Verdacht auf Schimmel, Abgase in der Einsatzkleidung

Mängel in Gerätehäusern: Prüfung steht dieses Jahr an

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Gerätehäuser unter der Lupe: Wie hier in Schmittlotheim gibt es in mehreren Feuerwehrstützpunkten Mängel. 

Vöhl. Die Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde Vöhl kommen – wie auch alle anderen Gerätehäuser in Hessen – in diesem Jahr auf den Prüfstand. Schon jetzt ist Bürgermeister Matthias Stappert bewusst, dass es Nachholbedarf gibt.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeinde schauen sich derzeit alle Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde an. Einige Mängel sind dabei – und durch den Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr – bereits zutage getreten. In Schmittlotheim und in Buchenberg beispielsweise besteht der Verdacht auf Schimmel in den Feuerwehrgerätehäusern. „Die Gebäude sind alt, die Kellergeschosse feucht und die Luft riecht muffig“, sagt Stappert. Ob die Probleme in Buchenberg und Schmittlotheim auf die Schnelle behoben werden können, ist noch nicht klar. Einschränken würde es die Arbeit der Feuerwehrleute aber nicht, sagt Mirco Bock, Wehrführer in Schmittlotheim.

Insgesamt gebe es in den Gerätehäusern mehr oder weniger die gleichen Mängel: Umkleiden und Fahrzeughalle sind nicht getrennt und es gibt keine separaten Sanitäranlagen für Frauen und Männer. Dass Einsatzkleidung und Fahrzeug nicht getrennt sind, sorge unter anderem dafür, dass Dieselabgase in die Kleidung zieht. „Die Kollegen schlüpfen dann in kontaminierte Einsatzkleidung“, sagt Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk. „Darum müssen wir uns in Zukunft kümmern,“ so Stappert.

Im Laufe des Jahres wird die Medical Airport Service GmbH aus Mörfelden im Auftrag des Landes die Inspektion der Gerätehäuser übernehmen. Anschließend müsse die Gemeinde mit einem Konzept ran, so der Bürgermeister. Ob Umbauarbeiten gegebenenfalls finanziell vom Land unterstützt werden, sei derzeit noch unklar. Zuletzt wurde im Jahr 2012 eine Inspektion gemacht.

Neues Fahrzeug für Wehr aus Vöhl

Die Ortsteilfeuerwehr Vöhl soll ein neues Fahrzeug bekommen. Das derzeit genutzte Löschgruppenfahrzeug, Baujahr 1991, weist immer wieder starke Rostschäden auf.

Schon 2005 wurde eine grundlegende Instandsetzung für gut 15 000 Euro durchgeführt. Insgesamt wurden seitdem gut 22 000 Euro für Reparaturen ausgegeben, sagte Bürgermeister Matthias Stappert bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montag. „Das ist ein Montagsauto“, stellte er fest.

Land zahlt Fahrgestell

Eigentlich sollte im Jahr 2019 ein neues Fahrzeug angeschafft werden. Beim Land wurde deshalb ein Förderantrag gestellt. Doch nun kam aus Wiesbaden das Angebot, bereits Mitte 2018 ein Fahrgestell für ein Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde steht nun unter Zugzwang: Ist das Fahrgestell gewollt, muss eine Zusage aus Vöhl bis Ende Januar kommen. Den feuerwehrtechnischen Aufbau muss die Gemeinde dann selbst anschaffen. Im Vorgriff auf den Haushalt 2018 sollen nun 63 000 Euro bereitgestellt werden: 50 000 für den Aufbau, 13 000 für eine Tragkraftspritze.

Gertmann Sude (CDU) signalisierte volle Unterstützung, schließlich gehe es um Menschenleben. Dass das aktuelle Fahrzeug noch ein bis zwei Jahre seinen Dienst tun würde, sagte Ulrich Müller (FWG). Technisch sei es noch in Ordnung, andernfalls hätte es keinen TÜV bekommen. Dass das Risiko aufgrund vorheriger Mängel zu groß sei, sagte Karsten Kalhöfer (SPD). Die Mehrheit stimmte der Anschaffung zu, nun muss noch die Gemeindevertretung Ende Januar endgültig darüber entscheiden.

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