Kinder können wieder mit Linienverkehr zur Schule

Nach Ärger in Harbshausen: Schulbus fährt jetzt wieder

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Übernimmt den Busverkehr von und nach Harbshausen: BKW aus Bad Wildungen. 

Vöhl-Harbshausen. Mehr als ein Jahr lang hat Ulrike Eitner-Huber dafür gekämpft, dass wieder Schulbusse nach Harbshausen fahren – für ihre Enkelin Hannah und zwölf weitere Schulkinder. Sie wandte sich an den Landkreis und an Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), an Landtagsabgeordnete und Kreistagsmitglieder. Passiert war lange Zeit nichts. Nun plötzlich wurde der Vöhler Ortsteil an den Linienverkehr angebunden. Eitner-Huber freut sich drüber. Doch wie es zu der plötzlichen Lösung kam, weiß sie nicht.

Die Kinder aus Harbshausen und Asel-Süd kamen stets ohne Probleme zur Ederseeschule und wieder nach Hause, bis im Sommer 2017 die Fahrpläne geändert wurden und einige Busverbindungen jeden Tag wegfielen. Teilweise mussten die Mädchen und Jungen deshalb auf Nachmittagsangebote verzichten. Denn nicht alle Eltern oder Großeltern konnten regelmäßig mit dem Auto nach Herzhausen fahren, um die Kinder zu holen, und die Kosten für das Anruf-Sammel-Taxi (AST), das Schüler als Ausweichmöglichkeit nutzen können, werden nicht immer übernommen. Auf das Schülerticket Hessen hatten die Kinder keinen Anspruch – weil es keinen Linienverkehr auf der Strecke gibt.

Ulrike Eitner-Huber

Eine generelle tägliche Beförderung zu Schulbeginn und -ende, so hieß es beim Landkreis, sei nicht immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Mittels freigestelltem Schülerverkehr – einer Fahrgelegenheit abseits der Linienbusse, gestellt von einem Beförderungsunternehmen, das vom Schulträger beauftragt wurde – sind die Mädchen und Jungen zur Schule und zurückgekommen. Nun die plötzliche Wende: Harbshausen wird seit Kurzem vom Linienverkehr angefahren, und das regelmäßig. Die Kinder kommen jetzt wieder ohne Probleme zur Schule und zurück, sagt Ulrike Eitner-Huber.

Vertrag gekündigt

Die Großmutter von Hannah freut sich darüber. Doch wie es zur Kehrtwende kam, weiß sie nicht. Eine Information hat sie nicht bekommen, ihre Schwiegertochter ebenso wenig. Hannah hatte aus der Schule lediglich einen Brief mitgebracht, dass sich die Buspläne ändern.

Axel Voigt, Sprecher von EWF, sagt auf Nachfrage der WLZ, dass das bisherige Beförderungsunternehmen den freigestellten Schülerverkehr nicht mehr übernimmt und den Vertrag gekündigt hat. Das bestätigt Dr. Hartmut Wecker, Sprecher des Landkreises. Der Mitarbeiter des Beförderungsunternehmens, der stets die freigestellten Schülerfahrten übernommen hat, ist jetzt im Ruhestand.

Deshalb hat EWF die Touren jetzt ausweiten lassen, damit die (Klein-)Busse von BKW aus Bad Wildungen nun auch über Asel-Süd und Harbshausen fahren. „Die maximale Wartezeit liegt jetzt bei zehn Minuten und Hannah kann alle Angebote wahrnehmen“, sagt Michaela Huber, Mutter der neunjährigen Hannah. Und weil es jetzt einen Linienverkehr nach Herzhausen gibt, können die Eltern auch das Schülerticket Hessen bekommen.

„Es ist traurig, dass es ein Jahr gedauert hat“, sagt Ulrike Eitner-Huber rückblickend. Aber eine Rolle spiele das jetzt nicht mehr. „Hauptsache, die Kinder kommen jetzt zur Schule und wieder nach Hause“, sagt sie und bedankt sich auch bei Harbshausens Ortsvorsteher Axel Hoer, der sich stets für das Anliegen eingesetzt habe.

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