So klingt die Region: WLZ-Serie "Musiker im Porträt"

Sängerin Nadine Fingerhut: Sie lässt die Liebe lauter werden

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Neues Album zum zehnjährigen Bühnenjubiläum: Nadine Fingerhut hat sich als Sängerin und Songwriterin längst einen Namen über die Region hinaus gemacht. Seit zehn Jahren ist sie jetzt im Musikgeschäft. 

Rock, Pop, Soul oder Heavy Metal: Zahlreiche Solokünstler und Bands aus Waldeck-Frankenberg sorgen für handgemachten Sound. In einer Serie stellen wir Musiker vor. Heute: Nadine Fingerhut aus Vöhl.

Die neue Single samt Video ist gerade erschienen, das neue Album kommt im Herbst, eine neue Plattenfirma hat sie außerdem: Für Sängerin und Songwriterin Nadine Fingerhut stehen die Zeichen in diesem Jahr weiter auf Erfolg – auch wenn Corona zunächst vieles durcheinander gebracht hat. „Die ersten Wochen waren wie eine Klatsche, alles wurde abgesagt, alles war anders“, sagt die Sängerin. Doch sie habe etwas gehabt, auf das sie hinarbeiten konnte: das neue Album.

„Lasst die Liebe lauter werden“ heißt es, im Oktober soll es bei einer Release-Party vorgestellt werden – wenn Corona das zulässt. Noch hänge sie in der Luft, es sei völlig unklar, wie sich die Situation entwickeln wird. Eine Handvoll Konzerte hat sie in letzter Zeit wieder spielen können, alles jedoch in viel kleinerem Maßstab. Für Fingerhut bedeutete das in den vergangenen Monaten auch: keine Einnahmen. Hilfe vom Staat habe sie nicht bekommen. „Zum Glück“, so sagt die 35-Jährige, „habe ich einen Nebenjob und einen berufstätigen Mann.“

Vergangene Woche ist nun die erste Single des neuen Albums erschienen. In „Mit meinen Augen“ geht es um den ständigen Griff zum Smartphone, das Posten von schönen Fotos in den sozialen Netzwerken – und darum, das Handy einfach mal Zuhause zu lassen und stattdessen mit den Augen Fotos zu machen, sagt die Vöhlerin. „Ich selbst kann mich bei diesem Thema nicht ausschließen.“ Auch sie habe oft das Smartphone in der Hand und mache Fotos. Nun lasse sie es ganz bewusst immer mal wieder bei einem Spaziergang daheim.

Immer mit Gitarre unterwegs: Mit 15 bekam Nadine Fingerhut ihre erste Gitarre, seitdem ist das ihr Instrument.

Das Video zum Song ist ein ganz Besonderes: Ein Trickvideo. „Ich hatte die Bilder dazu auf einmal vor Augen.“ Ende vergangenen Jahres machte sich Fingerhut deshalb auf die Suche nach einem Künstler, der die Idee umsetzen konnte. Mit Grafikerin und Musikerin Ina Boo wurde sie schnell fündig. Ein gutes halbes Jahr hat die Arbeit an dem Video schließlich gedauert, jetzt ist sie gespannt auf die Reaktion ihrer Fans.

Die Musik des neuen Albums rücke die Akustik in den Vordergrund, sei reduzierter, erklärt die Musikerin. Und damit kommt sie an: Im Jahr ihres zehnjährigen Bühnen- und Plattenjubiläums hat sie ein neues Management: das der Fantastischen Vier.

Auch mit weiteren prominenten Namen kann Fingerhut punkten. So stand sie bereits als Support für Anastacia, Karat und Purple Schulz auf der Bühne, ihre Lieder waren schon im Radio von MDR und WDR zu hören, der Song „Wo sind die Jahre hin“ hielt sich dieses Jahr 25 Wochen in der HR4-Hitparade und schaffte es drei Wochen in Folge sogar auf Platz eins. 

Dass sie es einmal so weit schaffen würde, hatte sie als Kind sicher nicht gedacht. Dabei habe sie früh gewusst, dass sie Musikerin werden möchte. „Ich habe schon als Kind bei Familienfeiern gesungen“, erinnert sie sich. Mit 15 – sie hatte gerade eine E-Gitarre zum Geburtstag bekommen – gründete sie ihre erste Band. 

Dennoch begann sie nach dem Abi an der ALS zunächst ein Studium in Kassel, bevor sie sich mit 25 traute, sich mit der Musik selbstständig zu machen. Viele schlaflose Nächte habe sie damals gehabt, „aber ich konnte nicht anders.“ Mit der ersten EP vor zehn Jahren sei ein großer Traum in Erfüllung gegangen, sagt sie. Seitdem verfolgt sie das Ziel, immer besser zu werden. 

Auch wenn gerade die vergangenen Monate hart waren: Bereut habe sie in zehn Jahren „nicht eine Sekunde“, sich mit ihrer Musik selbstständig gemacht zu haben. 

Weitere Infos gibt es auf ihrer Internetseite und auf ihrer Facebook-Seite.

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