Lucia Puttrich macht Halt in Vöhl bei Sommertour - Auch Corona ist Thema

Ministerin in Schmittlotheim: Beim Tourismus nicht nur Edersee im Blick haben

Besuch der heimischen Gastronomie: Europaministerin Lucia Puttrich (im grünen Kleid) mit (von links) Gertmann Sude, Fritz Schäfer, Katrin Walmanns, Karsten Kalhöfer, Melanie Betram, Kerstin Ziegler, Rainer Bertram, Björn Brede und Claudia Ravensburg am Landgasthof Elsebach.
+
Besuch der heimischen Gastronomie: Europaministerin Lucia Puttrich (im grünen Kleid) mit (von links) Gertmann Sude, Fritz Schäfer, Katrin Walmanns, Karsten Kalhöfer, Melanie Betram, Kerstin Ziegler, Rainer Bertram, Björn Brede und Claudia Ravensburg am Landgasthof Elsebach.

Ein Urlaub in der Heimat kann auch schön sein: Das will Europaministerin Lucia Puttrich mit ihrer Sommerreise quer durch Hessen zeigen. Nun war sie zu Besuch in Schmittlotheim, im mit EU-Leadermitteln geförderten Landgasthof Elsebach. Beim Gespräch ging es um die aktuellen Sorgen der Gastronomie in der Corona-Pandemie und um das fehlende Wasser im Edersee.

Vor gut fünf Jahren hat Melanie Bertram den Landgasthof übernommen und auch mit Hilfe von Geld aus der Leader-Förderung aufwändig sanieren lassen. Dann lief es gut, sagt Bertram – bis Corona kam. Gäste dürfen zwar mittlerweile wieder kommen, doch „die machen es einem nicht leicht“, sagt die Gastronomin. Sie weise immer wieder auf die Maskenpflicht und das Desinfizieren der Hände hin, doch nicht alle wollten sich daran halten. Dabei stehe sie letztlich in der Verantwortung. Beschwerden, die Lucia Puttrich schon öfter gehört hat. „Dabei müsste man als Gast dankbar sein, dass man überhaupt etwas machen kann“, sagt die CDU-Ministerin.

Doch ein anderes Thema brennt Melanie Bertram wie vielen anderen Gastronomen in der Region auch auf den Nägeln: Die Bewässerung des Edersees. Ihr Vater Rainer formuliert es knackig: Wenn es in der Ostsee kein Wasser gäbe, würde dort auch niemand hin fahren. Und Gertmann Sude, CDU-Fraktionschef im Vöhler Gemeindeparlament, betont, dass Atlantis zwar Menschen anziehe, aber eine „ordentliche Wasserbewirtschaftung“ her müsse. Man solle mit Nachdruck auf einem höheren Pegel bis in den Sommer bestehen.

CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg betont, dass man auf Einsicht an der Weser hoffe. Es gehe nur gemeinsam. Dass jeder Wasser im See wolle, sei klar, sagt Puttrich. Doch man müsse sich auf mehrere Standbeine konzentrieren, rät sie. Das sagt auch Vöhls Bürgermeister Karsten Kalhöfer: „Wir müssen touristische Angebote verfeinern.“ Dazu zähle beispielsweise der Grenztrail. Mountainbiker würden nicht nur im Sommer kommen und für sie spiele der Wasserstand im Edersee keine Rolle.

Hoch aktuell seien laut Lucia Puttrich auch Wandertouren, die auch viele Jüngere machen würden und Radfahren, auch mit E-Bikes. Sie sieht eine große Chance für den „Naturtourismus“. Grundsätzlich sei es immer die Frage: „Reden wir über das, was wir nicht haben? Oder über das, was wir haben?“ Sehr viele Wander- und Radwege seien beispielsweise schon vorhanden am Edersee. Man denke aber oft noch in „alten Kategorien“, das Urlaubsverhalten habe sich geändert.

Damit die Edersee-Region auch künftig mithalten kann, appelliert Björn Brede, Vorsitzender des Kellerwaldvereins an Puttrich, dass auch weiterhin Förderung gebraucht werde. Dies habe sie bereits für das gesamte Bundesland in Brüssel deutlich gemacht, so die Europaministerin. Die zuständige Kommissarin sehe das ebenso. Darüber freut sich auf Ravensburg: „Leader ist für uns ein Segen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare