Bronzeplatten geklaut - Christian Schnatz hat neue Exemplare angefertigt

Nach Diebstahl: Neues Ehrenmal auf Vöhler Friedhof

+
Beton auf Stahl: Die neuen Platten am Ehrenmal des Vöhler Friedhofs hat Christian Schnatz aus Dorfitter (links) angefertigt. Dankbar sind dafür Elke Müller, Matthias Stappert und Monika Heidel.

Vöhl – Auf vier Bronzeplatten am Ehrenmal des Friedhofs standen stets die Namen der Vöhler, die in den Weltkriegen gefallen sind. Im Sommer 2017 wurden sie gestohlen. Jetzt hat Christian Schnatz neue Platten angefertigt.

Die Gemeinde hatte nach dem Diebstahl Anzeige erstattet und eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise. Doch wie zu erwarten gewesen sei, seien keine Hinweise gekommen, sagt Bürgermeister Matthias Stappert. „Das war aber kein Dumme-Jungen-Streich, sondern kriminell. Deshalb wollten wir das nicht einfach so hinnehmen“, sagt er.

Rund 22 000 Euro hätte es gekostet, wenn wieder vier große Bronzeplatten samt Namen angeschafft worden wären, sagt Ortsvorsteherin Monika Heidel. Aus finanzieller Sicht sei das für die Gemeinde nicht zu machen gewesen.

Die Lösung kam schließlich von Christian Schnatz aus Dorfitter. Er hatte den Bericht über den Diebstahl gelesen und meldete sich kurzerhand im Rathaus. Er bot an, neue Platten herzustellen.

Gerostet mittels Säure - für die Optik

Aus hochwertigem Stahl fertigte er vier Platten an und ließ sie unter anderem mittels Säure rosten – damit sie älter aussehen und damit angemessener, erklärt er. Für die Namen hat er Schablonen angefertigt und diese mit feinkörnigem Beton ausgegossen, ein Karbonkern steckt im Innern.

Jeden einzelnen Namen hat er schließlich im Blocksatz auf den Stahlplatten befestigt. Zwischen den Betonklötzchen hat der selbständige Unternehmer dabei stets einen minimalen Freiraum gelassen, weil sich der Beton in Wärme ausdehnt.

Viel Arbeit hat Christian Schnatz in das Ehrenmal investiert – rund eine Woche pro Platte – doch Geld wollte er für seine Arbeitszeit nicht berechnen. Er habe einfach helfen wollen, sagt er. Lediglich 1200 Euro für die Materialkosten wird die Gemeinde zahlen.

"Mahnung für den Frieden"

Matthias Stappert und Monika Heidel freuen sich über so viel Engagement für die Gemeinde. „Es sieht super aus, ist der Umgebung und dem Sinn angemessen“, sagt der Bürgermeister. Die Gedenkstätte habe einen besonderen Wert, im zerstörten Zustand hätte sie nicht bleiben können. „Sie ist eine Mahnung für den Frieden“, sagt auch Monika Heidel.

Viel „Know-how“ stecke in den Platten, die Materialien seien hochwertig. „Wir sind dankbar, dass sich Herr Schnatz so einbringt. Damit hat er der Allgemeinheit einen Dienst erwiesen.“

Im August 2017 waren die Bronzeplatten gestohlen worden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare