Pilotfolge für neue Kochsendung mit Gitta Wittmer-Eigenbrodt aus Hof Lauterbach

Mit Sternekoch Ali Güngörmüs vor der Kamera

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Zur Begrüßung gab’s Schepperlinge: Bevor Gitta Wittmer-Eigenbrodt das Wildgericht kochte, das Ali Güngörmüs neu interpretieren musste, gab es selbst gemachte Schepperlinge. 

Hof Lauterbach. Unzählige Meter Kabel, zahlreiche helle Strahler, große Koffer und Taschen, schwere Kameras, viele Menschen: Im Haus der Familie Wittmer-Eigenbrodt in Hof Lauterbach herrscht hektisches Treiben. Der Hessische Rundfunk dreht dort die Pilotfolge einer neuen Kochsendung. Im Mittelpunkt: Sternekoch Ali Güngörmüs aus München – und Gitta Wittmer-Eigenbrodt.

Genüsslich kaut Ali Güngörmüs und lässt sich von Gitta Wittmer-Eigenbrodt erklären, was er da überhaupt isst. Schepperlinge kannte der Koch bisher nicht. „Sie schmecken aber sehr lecker“, sagt er. Die typischen Waldecker Ofenkuchen hatte die leidenschaftliche Hobbyköchin Wittmer-Eigenbrodt als Schmankerl zum Auftakt gemacht, stilecht zubereitet auf einem alten Ofen.

Am ersten Drehtag ist es die 50-Jährige, die ran muss. Ein Rehgulasch wird sie an diesem Tag zubereiten, garniert mit Knödeln und Apfelrotkohl. Von einem der beiden Kamerateams wird sie beim Zutatenschnippeln, anbraten und abschmecken begleitet, während Autorin Swantje Habermann vom Hessischen Rundfunk Fragen zum Gericht und zur Zubereitung stellt. Was auf den Tisch kommt, weiß Ali Güngörmüs zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Marie, Jakob und Lina Wittmer-Eigenbrodt halfen in der Küche aus.

Was er schon weiß: Er soll ein regionaltypisches Gericht auf seine Weise neu interpretieren. Spontan wird er entscheiden, wie er es schließlich zubereiten wird, erzählt er. „Was wir machen, ist aber kein Wettbewerb, es soll einfach Spaß machen“, sagt er.

Und das haben die Beteiligten. Nicht nur, wenn die Kamera läuft, verstehen sich der Profi und die Hobbyköchin blendend. Ganz locker plaudern die beiden, trinken zusammen einen selbst gebrannten Schnaps und fachsimpeln.

Für Swantje Habermann war klar, wer in der ersten Folge der neuen Kochshow mit dem Sternekoch vor der Kamera stehen sollte. Bei der Show „Lecker Hessen“ vor einigen Jahren war Gitta Wittmer-Eigenbrodt schon dabei, später auch beim „Bilderbogen“. „Ich habe mich an sie erinnert, weil ich sie damals wirklich toll fand“, sagt Habermann. „Sie war eine liebe und warmherzige Gastgeberin.“ Wittmer-Eigenbrodt wollte es bei diesen beiden Fernseherfahrungen eigentlich belassen, berichtet sie. Der tagelange Aufwand sei groß. Doch weil ihre Familie sie unterstützt und es eine gute Werbung für den Betrieb ist, willigte sie doch ein.

Dass sie dann ein Wildgericht kochen würde, war schnell klar. Die dreifache Mutter geht selbst jagen, ihr Mann Karl und die Kinder Marie, Jakob und Lina ebenso. „Wir essen gern Wild: Ob als Gulasch, Rote Wurst, Braten oder Steak.“ Es gebe nichts Besseres als Wild, es sei biologisch und fair. Ihre Kinder, so sagt Gitta Wittmer-Eigenbrodt, würden den Weg des Tieres, bis es auf den Tisch komme, genau kennen. Das sei wichtig heutzutage.

Gitta Wittmer-Eigenbrodt und Ali Güngörmüs

45 Minuten lang wird die noch namenlose Sendung am Ende sein. Gedreht wird dafür mehrere Tage und das parallel mit zwei Teams: Die Ankunft des Kochs am Korbacher Hauptbahnhof, eine Schnapsprobe, die Essenszubereitung in der Küche, der Teaser zur Sendung. Unter anderem wird auch in der Wildkammer des Arolser Schlosses und im Kleeblatt-Laden in Korbach gedreht, wo der Sternekoch einkauft.

Ob künftig weitere Folgen der Sendung entstehen werden, ist bislang noch nicht klar. Das hänge vom Interesse der Zuschauer ab, sagt Swantje Habermann. Kommt die Sendung gut an, werden Hobbyköche aus ganz Hessen regionaltypische Leckereien zubereiten, die dann ein Profikoch neu interpretiert.

Info: Zu sehen ist die Pilotfolge am Dienstag, 15. Januar, um 20.15 Uhr im Hessenfernsehen.

Nach oben gearbeitet

Der Sternekoch Ali Güngörmüs wurde 1976 in der Türkei geboren, in Pageou ist er aufgewachsen. Den Namen Pageou trägt auch sein Restaurant in München. In mehreren Restaurants war er Chef saucier, Chef de partie und Junior Sous Chef, bevor er Küchenchef in Münchner Restaurants wurde. Seit 2005 war er Inhaber und Küchenchef des „Le Canard Nouveau“ in Hamburg, 2014 eröffnete Ali Güngörmüs das Pageou in der bayrischen Hauptstadt. Er hat einen Michelin-Stern.

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