Finanzielle Belastung zu groß

Sauna im Henkelbad bleibt geschlossen - zumindest vorerst

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Sauna bleibt vorerst geschlossen: EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller (links) und Bürgermeister Matthias Stappert im auch künftig geschlossenen Saunabereich.

Vöhl. Die Saunalandschaft im Vöhler Henkelbad bleibt auch weiterhin geschlossen – und das auf unbestimmbare Zeit. Das teilten EWF-Chef Stefan Schaller und Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert jetzt mit. Für die Schließung führten sie finanzielle Gründe an. Doch das letzte Wort ist damit nicht gesprochen.

„In absehbarer Zeit bleibt der Saunabereich geschlossen“, sagte Stefan Schaller. Das bedeute aber nicht, dass er für alle Zeit geschlossen sei. Bereits seit gut einem Jahr ist die Sauna dicht und in dieser Zeit seien rund 66 000 Euro eingespart worden. Diese Summe sei zwar nicht allein auf die Einsparungen im Saunabetrieb zurückzuführen. Eingespart wurde auch durch geringere Personalkosten wegen des schlechten Wetters und durch energiesparende Pumpen, so Schaller. Das große Ziel sei es, das Bad zu erhalten. Deshalb müsse eingespart werden.

Das Freibad erhalten möchte auch Matthias Stappert. „Für Vöhler und Touristen hat das Bad eine hohe Bedeutung.“ Für Touristen nicht zuletzt auch deshalb, weil das Freibad in der Zeit des gering gefüllten Edersees gut besucht wurde. Aber: „Die Sauna verursacht hohe Kosten.“

Stappert wies auch auf die schwierige finanzielle Situation der Gemeinde hin. Auch wenn das Bad Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) gehört, trägt die Gemeinde Vöhl das Defizit. Das Minus im Haushalt sei auch dem Freibad geschuldet. Deshalb wurde im so genannten Gesellschafterausschuss vor einem Jahr beschlossen, die Sauna vorerst zu schließen und die Ergebnisse dann zu bewerten. Weil die Auflagen aus Wiesbaden so streng seien – jede Kommune muss einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen – sehe er keine andere Möglichkeit, als die Sauna auch weiterhin zu schließen. „Weil in Wiesbaden weiter die Zügel angezogen werden, sind wir gezwungen, so zu handeln“, sagte der Bürgermeister. „Wir machen das nicht gern.“

Badebetrieb im Vordergrund

Die Eintrittspreise zu erhöhen, sei keine Option gewesen, sagt Stappert. Man sehe sich auch im Vergleich zu anderen Bädern und Saunen „und da liegen wir am Limit“. Auch eine tageweise Schließung sei nicht möglich gewesen, da die Fixkosten bestehen bleiben würden. Das bestätigte auch Stefan Schaller. Für beide ist der Badebetrieb wichtiger als die Sauna. Wie lange die Sauna jetzt geschlossen bleibt, ist noch unklar. „Wenn sich die Rahmenbedingungen deutlich verbessern, kann wieder geöffnet werden“, so Stappert.

Dass die Kosten insgesamt möglichst gering gehalten werden, sei auch engagierten Ehrenamtlichen zu verdanken, die sich um Grünpflege und die Vorbereitung vor der Saison kümmern.

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