Vöhl vor der Bürgermeisterwahl - Auf Tour mit den Kandidaten

Karsten Kalhöfer will den Tourismus stärker in den Blick nehmen

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Kandidat Karsten Kalhöfer (rechts) im Gespräch mit Ernst-Rudolf Müller, dem Betreiber des Campingplatzes Teichmann bei Herzhausen. 

Herzhausen – Nur noch wenige Tage, dann fällt die Entscheidung, wer nächster Bürgermeister in Vöhl wird. Bis Sonntag sind die beiden Kandidaten ständig unterwegs. Wir haben sie bei einem Wahlkampftermin begleitet. Heute: Karsten Kalhöfer.

Wie groß die Wertschöpfung durch den Tourismus ist, sei vielen noch gar nicht bewusst, sagt Karsten Kalhöfer. Wer die Edersee-Region besucht, geht essen und einkaufen, tankt und nutzt die Freizeitangebote, die Betriebe vor Ort bekommen Aufträge, beispielsweise für Ferienhäuser. Karsten Kalhöfer ist der Tourismus wichtig, deshalb besucht er während seines Wahlkampfs auch einige Pensionen, Campingplätze und Gastro-Betriebe.

An diesem Tag trifft er sich mit Ernst-Rudolf Müller, Chef des Campingplatzes Teichmann bei Herzhausen. Der berichtet bei Kaffee und Keksen davon, dass er künftig am liebsten 150 statt 100 Betten anbieten und ein Solarfeld errichten möchte, um den Großteil des benötigten Stroms selbst herzustellen.

„Die spannende Frage ist: Was kann der Bürgermeister tun“, sagt Kalhöfer. Den künftigen Rathauschef sieht er in der Rolle des Unterstützers und Vermittlers. Bei den Zuschüssen gehe mehr, ist er sicher. Schon beim WLZ-Wahlforum hatte Kalhöfer vorgeschlagen, dass im Rathaus künftig ein Mitarbeiter nach Fördermöglichkeiten für Vereine, die Gemeinde, aber auch für Gewerbetreibende suchen solle. „Ob dafür eigens jemand eingestellt werden müsste, sei dahingestellt“, sagt der 46-Jährige. Möglicherweise könnte eine solche Person auch für mehrere Kommunen arbeiten.

Online-Vermarktung wichtiger Aspekt

Fakt ist für den Kandidaten: Für den wichtigen Wirtschaftszweig des Tourismus muss mehr gemacht werden. So fehlen Karsten Kalhöfer Anlaufpunkte rund um den Edersee. „Wo geht man als Besucher beispielsweise hin, wenn man aus dem Nationalparkzentrum kommt“, fragt er. Nachholbedarf sieht er auch beim Radwegenetz in der Gemeinde Vöhl, ebenso könnte man, so schlägt er vor, sämtliche Gastro-Betriebe im Internet noch besser präsentieren und vernetzen. Müller nickt. Aus Sicht des Campingplatz-Betreibers ist die digitale Vermarktung das A und O. „Man muss online sichtbar sein“, betont er.

Mit Ernst-Rudolf Müller dreht Kalhöfer schließlich eine Runde über den Campingplatz, lässt sich den Trend zu größeren Plätzen erläutern und neue Mobilheime zeigen, die als Appartements genutzt werden, hört zu und stellt immer wieder Fragen. Wie läuft es in der Nebensaison? Wie viele Arbeitsplätze gibt es? Was hält er von einer Tourismusabgabe? Auch berichtet der 46-Jährige von den Gesprächen mit anderen Gewerbetreibenden in der Gemeinde, bringt deren Ideen und Vorschläge ins Spiel, bespricht mit Müller aber auch eigene Vorhaben.

Auch in den nächsten Tagen wird Karsten Kalhöfer noch auf Tour sein, um unter anderem mit Menschen aus dem Tourismus-Bereich zu sprechen – und noch mehr Anregungen zu sammeln.

Beim Bürgermeisterwahlforum der WLZ stellte sich auch Karsten Kalhöfer den Fragen der Bürger, hier gibt es sein Portrait.

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