Fraktionen erarbeiten gemeinsamen Beschlussvorschlag

Kläranlage bei Asel: Alternativen für einen Neubau gesucht

Kläranlage bei Asel.
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Was passiert mit der Kläranlage bei Asel? Ein Neubau ist nicht ausgeschlossen, doch auch eine Leitung zu benachbarten Kläranlagen könnte eine Möglichkeit sein.

Von 4,5 Millionen auf 6,5 Millionen Euro – die erste offizielle Kostenschätzung für den Neubau der Kläranlage bei Asel überstieg die grobe Kalkulation im Vorfeld bei Weitem.

Vöhl – Verantwortlich dafür war das Verbands-Energie-Werk (VEW), eine Schwestergesellschaft der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Der Geschäftsführer beider Organisationen, Stefan Schaller, räumte bei einer Sitzung der Vöhler Ausschüsse im Februar ein, dass Fehler unterlaufen seien, die diese Kostensteigerung erklären, so steht es in der Vorlage zur Sitzung des Gemeindeparlaments.

Die Enttäuschung darüber war bei den Gemeindevertretern groß, die am vergangenen Montag in Form einer Videokonferenz tagten. Das Vertrauen sei verloren gegangen, die Zahlen hätten für Entsetzen gesorgt, lautete die Kritik. Wenig überraschend teilten die Vertreter mit, das „Preisschild“ in dieser Höhe nicht akzeptieren zu wollen.

Sie erarbeiteten deshalb einen gemeinsamen Beschlussvorschlag mit dem Ziel, Lösungen zu finden. Die Vöhl Abwasser GmbH, die in Zusammenarbeit mit der VEW entstand, bleibe allerdings vorerst bestehen.

Gertmann Sude, Fraktionschef der CDU, sagte zu dieser Entscheidung: „Es ist ein wichtiges und vor allem kostenträchtiges Projekt. Eine gute Beratung ist daher entscheidend.“ Nun sei es notwendig, dass auch andere Experten Vorschläge machten.

Dass man die Maßnahmen neu überdenken müsse, betonte auch Volker König, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Wir sind es den Bürgern schuldig, neue Lösungen zu finden, denn wir, die Vöhler, müssen dafür bezahlen.“

Heinrich Heidel, Fraktionschef der FDP, wies zudem darauf hin: „Wir müssen den Bürgern konkrete Zahlen liefern. Dafür ist es erforderlich, Geld in die Hand zu nehmen, mit dem Ziel, eine genaue Planung zu erreichen.“

Das bekräftigte auch Ulrich Müller von den Freien Wählern, der betonte, dass die Gesamtkosten einschätzbar sein müssen. Weiter teilte er mit: „Wir brauchen eine funktionelle Standardanlage ohne unnötige kostspielige Ausstattung.“ Der Fraktionsvorsitzende der FW, Hans-Joachim Dohl, ergänzte: „Eine Strategie und Konzepte sind notwendig. Dem Bau dieser Kläranlage oder einer anderen Lösung stimmen wir nur dann zu, wenn die Höhe der Kosten überschaubar ist.“

Der Beschlussvorschlag sieht nun vor, dass alle eingeleiteten Maßnahmen in der Vöhl Abwasser GmbH abgebrochen werden. Weiter wird der Gemeindevorstand beauftragt, die Planungen zum Bau einer Kläranlage oder anderer alternativer Lösungen (abgesehen eines Neubaus) aufzunehmen.

Diese Lösungen sollten jedoch laut der Grünen „neben der ökonomischen auch die ökologische Betrachtung hinsichtlich der Energieaufwendungen beinhalten“. Die Fraktionsvorsitzende Susanne Kubat betonte: „Für uns ist ganz wichtig, dass auch die ökologischen Ziele mit aufgenommen werden.“

CDU-Chef Sude machte dazu den Vorschlag, dass nicht nur in Bezug auf die Energieaufwendung ökologisch gehandelt werden solle, sondern plädierte für eine Ausweitung auf alle Bereiche. „Damit sind wir einverstanden“, so Susanne Kubat.

Auch die weiteren Fraktionen bestätigten, dieser Ausarbeitung zustimmen zu wollen. Die Abstimmung findet am kommenden Montag, 29. März, vor der Vöhler Henkelhalle statt. „Wir gehen zwei Schritte zurück, um dann drei nach vorne machen zu können“, bekräftigte Bürgermeister Karsten Kalhöfer. (sk)

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