Feierlicher Gottesdienst mit Abendmahl zur Einweihung am Sonntag

Neue Prinzipalien in der Vöhler Martinskirche

Neue Prinzipalien zieren die Vöhler Martinskirche – Altar, Lesepult, Taufbecken, Kerzenständer und Kreuz. Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg freut sich auch über die Restaurierung der beiden historischen Abendmahlkelche.
+
Neue Prinzipalien zieren die Vöhler Martinskirche – Altar, Lesepult, Taufbecken, Kerzenständer und Kreuz. Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg freut sich auch über die Restaurierung der beiden historischen Abendmahlkelche.

Bei der Sanierung der Martinskirche haben Kirchenvorstand, Planer und Handwerker so gut gewirtschaftet, dass Geld übrig blieb für die Erneuerung der Prinzipalstücke – Altar, Lesepult, Taufbecken, Kerzenständer und Kreuz im Altarraum.

Vöhl -Feierlich eingeweiht werden sie am Sonntag, 10. Oktober, in einem Gottesdienst, der um 17 Uhr beginnt und bei dem erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder ein Abendmahl gefeiert wird.

„Die Prinzipalstücke zu erneuern hatte keine oberste Priorität, doch als die Gesamtabrechnung der Innensanierung zeigte, dass noch Geld übrig ist, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen“, erklärt Jan-Friedrich Eisenberg, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Vöhl. Stilsicher mutig waren Kirchenvorstand, Helmut Wöllenstein, Vorsitzender der Liturgischen Kammer der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Kerstin Reißmann-Priester, Leiterin des Dezernats Bau- und Liegenschaften bei der EKKW: Sie haben Eisen gewählt, das der auf sakrale Kunst spezialisierte Metallbauer Michael Possinger (Guxhagen) gestaltet und aufwendig bearbeitet hat.

„Wir hatten Modelle aus einem speziellen Werkstoff in Echtgröße zur Ansicht erhalten, um einen Eindruck zu gewinnen. Sie wurden noch in der Größe korrigiert, damit die Proportionen stimmen. Wir hätten uns auch Holz vorstellen können, doch dann wären die Prinzipalien vor der hölzernen Vertäfelung nicht so gut zur Geltung gekommen. Das Eisen hat uns überzeugt“, sagt Eisenberg.

Abendmahlkelche restauriert

Zu sehen sind am Sonntag beim Gottesdienst auch die beiden aus Silber gefertigten historischen Kelche, die nach aufwendiger Restaurierung wieder in Vöhl sind. Sie erstrahlen in neuem Glanz.

Der ältere Kelch, der keine Siegel aufweist, wurde nach Angaben von Dr. Götz J. Pfeiffer, Kunstreferent der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, in den Jahren nach der Reformation geschaffen, er müsse den 30-jährigen Krieg überstanden haben.

Der zweite, becherförmige Kelch wurde 1693 in Augsburg von dem Goldschmied Ludwig Schneider geschaffen, wie die Marken zeigen. Ungewöhnlich seien der Deckel und die Darstellungen der „arma Christi“, der Leidenswerkzeuge in der Kreuzigung.

Das Gefäß mit Deckel gehöre „eigentlich gar nicht in eine evangelische Kirche“, hatte der Kunsthistoriker bei einem Vortrag in Vöhl erklärt. Es handele sich um ein Behältnis, das bei römisch-katholischen Messen eingesetzt wurde, etwa für die Hostien-Aufbewahrung. (md)

Den linken unteren Teil des Altars schmückt eine Stoffbahn, die je nach Feiertag eine andere Farbe trägt: „Rot ist sie zu Pfingsten, am Reformationstag und zur Konfirmation, weiß zu Ostern und Weihnachten, schwarz am Karfreitag und Totensonntag, violett vor den weißen Tagen. An allen anderen Tagen trägt sie die Farbe grün“, erklärt der Pfarrer.

Die historischen Vöhler Abendmahlskelche sind restauriert und in der Kirchengemeinde zurück.

Geblieben ist die Taufschale. Der Taufstein hat einen Platz im Eingang gefunden, wurde mit einem Teller für Kerzen versehen. Einen Eindruck von den neuen Prinzipalien verschaffen können sich Gemeindeglieder und Gäste am Sonntag beim Gottesdienst mit Abendmahl – mit unkompliziertem Hygienekonzept.

Informationen zum neuen Altarraum gibt am Sonntag Micheal Possinger, zu den restaurierten Abendmahlskelchen Kunstreferent Dr. Götz Pfeiffer und zur Kirche-und-Kunstjury Probst i. R. Helmut Wöllenstein. Irene Tripp und Johanna Tripp gestalten den Abendmahlsgottesdienst musikalisch. Anschließend ist geselliges Beisammensein. Alle Gemeindeglieder sind herzlich eingeladen. (Von Marianne Dämmer)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare