VW Typ 181

Kantiges Kultauto: Kübelwagen-Fans treffen sich in Herzhausen

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Echte Fans des Kübelwagens: (von links) Marcus Ebert (53) aus Düsseldorf und Bernd Nellesen (60) aus Duisburg beim Treffen auf dem Campingplatz Teichmann in Herzhausen.

Vöhl-Herzhausen - Quadratisch, praktisch, gut: Der Kübelwagen von Volkswagen wird 50. Das feiern Fans des VW Typ 181 auf dem Campingplatz Teichmann in Herzhausen. Am Samstag um 14 Uhr startet eine Ausfahrt durch den Landkreis, am Sonntag reisen die Kübel-Fans wieder ab.

215 Kübelwagen waren beim letzten Großtreffen vor zehn Jahren dabei, an diesem Wochenende wollen die Fans des VW Typ 181 den Weltrekord auf dem Campingplatz Teichmann knacken.

„Das toppen wir diesmal“, ist sich Christian Dethlefs aus Büsum (Schleswig-Holstein) sicher. Gemeinsam mit seiner Frau Birgit organisiert er das dreitägige Treffen. Die Chancen für einen erneuten Eintrag ins Guinness-Buch stehen am Freitagmorgen gut: Ein VW Typ 181 nach dem nächsten tuckert auf dem Campingplatz Teichmann ein. Auch Gäste aus den USA, Mexiko und China haben sich in die Anmeldeliste eingetragen – allerdings ohne den eigenen „Kübel“.

Der Campingplatz in Herzhausen liegt strategisch günstig: In der Mitte Deutschlands. „Die meisten wollen mit ihrem Kübel nicht mehr als 500 Kilometer fahren“, erklärt Dethlefs. Kein Wunder: Das robuste Fahrzeug mit Käfer-Technik unter der Karosserie ist ein Auto für Entschleunigte: Bei maximal 120 Stundenkilometern ist Schluss, ohnehin wagen sich nur die wenigsten Fahrer mit ihrem „Kübel“ in den dreistelligen Bereich.

Bundeswehr und THW nutzten den Kübelwagen

Ursprünglich nutzten Bundeswehr und Technisches Hilfswerk das robuste Fahrzeug. Mit einem Grundpreis von 8500 D-Mark gehörte er in den 1970ern zu den billigeren Spaßfahrzeugen und hatte gerade in den USA eine riesige Fan-Gemeinde. „The Thing“, wie in Amerika alle den VW 181 nannten, entwickelte sich zum Kult-Auto der Hippies und Beachboys.

Aber auch in Deutschland hat der Kübelwagen viele Fans. Für Simone Kamin aus Bad Zwischenahn war es allerdings erst Liebe auf den zweiten Blick: „Als mein Bruder einen Kübel mit nach Hause brachte, dachte ich nur: Was ist das denn für ein hässliches Auto“, lacht die 47-Jährige. Erst nach der ersten Spritztour mit dem wohl günstigsten Cabrio aus dem Hause Volkswagen war sie infiziert. Seit mehr als zehn Jahren hat sie ihren eigenen VW 181. „Ich kann ihn mir heute gar nicht mehr wegdenken.“

Das Kübel-Feeling: Fahren mit Fliegen zwischen den Zähnen

Die neueste Errungenschaft von Andreas Wetzel aus Karlsruhe ist erst am 10. Juli zugelassen: Der Motor sieht aus wie frisch aus der Fabrik, die Ledersitze glänzen. „Ich habe alles selbst restauriert, inklusive Lackierung, Sitzbezüge, Achse und Antriebswelle“, sagt der 50-Jährige. Vor 20 Jahren hat ihn das Kübel-Fieber gepackt.

Auch Marcus Ebert aus Düsseldorf schätzt das robuste Auto: „Der Kübel ist geländegängig und schwer kaputt zu kriegen, er kann ein paar Manöver, die man mit einem Landrover nicht hinbekommt“, sagt der 53-Jährige. Die eigentlich Faszination des VW Typ 181 macht für die Fans aber das Gefühl der Freiheit aus, das sonst nur Motorradfahrer haben: „Wer das Gefühl haben will, mit Fliegen zwischen den Zähnen zu fahren, klappt bei offenem Verdeck die Frontscheibe um“, sagt Nina Kamper (48) aus Düsseldorf.

Fotos: Kübel-Treffen in Herzhausen

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