Neuer Standort soll schnellere Hilfe in Vöhl, Lichtenfels und Frankenau ermöglichen

Neue Rettungswache in Herzhausen offiziell gestartet

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Das Team der neuen Rettungswache.

Vöhl-Herzhausen. Noch im September stand Gras auf der Fläche an der Bundesstraße, jetzt, nur wenige Monate später, die neue Rettungswache von Promedica. „Wir haben das in Rekordzeit geschafft“, freute sich Promedica-Geschäftsführer Ingo Lender bei der offiziellen Eröffnung am Dienstag.

Skeptisch sei er anfangs gewesen, ob alles klappt, sagte Lender. „Doch die Kollegen haben Gas gegeben und sich engagiert eingesetzt.“ Mit der neuen Wache schließe man eine Lücke, der Standort sei genau richtig.

Dass es in der Gemeinde Vöhl bisher keine Rettungswache gegeben habe, sagte Bürgermeister Matthias Stappert. Die Versorgung sei von Dalwigksthal, Sachsenhausen und Frankenberg aus sichergestellt worden, doch es sei nicht immer einfach gewesen, die zehnminütige Hilfsfrist einzuhalten. Nach einem Notruf müssen innerhalb von zehn Minuten Rettungskräfte am Einsatzort sein.

Der Landkreis habe die Situation erkannt und sich der Sache schnell angenommen. Ursprünglich sei der Bau neben der Herzhäuser Feuerwehr angedacht gewesen, doch der Standort an der Bundesstraße sei eindeutig besser.

Idealer Standort

Auch Landrat Dr. Reinhard Kubat sprach von einem „idealen Standort“. Allerdings sei der Weg nicht so leicht gewesen. Schon als Frankenauer Bürgermeister habe er darauf gedrängt, eine neue Rettungswache zu bauen, nun habe man es geschafft. „Das ist eine qualitative Verbesserung“, sagte er.

Start für Rettungswache: (von links) Thomas Wolf, Martin Lohof, Andreas Heuser, Leiter der Wache, Bürgermeister Matthias Stappert, Promedica-Geschäftsführer Ingo Lender, Landrat Dr. Reinhard Kubat und Kai Finger. Foto:  Renner

220 Quadratmeter groß ist das einstöckige Gebäude. Neben einer großen Fahrzeughalle und Lagerräumen, die davon abzweigen, gibt es Umkleiden sowie Toiletten für Herren und Damen und außerdem drei Ruheräume samt Betten. Dort können sich die Mitarbeiter während ihrer jeweils 24 Stunden dauernden Schicht zwischen den Einsätzen ausruhen. Hinzu kommen ein Büro und eine Küche mit Sofaecke. Eine der wichtigsten Einrichtungen im Gebäude ist die sogenannte Schleuse. Die müssen die Mitarbeiter passieren, wenn sie gerade von einem Einsatz zurück sind. Dort wird die Einsatzkleidung ausgezogen.

Martin Lohof, Eigentümer der benachbarten Tankstelle und des Autohauses, hat die neue Rettungswache bauen lassen und vermietet sie nun an Promedica. Etwas mehr als 600 000 Euro hat er für den Bau des Gebäude bezahlt. Promedica selbst hat einen neuen Rettungswagen für rund 230 000 Euro angeschafft.

Ab sofort werden an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr mindestens zwei Mitarbeiter in der Wache sein: Ein Notfall- und ein Rettungssanitäter, möglicherweise auch noch ein Auszubildener.

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