Neuer Rathauschef in Vöhl ab 1. Dezember

Bürgermeister: Kalhöfer ins Amt eingeführt, Stappert verabschiedet

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Karsten Kalhöfer (rechts) ist ab 1. Dezember neuer Bürgermeister von Vöhl. Er löst Matthias Stappert (Mitte) ab. Links Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Gemeindeparlaments.

Vöhl – Am 1. Dezember tritt Karsten Kalhöfer sein Amt als neuer Bürgermeister von Vöhl an, am Montag wurde er offiziell ins Amt eingeführt. Noch-Bürgermeister Matthias Stappert wurde verabschiedet.

„Das ist ein besonderer Abend für mich und das Ende einer langen Kette von Ereignissen“, sagte Karsten Kalhöfer, nachdem er seinen Amtseid geleistet und die Ernennungsurkunde entgegen genommen hatte. Viel gelernt habe er in den vergangenen Wochen und Monaten und trotz schwieriger Rahmenbedingungen sei er positiv gestimmt, so Kalhöfer. „Es wird möglich sein, Vöhl in eine gute Zukunft zu führen.“

Es habe Momente des Zweifelns gegeben, „aber ich wollte, will und werde Bürgermeister sein“. Er freue sich auf die Zusammenarbeit, sagte er nicht nur an die Mitglieder der Gemeindevertretung gewandt. Gemeinsam mit allen wolle er Zukunft gestalten, allein sei das nicht möglich. Er werbe bei allen Bürgern fürs Mitmachen, „ich reiche Ihnen meine Hand für eine gute Zusammenarbeit“.

"Ich werde alle Kraft aufwenden"

Dabei seien „parteipolitische Zwänge fehl am Platz“, betonte er. Gute Ideen dürfe man nicht ablehnen, nur weil sie nicht ins Parteiprogramm passten. „Das Wohl der Menschen steht im Fokus – das sind wir den Bürgern schuldig.“ Er wolle gute Diskussionen, faire Auseinandersetzungen, an deren Ende Lösungen stehen, die Vöhl voran bringen. Versprechungen, die er nicht halten können, werde er nicht machen, sagte Kalhöfer. „Aber ich werde alle Kraft aufwenden, damit Vöhl lebens- und liebenswert bleibt.“ Für seine Rede bekam er von weit mehr als 100 Zuhörern in der Henkelhalle stehende Ovationen. Die Bürgermeisterwahl im Mai hatte Kalhöfer deutlich für sich entschieden. 

Auf Antrag von CDU, SPD und FDP wurde an den noch amtierenden Bürgermeister die Ehrenmedaille der Gemeinde verliehen. Der zeigte sich überrascht von der Auszeichnung. Sie zeige aber auch, „dass ich letztlich einen recht ordentlichen Job gemacht habe“. Auf einen großen Abschied habe er bewusst verzichtet, daher gebe es nur die Verabschiedung im Rahmen einer Sitzung des Gemeindeparlaments.

Appell des Amtsinhabers

Als er sein Amt vor sechs Jahren angetreten habe, sei der Haushalt instabil und die Verschuldung hoch gewesen, die Haushaltssanierung habe „länger gedauert als gedacht“. Er wisse, dass er sich mit der Schließung von Einrichtungen und der Anhebung von Steuern und Gebühren nicht nur Freunde gemacht habe. „Wer führen will und muss, darf unangenehme Maßnahmen nicht scheuen.“ Nun ist die Finanzlage deutlich besser. Gelungen sei zudem der Erhalt aller Dorfgemeinschaftshäuser, die Kindergärten seien gut aufgestellt und die Ausstattung der 14 Feuerwehren deutlich besser. Stappert appellierte, auch in Zukunft Gewerbe anzusiedeln und die Nationalpark-Erweiterung als Chance zu sehen.

Blumen für die Ehefrauen: Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender der Gemeindevertretung (von links), mit Matthias Stappert und Ehefrau Birgit, Melanie und Karsten Kalhöfer. 

Mit „Hingabe, Loyalität und Zurücknahme der eigenen Person“ habe er sein Amt ausgeübt. „Kurzweilig, spannend und fordernd“ seien die vergangenen sechs Jahre gewesen, es habe schöne Momente gegeben – aber nicht nur. Dass die Gründe, aus denen er nicht mehr antrete, nicht nur subjektiv waren, sei ihm mehrfach bestätigt worden. „Ohne Groll auf Negatives“ gehe er nun in den Ruhestand. Seinem Nachfolger wünschte er „eine gute Hand auch in schweren Zeiten“. Zum Schluss sagte er: „Leben Sie wohl, ich melde mich ab.“

Das wurde gesagt

„Wir haben viel debattiert und gestritten – aber immer an der Sache orientiert. Vor sechs Jahren war ich Ihr Gegenkandidat, da ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht selbstverständlich.“ (SPD-Fraktionschef Volker König über Matthias Stappert.)

„Der neue Bürgermeister wird nun ein ganz anderes Leben haben. Doch dieser Job ist einer der besten, die es gibt.“ (SPD-Bundestagsabgeordneter Edgar Franke zu Karsten Kalhöfer.)

„Danke für den angenehmen Umgang und deine stets konstruktive Haltung. Ich bin traurig, dass du in den Ruhestand verschwindest.“ (Manfred Bauer, Chef des Nationalparkamts, zu Matthias Stappert.)

„Du hast die Fähigkeit, in kritischen Situationen gelassen zu bleiben und dabei auch deinen Humor nicht zu verlieren.“ (Amtsgerichtsdirektor Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling, derzeit noch Chef von Karsten Kalhöfer.)

„Danke für eine solide und verlässliche Partnerschaft, für eine offene, direkte und vertrauens- und humorvolle Zusammenarbeit. Du hast die Latte für deinen Nachfolger hoch gelegt.“ (Jan Friedrich Eisenberg, Pfarrer der ev. Gemeinde Vöhl.)

„Ihre Kompetenz, eine starke Persönlichkeit und ein besonderer Einsatzwille haben uns von Anfang an überzeugt und das ist bis heute so.“ (CDU-Fraktionsvorsitzender Gertmann Sude zu Matthias Stappert. Zum Abschied hatte er Weinflaschen mit dessen Foto mitgebracht.)

„Du hast mit voller Kraft auf vielen Ebenen gearbeitet. Das Prädikat Nationalparkstadt und -gemeinde haben wir auch dir zu verdanken.“ (Björn Brede, Bürgermeister von Frankenau, über Matthias Stappert.)

„Bürgermeister-Verabschiedungen haben immer etwas von einer Beerdigung: Die einen sind traurig, andere froh.“ (Matthias Stappert über seinen Abschied.)

„Meine Familie hat mir den Rücken gestärkt und mich motiviert.“ (Karsten Kalhöfer über seine Frau und Kinder.)

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