Auf 800 Quadratmetern Feuchtigkeit eingedrungen

Nationalparkzentrum: Zwangspause wegen Wasserschadens

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Dieses Becken in einem der Erlebnisräume ist übergelaufen. Wieso der Schutz versagt hat, ist ungewiss, sagt Manfred Bauer, Chef des Nationalpa rkamts. 

Herzhausen – Jahrelang hat der Überlaufschutz des Beckens funktioniert, Ende März gab er den Geist auf. Aus einem Becken im Nationalparkzentrum ist Wasser ausgetreten.

Wann die Ausstellung wieder öffnen kann, ist noch unklar.

Vier Erlebnisräume gibt es, durch die die Besucher schlendern können. Im dritten geht es um Quellen und Bäche, in der Mitte des Raums steht ein Becken mit Steinen, in dem stets Wasser sprudelt. Damit das nicht überläuft, gibt es eigenes einen Schutz, erklärt Manfred Bauer, Leiter des Nationalparkamts. Der habe nun auch gut elf Jahre funktioniert, sagt er.

Eine Nacht lang lief Wasser über

Wieso der Schutz am letzten März-Wochenende versagte, ist unklar. Und wahrscheinlich, so vermutet Bauer, lässt sich auch nicht mehr rekonstruieren, was den Fehler ausgelöst hat. Fest steht: Eine ganze Nacht lang lief Wasser über.

Der Koch des Gastraums hatte den Schaden am folgenden Morgen zuerst bemerkt, er war im Keller unterwegs und sah dort, dass Wasser an der Wand hinab lief. In der Ausstellung selbst, so wurde schnell festgestellt, hatte sich das Wasser auf gut 800 Quadratmetern über den Fußboden verteilt. Das Problem: Das Wasser drang auch in eine tiefer liegende Schicht ein und wurde von der Dämmung aufgesaugt. Und das trockne nicht von selbst, sagt Bauer.

In der Ausstellung können Besucher interaktiv den Nationalpark kennenlernen.

Nun stehen im gesamten Ausstellungsbereich des Nationalparkzentrums Apparate samt Schläuchen, die durch gebohrte Löcher zum einen warme Luft in den Fußboden blasen, zum anderen die Feuchtigkeit herausziehen und in Eimer befördern. Mitarbeiter der Firma, die die Geräte aufgestellt haben, kommen regelmäßig ins Nationalparkzentrum, um die Feuchtigkeit im Boden zu messen. Jeden zweiten Tag schütte der FÖJler gut 100 Liter Wasser aus.

Der Plan war, dass bis Ostern alles trocken ist und die Ausstellung wieder öffnen kann. Allerdings, sagt Manfred Bauer, ist unklar, ob das zu schaffen ist. Auch, weil Teile der Wände in den Erlebnisräumen nach der Trocknung noch ausgebessert werden müssen. Das Becken, das übergelaufen ist, werde wohl nicht so schnell wieder in Betrieb genommen. Dort müsse zunächst getestet werden, ob der Überlaufschutz wieder funktioniere.

Land Hessen muss für Schaden aufkommen

Glück im Unglück: Die neue Technik, die jetzt erst im Nationalparkzentrum verbaut wurde, ist durch das Wasser nicht beschädigt worden, bestätigt Bauer.

In der Ausstellung können Besucher auch (ausgestopften) Tieren ganz nah kommen.

Die Versicherung wird den entstandenen Schaden nicht bezahlen. Das Land Hessen werde dafür aufkommen müssen. Wie teuer alles werde, stehe noch nicht fest. Der Chef des Nationalparkamts rechnet mit mehreren Zehntausend Euro.

Aktuelle Infos zur Öffnung gibt es immer auf auf der Seite des Nationalparkzentrums. Das Restaurant im Nationalparkzentrum ist weiterhin geöffnet.

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