Verein Kitzretter in Waldeck-Frankenberg sucht weitere Helfer

Sie wollen möglichst vielen Rehkitzen das Leben retten

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Licht- und Tonsignale gibt ein Vergrämungsgerät von sich, wie es Stefanie Walter zeigt. Mit Constanze Schöttler (links) ist sie aktiv bei den Kitzrettern, die von Matthias Eckel, Geschäftsführer des Frankenberger Bauernverbands, unterstützt werden. 

Waldeck-Frankenberg – Jedes Jahr sterben Rehkitze bei der Mahd, weil sie in die großen Mähwerke geraten. Das will der Verein Kitzretter verhindern, der sich 2017 gegründet hat.

Ab sofort sind wieder Ehrenamtliche im Einsatz, um Kitze von den Feldern fern zu halten. Gesucht werden dafür dringend weitere Helfer.

Unregelmäßige Licht- und Tonsignale geben die Vergrämungsgeräte von sich, sind sie erst einmal eingeschaltet. Das verunsichere die Ricke, die deshalb ihren Nachwuchs aus den Feldern hole, sagt Constanze Schöttler, Vorsitzende und Gründerin der Kitzretter.

Im vergangenen Jahr ist der Verein mit 100 solcher Geräte gestartet, die von ehrenamtlichen Helfern angebracht werden. In diesem Jahr stehen – dank vieler Spenden – 150 Vergrämungsgeräte zur Verfügung. Pro Hektar Fläche sei etwa ein Gerät nötig, erklärt Schöttler. Das sei aber auch abhängig von Form und Topografie des Geländes. In manchen Fällen kommt sogar eine Drohne zum Einsatz, die nach den Jungtieren Ausschau hält.

Große Nachfrage der Landwirte

Fast 20 000 Euro haben die Anschaffung des Fluggeräts und der Vergrämer gekostet, alles getragen durch Spender, sagt Schöttler. Weitere 100 Vergrämungsgeräte will der Verein anschaffen, daher hoffen die Tierretter auf weitere Spenden. Etwas mehr als 100 Euro kostet ein solches Gerät samt Ladegerät.

Nötig sei die Anschaffung nicht nur, weil Waldeck-Frankenberg der größte und grünste Landkreis Hessens sei, sondern auch „weil wir vergangenes Jahr komplett überrannt wurden“, sagt Schöttler. Die Nachfrage der Landwirte sei sehr groß gewesen.

Rehkitze will der Verein retten. 

Über eine Software würden die Felder angeschaut und die nötige Anzahl an Vergrämungsgeräten berechnet, die die Freiwilligen dann anbringen und das möglichst kurz vor der Mahd. „Wären die Geräte eine Woche dort, würde ein Gewöhnungseffekt eintreten“, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Frankenberg, der das Anliegen des Vereins ebenso unterstützt wie der Waldecker Kreisbauernverband. Maximal zwei Tage vor der Mahd dürften die Geräte angebracht werden, besser sei es noch, dies am Vorabend zu machen.

Und diese Aufgabe übernehmen viele Freiwillige. Sie durchlaufen aber auch, in dichten Reihen, die Gebiete, die gemäht werden sollen, wenn das nötig ist. Gesucht werden deshalb noch zahlreiche Unterstützer, die dabei mithelfen, die Geräte anzubringen und die Felder abzusuchen, die aber auch Organisation übernehmen, sagt Stefanie Walter.

Infos für Interessierte am Sonntag

1600 Hektar haben sie gemeinsam geschafft im vergangenen Jahr, dieses Jahr sollen es deutlich mehr werden. Jetzt beginnt die Mahd langsam, bis Ende Juni, schätzt Matthias Eckel, werde die größte Gefahr für die Tiere gebannt sein.

In direkten Kontakt treten die Helfer dabei aber nicht mit den Kitzen, sagt Constanze Schöttler. „Wir wollen alles so natürlich wie möglich halten.“ Und würden die Tiere den menschlichen Geruch annehmen, würden sie verstoßen werden, erklärt sie.

Termine: Bei einer „Grünen Tour“ am Sonntag, 28. April, informieren die Kitzretter über ihre Arbeit. Um 11 Uhr sind sie am Rewe-Parkplatz in Usseln, um 12.30 Uhr in Meineringhausen am Parkplatz an der Feldscheune an der B 251, ab 14.30 Uhr in Mengeringhausen am Parkplatz vom „4 Pfotenland“ an der Hagenstraße, ab 16.30 Uhr in Marienhagen am Sportplatz und ebenfalls um 16.30 Uhr an der Unteren Butzmühle zwischen Schreufa und Sachsenberg.

Info: Kitzretter e.V. ist auf Spenden angewiesen, um davon weitere Vergrämungsgeräte kaufen zu können. Wer das Anliegen unterstützen möchte, kann Spenden leisten an Kitzretter e.V., IBAN DE17 5235 0005 0000 1042 40 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. Weitere Infos und Kontakt: diekitzretter.de.

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