Wassersportgemeinschaft Edersee-Diemelsee erhält Unterstützung aus Wirtschaftsministerium

Rettet den Edersee: Neuer Schub für Initiative

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Reizvolle Ausblicke im Sommer 2017 genügen nicht: Der See braucht auch in trockenen Jahren mehr Wasser, damit der Tourismus auf Dauer nicht unter die Räder kommt und Wassersport möglich ist, sagen die Aktiven der Edersee-Initiative.

Edersee. Die Initiative „Rettet den Edersee“ der Wassersportgemeinschaft Edersee-Diemelsee (WSGE) hat einen neuen Schub erhalten. Das wurde beim Besuch des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) am Samstag im Sport-, Natur- und Erlebniscamp in Harbshausen deutlich.

Der Minister war auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen Waldeck-Frankenberg gekommen. Er wies darauf hin, dass er bereits vor dem Besuch einen Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geschrieben habe mit der Bitte, die Diskussion um die Zukunft des Tourismus am Edersee wieder aufzunehmen.

Zur Erinnerung: Die WSGE fordert unter anderem in einer breit angelegten Online-Petition alle politisch relevanten Stellen auf, für eine Änderung der Prioritäten für das Wassermanagement des Ederseewassers einzutreten. Die touristische Entwicklung am Edersee müsse ab sofort wieder viel stärker als bislang berücksichtigt werden. Schließlich sei ein Rückgang der Weserschifffahrt, für die das Wasser aus dem Edersee benötigt werde, zu erkennen. Ein höherer Pegelstand sei letztlich entscheidend, um das Überleben der zahlreichen Gastronomie-, Wassersport- und Tourismusbetriebe am See dauerhaft zu sichern.

Lösung für alle finden

Al-Wazir sagte bei dem Termin zu, sich mit den Fakten und Forderungen der WSGE zu beschäftigen. „Es macht Sinn, dass sich alle beteiligten Stellen dann gemeinsam an einen Tisch setzen und ausloten, welche Lösung für alle akzeptabel ist. Gut möglich, dass das zuerst die jeweiligen Fachabteilungen der Ministerien machen werden“, sagte er.

Axel Benkner von der WSGE forderte, dass bei den Gesprächen auch Vertreter der Wassersportgemeinschaft anwesend sein müssten, „damit unsere Stimme Gehör findet“. Grundsätzlich gehe es darum, dass der Edersee für touristische Zwecke umgewidmet werde. „Das heißt nach geltendem Wassertourismuskonzept des Bundes nicht, dass das Land Hessen die Kosten für die Unterhaltung des Edersees samt Staumauer übernehmen muss“, so Benkner. Hinsichtlich dieses Punktes zeigte sich Landesminister Al-Wazir jedoch skeptisch. „Das kann so sein, muss aber nicht.“

Hoffnung, dass sich etwas Entscheidendes am Edersee verändert, hat die WSGE auch deshalb, weil sie am 2. September dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) die Petition „Rettet den Edersee“ übergibt, am 4. September trifft die WSGE zudem Bundesverkehrsminister Dobrindt. „Natürlich wissen wir, dass Wahlkampf ist und die Politiker jetzt gerne zu uns kommen. Doch sie können unsere Anliegen nach der Wahl nicht einfach wegwischen“, sagt Thomas Hennig von der WSGE. Er wies zudem darauf hin, dass bisher 11 000 Menschen die Online-Petition unterstützt haben. „Bei 15 000 können wir dann eine Anfrage an den Hessischen Landtag stellen. Es ist der Hammer, dass jetzt endlich was in Bewegung kommt“, so Hennig.

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