Künstlerin Gesa Müller gestaltet Fläche in Schmittlotheim neu

Edelkrebse im Großformat zieren Betonfläche am Bahnhof

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Kunst am Bahnhof: Künstlerin Gesa Müller (von rechts), Bauamtsleiter Volker Ashauer, Bürgermeister Matthias Stappert und stellvertretender Ortsvorsteher Dirk Ulrich an der neu gestalteten Fläche am Bahnhof. 

Vöhl-Schmittlotheim. Überlebensgroß prangen sie an der Stützwand am Schmittlotheimer Bahnhof und sind damit weithin sichtbar: Zwei Edelkrebse. Die Künstlerin Gesa Müller, die in dem Vöhler Ortsteil lebt, hat die Tiere am Beton angebracht. Nur einen Steinwurf weiter, in der Eder, leben die seltenen Tiere in Originalgröße.

Was jetzt ein Kunstwerk ist, wurde eigentlich aus der Not heraus geboren. Zwei Schmittlotheimer Jungs hatten, so berichtet der stellvertretende Ortsvorsteher Dirk Ulrich, die Wand am Bahnhof mit Grafitti verschandelt. Zum Pech für die beiden: Sie wurden erwischt und prompt dazu verdonnert, die Schmierereien wieder zu beseitigen.

Wie alle anderen im Ort hatte das auch die Künstlerin Gesa Müller mitbekommen. Die 46-Jährige bot Ortsvorsteherin Kerstin Ziegler an, ein Kunstwerk auf die Betonfläche zu malen. Die war begeistert, ebenso wie Bürgermeister Matthias Stappert. Er erteilte kurzerhand die Genehmigung – die Stützwand gehört der Gemeinde – und gemeinsam entschieden die Schmittlotheimer dann, was genau auf der Wand prangen sollte.

Rolf Zölzer, Vorsitzender vom Fischereiverein, regte schließlich an, Edelkrebse als Motiv zu nehmen. Die leben mittlerweile wieder in Waldeck-Frankenberg und passen daher hervorragend als Kunstwerk an die Stützwand, findet Stappert. So könne man zeigen, dass sich die Gemeinde Vöhl auch für die seltene Art einsetze.

Viele Fotos hat sich Gesa Müller angeschaut und dann zwei Exemplare samt Steinen, auf denen sie liegen, mit Acryllack aufgetragen. Mindestens 30 Stunden Arbeit stecken darin, berichtet sie. Gemalt hat sie meist am frühen Morgen – aufgrund der großen Hitze in den vergangenen Wochen. Damit die Farbe möglichst lange frisch bleibt, hat sie das Werk zum Schluss noch mit UV-Schutzlack überzogen.

Gesa Müller, die wie ihr Mann Ralf Industriedesign in Hamburg studierte, hat nicht zum ersten Mal eine öffentliche Fläche in Schmittlotheim verziert. Bereits vor gut vier Jahren hat sie Schwäne an einen Brückenpfeiler gemalt. Der werde seitdem von Schmierereien verschont, berichtet sie.

Darauf hoffen alle Beteiligten nun auch am Bahnhof. Dirk Ulrich jedenfalls ist sicher: Für die erwischten Jungs hatte die Aktion in jedem Fall einen Lerneffekt.

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