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VEW will Solaranlage bei Dorfitter errichten

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Von: Stefanie Rösner

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Photovoltaik-Anlagen stehen in einem Solarpark neben der Autobahn 7. (Zu dpa: «Verkehrsministerium für Solaranlagen am Straßenrand») +++ dpa-Bildfunk +++
Foto: Marcus Brandt
Erneuerbare Energien ausbauen: Ob eine Photovoltaik-Freiflächen-Anlage am Knappenberg in der Gemarkung von Dorfitter sinnvoll ist, darüber diskutierten die Gemeindevertreter. © Stefanie Rösner

Im Norden von Dorfitter könnten auf bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen Photovoltaik-Anlagen errichtet werden.

Vöhl - Die Gemeindevertreter diskutierten mögliche Vor- und Nachteile dieser Idee und entschieden sich in ihrer Sitzung dafür, zunächst den Standort gemeinsam zu besichtigen und das Thema in den Ausschüssen zu beraten.

Auf 6,4 Hektar könnte eine Freiflächenanlage mit einer Leistung von sechs bis sieben Megawatt aufgestellt werden, die so viel Strom erzeugt, dass damit 1500 Drei-Personen-Haushalte versorgt werden könnten. Das erklärte Marius Lange von der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien (VEW) dem Parlament. Er beantwortete die Fragen der Gemeindevertreter, von denen einige das Projekt kritisch sahen, während andere bereits ihren Zuspruch äußerten.

Um eine Photovoltaik-Freiflächen-Anlage am Knappenberg zu errichten, benötigt die VEW Baurecht. Dieses ist nur mit Zustimmung der Gemeinde zu erlangen. Die Flächen gehören Privatpersonen. Mit ihnen seien die Pläne bereits abgesprochen.

Bis zu vier Millionen Euro an Investitionskosten

Die Investitionskosten würden bis zu vier Millionen Euro betragen. Es wird eine Energieeinspeisung von rund 5,5 Megawatt erwartet. Die Gemeinde könnte über eine so genannte Stromdividende mit jährlichen Erträgen von rund 11 000 Euro rechnen. Die VEW würde das Gewerbe in Vöhl anmelden. Neben der bereits „gesicherten“ Fläche sind „potenzielle Erweiterungsflächen“ westlich und östlich davon vorgesehen.

„Viel landwirtschaftliche Fläche geht verloren“, kritisierte Gerhard Henkel von der Fraktion BI Grüne Liste. Die entscheidende Frage bei der Nutzung der Fläche laute: „Strom oder Teller?“ Er plädierte dafür, die Fläche möglichst doppelt zu nutzen, das heißt zum Beispiel, unter den Solaranlagen noch Gras als Futter wachsen zu lassen. Seinem Vorschlag, die Module anstatt nur nach Süden auch nach Osten und Westen auszurichten, um tagsüber kontinuierlich Strom zu erzeugen, entgegnete Marius Lange von der VEW, dass damit erhebliche Ertragseinbußen einhergehen würden.

Argumente pro und contra

Reinhard Metka (SPD) argumentierte, dass weltweit viele Flächen etwa durch Dürre und Überflutungen verloren gehen. Auf Flächen wie denen bei Dorfitter, die nicht besonders ertragreich seien, sollte man durchaus Solarstrom erzeugen, um „Umweltkiller“ wie Kohle und Gas ersetzen zu können.

Doch Inga Wiesemann (Freie Wähler) fragte: „Müssen wir unbedingt auf landwirtschaftliche Flächen gehen?“ Sie zweifelte an, dass es sich in dem Bereich um minderwertige Böden handelt. Zudem verwies sie darauf, dass „auf vielen öffentlichen Gebäuden und privaten Dächern noch Platz für PV-Anlagen ist“. Und mit Blick auf die Knappheit von Nahrungsmitteln, insbesondere durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine: „Weizen kann man nicht auf Dächern anbauen.“ Sven Lorenz (Grüne) betonte, dass ein Solarpark das Landschaftsbild nachhaltig verändern würde. Umso wichtiger sei es, die Bürger daran zu beteiligen. Marius Lange sagte dazu, dass die VEW dies bei ihren Projekten stets ermöglichen wolle.

Binia Emde (FDP) sprach sich grundsätzlich für das Projekt aus. „Es ist gut, Erneuerbare Energien zu fördern.“ Ein Ortstermin an der Fläche wäre sinnvoll, regte Matthias Kubat (CDU) an. Volker König von der SPD schlussfolgerte: „Für beide Seiten gibt es gute Argumente.“ Das Parlament sollte sich zunächst ein umfassendes Bild von den Plänen machen und keine voreiligen Entscheidungen treffen. (Stefanie Rösner)

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