Vöhler Otmar Fleck steht seit Anbeginn an der Spitze des Musik-Ensembles

Parforcehorn-Bläsercorps Vöhl-Edersee feiert sein 50-jähriges Bestehen

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Hohes Niveau: Das Parforcehorn-Bläsercorps Vöhl-Edersee unter Leitung von Otmar Fleck hat sich weit über Waldeck-Frankenberg hinaus mit seiner Musik einen hervorragenden Ruf erworben.  

Vöhl. Wenn die Mitglieder des Parforcehorn-Bläsercorps Vöhl-Edersee die Hörner ansetzen und blasen, ist ihnen Aufmerksamkeit und Applaus sicher. Seit 50 Jahren besteht das Ensemble bereits – und das Jubiläum feiert das Corps am 15. und 16. September mit Konzert,  Hubertusmesse und Bläsertreffen. 

Seit 50 Jahren steht der Vöhler Otmar Fleck den Parforcehornbläsern vor. 1968 gründete er die Gruppe zusammen mit Wolfhart Evers und Reinhard Weinreich. Der erste Auftritt war ein Ständchen zum 80. Geburtstag des örtlichen Jagdpächters Ende Oktober 1968.

„Bei einem Jagdlieder-Potpourri übernahmen die Parforcehörner zu den vom Posaunenchor vorgetragenen Jagdliedern die dazu gehörenden Jagdsignale“, erinnert Otmar Fleck sich. Das kam so gut an, dass von da an die Bläser bei vielen Fuchsjagden der Reitvereine hoch zu Ross geblasen haben; als berittene Fanfaren gaben die drei zusammen mit Ev Denner und Heinz Wecker ein richtig gutes Bild ab.

Otmar Fleck  lernte schon früh Posaune lernte, im Alter von sieben Jahren hatte er seinen ersten Auftritt. Er leitete später viele Jahre den Posaunenchor und verstand es, seine Familie  sowie befreundete Familien für das Parforcehorn zu begeistern.

Aktuell zehn aktive Bläser

Aktuell blasen vier Frauen und sechs Männer im Alter von 82 bis 22 Jahren. Gemeinsam haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die fast schon in Vergessenheit geratene Parforcemusik aus dem 17. und 18. Jahrhundert in ihrer Heimat zu pflegen. Durch regelmäßige Proben über die Jahre hinweg hat die Gruppe ein hohes bläserisches Niveau erreicht. Ihre musikalischen Einsätze verteilen sich auf die Parforcejagd, also Schleppjagden mit Pferden hinter einer Hundemeute, Hubertusmessen und Konzerte. Das Repertoire des Ensembles erstreckt sich von Jagdsignalen über Klassik von 1600 bis zur Gegenwart, sakrale Musik bis hin zu französischer und deutscher Jagdmusik und Folklore.

Bereits zwölf Mal haben sie die Bad Arolser Barockfestspiele zur Eröffnung begleitet, Konzerte gaben sie in vielen deutschen Städten. Seit 43 Jahren blasen sie  zur Hubertusmesse in  der Lüneburger Heide – und allein im Herbst stehen vier weitere Hubertusmessen an.

Übergabe an den Sohn

„Es gibt nicht mehr viele Parforcehorngruppen, den meisten fehlt der Nachwuchs“, weiß Otmar Fleck. Das Parforcehorn-Corps Vöhl-Edersee aber hat Zukunft. Nach 50 Jahren an der Spitze der Vöhler Parforcehornbläser gibt er die musikalische Federführung am Festwochenende an seinen Sohn Andreas weiter. „Er wird das gut machen und ich werde mich nicht in seine Entscheidungen einmischen. Aber ich spiele mit, solange ich kann“, sagt der 77-jährige Vöhler und lacht.

Das Festwochenende 

Am Samstag, 15. September, beginnt  um 19 Uhr der Festakt und das Konzert in der Vöhler Henkelhalle unter dem Titel „Eine musikalische Zeitreise durch Europa“. 

Am Sonntag, 16. September, beginnt um 11 Uhr eine Hubertusmesse im Vöhler Schlossgarten – bei schlechtem Wetter in der Martinskirche. Mitwirkende sind neben den Vöhler Parforcehornbläsern Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg, Pater Norbert J. Rasim, Manfred Bauer als Leiter des Nationalpark-Amtes und rund 200 Bläser, die auch anschließend beim großen Bläsertreffen mitwirken. Zwölf Bläsergruppen haben ihr Kommen zugesagt. Abgeschlossen werden soll der Festsonntag mit einem großen Jagdlieder-Potpourri, in das auch die Zuhörer sich mit Gesang einbringen sollen. „So wollen wir zum Ende des Festes einen fulminanten musikalischen Schlusspunkt setzen“, sagt Otmar Fleck.

Der Eintritt zu allen Festlichkeiten ist frei, um eine Spende wird gebeten. Der Erlös des gesamten Festwochenendes soll der Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg zu Gute kommen. (md)

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