Vöhler Gemeindevertreter stimmen für Querung der Holländischen Rampe 

Ortsumgehung Dorfitter: Diskussion um Gehweg

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Streitpunkt Gehweg: Die Vöhler Gemeindevertreter wollten eine Über- oder Unterführung an der Holländischen Rampe. Das wurde abgelehnt, nun gibt es einen schlichten Gehweg.

Vöhl. Die Vöhler Gemeindevertreter hatten sich eine Über- oder Unterführung an der sogenannten Holländischen Rampe an der neuen Ortsumgehung Dorfitter gewünscht. Wie berichtet, hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir das Anliegen abgelehnt. In der Sitzung der Gemeindevertretung am Montag gab es Streit über das weitere Vorgehen – und die Zahlen, die der Minister in seinem Schreiben genannt hatte.

Von maximal 150 Fahrzeugen in der Spitzenstunde auf den Rampen hatte Al-Wazir geschrieben. „Diese Zahl ist deutlich zu tief angesetzt“, kritisierte CDU-Fraktionsvorsitzender Gertmann Sude. Er warf Hessen Mobil vor, mit unterschiedlichen Zahlen zu arbeiten. Je nach Dokument sei im Verlauf der vergangenen Jahre auch mit weit höheren Zahlen geplant worden.

Gertmann Sude

Sude warf der Behörde vor, einen Planungsfehler gemacht zu haben, Fußgänger und Radfahrer seien vergessen worden. Aus seiner Sicht sei es ein unkalkulierbares Risiko, Radfahrer und Fußgänger nördlich der Holländischen Rampe die Trasse queren zu lassen.

Simone Putscher, die für Hessen Mobil an der Sitzung teilnahm, räumte einen Planungsfehler ein. Doch dieser sei nun gemeinsam erkannt worden und werde korrigiert. Man könne nicht immer alle Verkehrsteilnehmer trennen, das sei auch aktuell in Dorfitter der Fall. Dort müssten Fußgänger auch die breite Straße überqueren und das ohne Hilfen. Die angebotene Lösung sei aus Sicht von Hessen Mobil „verkehrssicher“, sagte sie.

Die Zahlen, mit denen Hessen Mobil arbeite, seien Durchschnittswerte, die aus den Verkehrsaufkommen an Werktagen, Wochenenden und in den Ferien übers Jahr ermittelt würden. Zudem würde ein Großteil des Verkehrs nicht die Rampen nutzen.

Heinrich Heidel, Fraktionschef der FDP, betonte, dass man jahrzehntelang für die Umgehung gekämpft habe „und jetzt wollen wir wieder mäkeln. Wir sollten froh sein, dass endlich gebaut wird“. Man sehe es als Fehler, auf Konfrontationskurs zu gehen, sagte SPD-Fraktionssprecher Volker König. Man wolle eine gute Zusammenarbeit mit Hessen Mobil und die bestmögliche Lösung. Axel Großmann (Freie Wähler), der auch Ortsvorsteher von Dorfitter ist, appellierte, „die uns zugestandene Querung zu akzeptieren“.

Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde schließlich namentlich abgestimmt. Bei zwei Nein-Stimmen aus Reihen der CDU und einer Enthaltung haben die Parlamentarier entschieden, dass ein Gehweg die Holländische Rampe kreuzen soll. Die Entscheidung Al-Wazirs nehme man „mit Bedauern“ zur Kenntnis, heißt es im Beschluss. Angeregt wurde gleichzeitig auch eine entsprechende Beleuchtung des Weges.

Ob die kommen wird, kann erst nach dem Bau entschieden werden, so Simone Putscher. Das Licht dürfe für den durchfahrenden Verkehr nicht irritierend sein, zudem gebe es außerhalb von Orten eigentlich keine Beleuchtung.

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