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Silberne Ehrenplakette des Landes für den Männergesangverein Dorfitter

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Ehrungen beim Bundessängerfest in Dorfitter - von links: Andreas Brussmann, Heike Finger, der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese, der Vorsitzende des Jubiläumsvereins, Holger Dietzel, der Vöhler Bürgermeister Karsten Kahlhöfer, Heinz Adolf Landau und Gerlinde Wiesemann.
Ehrungen beim Bundessängerfest in Dorfitter - von links: Andreas Brussmann, Heike Finger, der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese, der Vorsitzende des Jubiläumsvereins, Holger Dietzel, der Vöhler Bürgermeister Karsten Kahlhöfer, Heinz Adolf Landau und Gerlinde Wiesemann. ©  KARL SCHILLING

Der Männergesangverein aus Dorfitter feierte am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen. Er erhielt am Sonntag die silberne Ehrenplakette - die höchste kulturelle Auszeichnung des Landes Hessen.

Vöhl-Dorfitter – Was steht dem 100 Jahre alten Männergesangverein aus Dorfitter zu? Ein festlich-fröhliches „Jubiläumslied“, dachte sich Chorleiterin Helen Zaloga – und komponierte gleich eines. Mit der Uraufführung eröffneten die Gastgeber am Sonntag Mittag das Sängerfest des Vöhler Sängerbundes.

Bundessängerfest zum 100-jährigen Bestehen des Gesangvereins Dorfitter: Der Jubiläumschor singt sein „Jubiläumslied“: Der 101 Jahre alte Männergesangverein aus Dorfitter eröffnete gestern das Vöhler Bundessängerfest mit dem festlich-fröhlichen Stück seiner Chorleiterin Helen Zaloga.
Der Jubiläumschor singt sein „Jubiläumslied“: Der 101 Jahre alte Männergesangverein aus Dorfitter eröffnete gestern das Vöhler Bundessängerfest mit dem festlich-fröhlichen Stück seiner Chorleiterin Helen Zaloga. ©  KARL SCHILLING

Corona-Beschränkungen

Wegen der Corona-Beschränkungen musste das Jubiläumsfest um ein Jahr verschoben werden – und wegen ausgefallener Proben konnten nicht alle Bezirksvereine teilnehmen. Doch fünf Chöre zeigten mit ihrem abwechslungsreichen Liederreigen, welche Kraft im Gesang steckt. Nach dem gemeinsam angestimmten „Vöhler Sängerspruch“ zogen sie ins Dorfgemeinschaftshaus ein.

Chorgesang im Dorfgemeinschaftshaus

Dort eröffnete der Gemischte Chor aus Obernburg unter der Leitung von Arno Hutwelker das Programm mit „Du allein bist für mich richtig“ und „Schritte wagen.“ Die Männer und Frauen des Marienhagener Männergesangvereins „Liedertafel“ präsentierten mit Helen Zaloga Leonard Cohens eingängiges „Halleluja“ und Draffi Deutschers Evergreen „Mamor, Stein und Eisen bricht“.

Der Chor „Man(n) singt“ unter der Leitung von Ulrich Fingerhut stimmte das lautmalerische „Intrada a capella“ an, besang die schöne „Mariana“ und mit dem italienischen „Benia Calistoria“ die Erhabenheit der Berge. Die Buchenberger Sänger ließen keinen Zweifel daran, wo sie sich wohlfühlen: „An der Bar“. Den Shanty-Klassiker „Santiano“ interpretierten sie eher bedächtig.

Den Gastgebern war der krönende Abschluss vorbehalten. Mit Helen Zaloga boten sie unter dem Motto „Schön war die Zeit“ alte, auch aus Filmen bekannten Schlager. Mit „ein schöner Traum“ beschworen sie die verbindende Kraft der Musik.

Auftakt mit Buntem Abend

Das Jubiläumsfest begann am Samstag mit einem Bunten Abend im Festzelt – der Bericht folgt.

Das Fest wurde am Sonntag fortgesetzt. Nach dem Festgottesdienst am Morgen im Festzelt legten die Sänger einen Kranz auf dem Friedhof nieder. Der Frühschoppen folgte.

Ehrenplakette für den Jubiläumsverein

Am Mittag überreichte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese dem Männergesangverein die höchste kulturelle Auszeichnung des Landes Hessen : Für die „Pflege der deutschen Musik in Hessen“ nahm der Vorsitzende Holger Dietzel die silberne Ehrenplakette in Empfang.

Ehrenbrief für den Vorsitzenden Holger Dietzel

Frese hatte eine zweite Auszeichnung dabei: Er übergab dem völlig überraschten Holger Dietzel den Ehrenbrief des Landes. Die Gäste im Festzelt spendeten ihm stehendem Applaus. „Wir verneigen uns alle vor Ihnen und würdigen Ihre ehrenamtliche Arbeit“, sagte Frese.

„Ihr habt geschafft, was meine Mutter und meine Klassenlehrer nie geschafft haben: Ich bin sprachlos“, sagte Dietzel. „Mehr als Danke kann ich nicht sagen.“ Und er ahnte auch, wer die Ehrung angeregt hatte: Sein Vorgänger Willy Butterweck – „das geht auf deine Kappe!“

Dietzel war von 1999 bis 2008 Vizevorsitzender des Vereins, dann übernahm er den Vorsitz. Seit 2018 ist er auch Vorsitzender des Vöhler Sängerbundes. Außerdem engagiert er sich in Korbach in der Humanitären Hilfe.

Um den Verein zusammenzuhalten, brauche es einen, der den Hut aufsetze und voran marschiere, sagte Bürgermeister Karsten Kahlhöfer. Dietzel habe diese Verantwortung übernommen. „Seine Leistung würdigen wir heute, wir feiern ihn – und den Männergesangverein.“

Vereine sind „das Salz in der Suppe“

Der Verein habe richtig entschieden, sein Jubiläumsfest „100 plus 1“ in diesem Sommer zu feiern und auf seine Geschichte zurückzublicken, sagte Frese. Auf dem Land seien Vereine „das Salz in der Suppe“, sie prägten das kulturelle Leben, stärkten sich und trügen zur prächtigen Entwicklung der Dörfer bei. Es gebe einen Trend raus aus der Großstadt und zurück aufs Land. Der Kreis könne Rahmenbedingungen schaffen – aber Vereine seien die Garanten, dass die Menschen in der dörflichen Gemeinschaft aufgenommen würden und sich wohlfühlten.

Sieben langjährige Sänger ausgezeichnet

Dietzel zeichnete sieben langjährige Sänger aus.

Seit 25 Jahren sind Andreas Brussmann, Martin Koppe und Martin Stracke im Buchenberger Männergesangverein aktiv, Herbert Hamel sogar seit 60 Jahren.

Heike Finger wirkt seit 25 Jahren im Gemischten Chor Obernburg mit, Heinz Adolf Landau seit 40 Jahren und Gerlinde Wiesemann seit 50 Jahren.

Bereits am Samstag wurden zwei Aktive aus Dorfitter ausgezeichnet: Karl Überhorst für 65 Jahre und Erich Wiesemann für 60 Jahre.

Singen verbinde nicht nur die beiden Hirnhälften, sondern auch die Menschen, sagte Dietzel – „macht weiter so.“

Nach dem Chorkonzert trat der Sänger Mark Freier auf. Es gab Kaffee und Kuchen. Mit einem gemütlichen Beisammensein klang das Fest gemütlich aus.

Bestätigung gefunden

Es sei mutig gewesen, „in diesen verrückten Zeiten“ ein Bundessängerfest organisieren zu wollen, sagte der Vorsitzende Holger Dietzel in seiner Ansprache. Ein, zwei Mal habe er schon nachts wach gelegen. Aber bereits nach dem „wunderschönen“ Abend am Samstag habe er sich erleichtert gefühlt und die Bestätigung gefunden: „Es war richtig.“

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