Martin Kerste will weiter dafür kämpfen, Café und Zeltplatz zu führen

Waldcafé: Bereits mehr als 1200 Unterschriften für Petition zum Erhalt

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Wird saniert: Der Jugendzeltplatz mit Waldcafé in Herzhausen. Martin Kerste war dort Platzwart.

Vöhl-Herzhausen – Ihr Ziel ist klar: Martin Kerste soll das Waldcafé und Camp bei Herzhausen weiter betreiben. Andy Gheorghiu hatte dafür im Namen des Freundeskreises Waldcafé eine Petition gestartet.

Die Zwischenbilanz fällt aus seiner Sicht sehr positiv aus, mehr als 1200 Menschen haben bereits unterzeichnet.

Jahrelang hatte sich Martin Kerste als Platzwart um das Café und den Zeltplatz am See gekümmert, hatte die Besucher mit selbst gemachtem Kuchen versorgt. Auch ein pädagogischer und sozialer Aspekt habe stets eine Rolle gespielt, Nachhaltigkeit stand im Vordergrund und eine bezahlbare Erholung für die Gäste, sagt Gheorghiu. „Die Besucher sollten dort zur Ruhe kommen. Damit war das Waldcafé anders als andere Cafés.“

Und das werde nun auch aus den mehr als 180 Kommentaren deutlich, die einige der Petitionsunterzeichner online hinterlassen hätten. Für Andy Gheorghiu ist daran auch zu erkennen: „Die Menschen wünschen sich kein kommerzielles Café dort, sie suchen bewusst solche Oasen.“

Martin Kerste war jahrelang Platzwart am Jugendzeltplatz

Nun, da die Gemeinde den Zeltplatz abgegeben habe in die Verantwortung des Landkreises und teils öffentliche Mittel der EU zur Sanierung zur Verfügung stehen, sei Kerste sofort herausgedrängt worden, kritisiert der Korbacher Gheorghiu. Und: In die Planungen, wie es am Zeltplatz weitergehen soll, sei Kerste nicht eingebunden worden. „Das ist fatal.“ Dabei sei es Martin Kerste gewesen, der diesen Ort „trotz widrigster Umstände“ immer am Laufen gehalten habe. Denn investiert worden sei in den vergangenen acht Jahren „nicht sichtbar“. In die Gespräche zur Zukunft des Platzes sollte man ihn aus Gheorghius Sicht deshalb unbedingt einbinden und gemeinsam mit ihm nach geeigneten potenziellen Partnern suchen, die beispielsweise auch ein sozialpädagogisches Konzept einbringen.

Andy Gheorghiu hatte eine Petition angestoßen

Martin Kerste selbst betont, dass er schon vor Jahren selbst Ideen zur Nutzung ausgearbeitet habe. Die seien aber, so sagt er, nie berücksichtigt worden. Die wichtigsten Kenntnisse – durch BWL- und Tourismusstudium sowie seine Zeit als Outdoor-Veranstalter – bringe er mit.

Er will weiter dafür kämpfen, Platz und Café weiterhin betreuen zu dürfen. „Ich sehe mich als Beschützer des Platzes“, sagt er. Mit einem Brief hat sich Gheorghiu jetzt auch an Landrat Dr. Reinhard Kubat und Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese gewandt. Die Petition läuft noch knapp sieben Wochen.

Vorwürfe an die Gemeinde

Martin Kerste wirft der Gemeinde Vöhl vor, für 2018 eine Buchungssperre verhängt zu haben. Das bestreitet Bürgermeister Matthias Stappert. Damals hätten 380 Gäste den Jugendzeltplatz genutzt, es habe 843 Übernachtungen gegeben.

Auch wirft Kerste der Verwaltung vor, nie in den Platz investiert zu haben. „Die Gemeinde war weder Eigentümer noch Betreiber des Platzes, sondern hat lediglich die Platzaufsicht und Verwaltung übernommen“, so Stappert. Eigentümer sei zu jedem Zeitpunkt der Landkreis gewesen.

Die Gemeinde habe für Bauunterhaltung und Reparaturarbeiten rund 5000 Euro pro Jahr in den letzten Jahren hinterlegt. Auch der Bauhof sei dort eingesetzt worden. Weil der Platz in die Jahre gekommen war, habe Stappert den Landkreis schon 2017 auf die „Notwendigkeit höherer Investitionen“ hingewiesen. Ein gemeinsamer Ortstermin habe dann die aktuelle Entwicklung in Gang gesetzt. Mittlerweile übernimmt nicht mehr die Gemeinde Platzaufsicht und Verwaltung, der gesamte Platz ist wieder an den Landkreis übergegangen. Die geplanten Investitionen des Kreises begrüße die Gemeinde.

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