Hessische Sportjugend: Setzungsrisse – Sanierung für eine Million Euro soll folgen

Sport-Camp am Edersee schließt Übernachtungshäuser

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Die Häuser am Hang im Edersee-Camp der Sportjugend sollen im Sommer mittels Betonringen zusätzlich gestützt werden, erklärt Camp-Leiter Holger Gertel.  

Vöhl-Harbshausen – Das Camp Edersee der Hessischen Sportjugend im Breitenbachtal bei Harbshausen hat sämtliche Übernachtungshäuser für dieses Jahr geschlossen.

Grund sind aufwendige Sanierungsarbeiten: An einem der Häuser am Hang wurden Setzungsrisse festgestellt.

Daraufhin folgte eine umfassende Untersuchung aller Häuser, erklärt Camp-Leiter Holger Gertel auf Nachfrage der WLZ. Das Ergebnis: Zwei weitere Häuser würden erste Anzeichen von Setzungsrissen zeigen. „Nach intensiver Beratung haben wir uns dann entschlossen, das Camp für dieses Jahr zu schließen, um alle nötigen Arbeiten ausführen zu lassen – und zwar an allen zehn Häusern, die am Hang stehen“, sagt Holger Gertel. „Wir haben sehr mit uns gerungen, aber die Betonarbeiten können nicht im Winter ausgeführt werden, außerdem muss schweres Gerät eingesetzt werden. Das wäre zu gefährlich im laufenden Betrieb“.

Während das Haupthaus geöffnet bleibt, Seminare und Aktiv-Programme weiter angeboten werden, sollen im hinteren Teil der Anlage im Sommer die nötigen Arbeiten durchgeführt werden: Unter zehn Häusern am Hang sollen weitere Brunnen aus Beton gesetzt und an das vorhandene Streifenfundament angebunden werden. 

Alle Häuser sollen an den in die Luft ragenden Spitzen zudem mit Stahlpfosten gestützt werden, um eine bessere Lastenverteilung zu erhalten. Hinzu komme eine verbesserte Regenwasserführung – „mit Blick auf Starkregenereignisse, die zunehmen werden“, sagt Gertel. Die Kosten für die aktuell nötigen Arbeiten seien auf rund eine Million Euro geschätzt, eine Ausschreibung werde bald folgen. Der Landessportbund stehe derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern.

Grundlagen für weitere Modernisierung schaffen

Alles in allem sollen mit den Arbeiten auch „Grundlagen geschaffen werden für weitere Verbesserungen,“ die in den nächsten Jahren folgen könnten – wenn eine Finanzierung gesichert sei. „Bei aller Herausforderung haben wir beschlossen, das jetzt als Chance zu begreifen und nach und nach weitere Modernisierungen in Angriff zu nehmen“, sagt Gertel. „Die Praxis in den vergangenen zwölf Jahren hat gezeigt, was besser gemacht werden könnte.“

Stichworte seien etwa energetische Sanierung und der Einbau einer zentralen Heizungsanlage, um – wie einst geplant – wirklich eine Ganzjahresbelegung und damit ein erweitertes Bildungs- und Sportprogramm anbieten zu können. Auch über den Bau einer Zisterne, in der das abgeleitete Regenwasser für trockene Sommer gesammelt werden könne, werde nachgedacht.

„Wir sind derzeit in der konkreten Ideenfindung, haben aber noch keinen endgültig festgelegten Plan“, sagt Holger Gertel. Derzeit sei Ziel, das Camp im April 2020 wieder für Übernachtungsgäste zu öffnen.

Alternativen für 15 000 Übernachtungen  

Das Camp Edersee mit Seminarhaus und 16 Kanzelhäusern bietet Platz für bis zu 120 Gäste. Es wurde im Juli 2006 eröffnet. Baukosten: drei Millionen Euro. 

Nach der Entscheidung, das Camp zu schließen, mussten im März für 15 000 Übernachtungen Alternativen gefunden werden. „Wir haben versucht, alle Gruppen, die bei uns ein Programm gebucht haben, am Edersee unterzubringen. 80 Prozent der Gäste haben das in Anspruch genommen“, erklärt Camp-Leiter Holger Gertel. 

Kooperationen mit dem Albert-Schweitzer-Lager, der Hohen Fahrt und dem Sommerhaus am Scheid hätten das möglich gemacht, ist Gertel „froh“. Denn immerhin würden dem Camp, das ansonsten „einen deutlich spürbaren finanziellen Verlust“ erleide, so noch Programm-Einnahmen bleiben. Reinigungs- und Küchenpersonal sei entlassen worden, alle anderen hätten auf Stellenprozente verzichtet. (md)

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