Kiefern müssen aus Sicherheitsgründen an Bundesstraße 252 weichen

Vöhl-Herzhausen. Auf knapp drei Hektar in und bei Herzhausen müssen derzeit etliche Kiefern weichen. Ein Pilz sorgt dafür, dass die Bäume absterben. Weil die Kiefern direkt an der Bundesstraße 252 stehen, müssen sie weg – um Fußgänger und Fahrzeugverkehr nicht durch Äste zu gefährden, die herabfallen könnten.

 Diplodia pinea heißt der Pilz, der grundsätzlich in jeder Kiefer steckt. Schaden kann er den Bäumen nicht – zumindest unter guten Bedingungen. Weil viele Kiefern bei Herzhausen aber aufgrund von viel Sonne und wenig Regen geschwächt und gestresst sind, hat sich Diplodia pinea in einen Parasiten umgewandelt.

„Die ersten Schäden haben sich bereits im Winter 2016/2017 gezeigt“, berichtet Revierleiterin Maria-Rita Norkowski von Hessen-Forst. Deutlich zu erkennen ist die Schädigung an Nadeln, die nicht mehr grün, sondern braun sind. „Der Pilz setzt an den Knospen oder der Nadelbasis an und bringt sie zum Absterben.“ Neue Knospen könnten sich deshalb nicht ausbilden.

Spezielle Ausbildung

In der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen wurden Proben der Kiefern untersucht, berichtet Raimund Weber vom Forstamt. Von dort kam die Bestätigung, dass der Pilz die Bäume absterben lässt. Wird nicht schnell genug reagiert, nachdem sich der Pilz gewandelt hat und Bäume schädigt, können auch Folgeschäden entstehen, berichtet die Revierleiterin. Beispielsweise könne dann ein Borkenkäferbefall auftreten.

Eine Firma aus Willingen – mit speziell ausgebildeten Mitarbeitern und geeigneten Fahrzeugen für die Hanglagen – wurde engagiert. Seit Anfang vergangener Woche wird in der Ortsmitte, gegenüber der Tankstelle Lohof, und auf einem Teilstück zwischen dem Ortsausgang und dem Nationalparkzentrum gearbeitet. Aus Sicherheitsgründen wird während der Arbeiten der Verkehr an der Bundesstraße durch Ampeln geregelt.

 

Andere Flächen betroffen

Bevor die Bäume umgelegt werden, werden sie mit Hilfe eines Seilkranschleppers mit Seilen festgebunden. So können sie nicht in Richtung Straße kippen nach dem Fällen. Und damit die kranken Exemplare der Straße und Tausenden Autos, Fußgängern und Radfahrern generell nicht zu nahe kommen, müssen sie weg. „Für uns ist das ein Spagat zwischen Naturschutz und dem Schutz der Bevölkerung“, sagt Raimund Weber. Zusammen mit Hessen Mobil habe man sich aus Sicherheitsgründen schließlich für das Fällen entschieden. Bis Mitte oder Ende der Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

 

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