagt Kerste, der die Petition zum Erhalt des Waldcafés angestoßen hatte.

Wohnen sollen die Besucher entweder in Tipis, die in einem Teil des Camps entstehen sollen, in umgebauten Bauwagen und Booten, Mini-Holzhäusern oder in Zelten. Entstehen soll, so die Idee, die Infrastruktur weitgehend in Eigenregie und in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben. 95 100 Euro soll der Aufbau der Infrastruktur kosten, haben Martin Kerste und Yvonne Kappelmann ausgerechnet. Finanziert werden soll das durch private Investitionen, aber auch durch Fördergelder aus dem Leader-Programm. „Wir sind förderfähig“, sagt Kerste. 2021 könnte die Erlebnisstätte ihren Betrieb aufnehmen, betrieben entweder durch eine Unternehmergesellschaft oder einen Verein.

Hohe Qualität für Bürgermeister im Fokus

Die Gemeinde Vöhl ist nicht mehr Eigentümerin des Jugendzeltplatzes, dennoch ist Bürgermeister Matthias Stappert wichtig, das Angebot direkt am Edersee zu erhalten und das mit hoher Qualität, wie er betont. Der Landkreis, dem das Camp seit gut einem Jahr gehört, hat auf WLZ-Nachfrage eine baldige Stellungnahme zum Konzept angekündigt.

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