Einzige Kandidaten zogen sich zurück – Viele Besucher bei Buntem Festzug

Thalitter: Schützenfest ohne neuen König

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Vogel abgeschossen: (von links) Jugendkönig Felix Arnold, 2. Adjutant Andreas Klesing, 1. Adjutant Rüdiger Arnold und Schützenkaiser Holger Arnold.

Vöhl-Thalitter. Die Mienen der Vereinsmitglieder sind etwas betreten, denn das traditionelle Königsschießen des Schützenverein Ittertal 1963 in Thalitter ist am Samstag ohne Ausschießen eines neuen Schützenkönigs beendet worden.

Am Mittag fanden sich die Schützen auf dem Festplatz an der Itterburg zusammen und begannen mit dem Königsschießen. Zunächst wurde der Jugendkönig ausgeschossen. Felix Arnold holte den Vogel mit dem 106. Schuss von seiner Stange.

Es folgte das Ausschießen des Schützenkaisers. Holger Arnold sicherte sich mit dem 99. Schuss die Kaiserwürde. Dann wurde es spannend, denn der Wettkampf um die Schützenkönigswürde stand an. Rüdiger Arnold holte sich mit dem 68. Schuss das Zepter und wurde damit 1. Adjutant. Am Abend ging der Wettkampf weiter. Andreas Klesing sicherte sich mit dem 34. Schuss den Apfel und wurde zum 2. Adjutanten.

Nun sollte eigentlich der neue Schützenkönig ausgeschossen werden, doch es fanden sich nur zwei Anwärter. Diese zogen sich dann vom Wettbewerb zurück und das Königsschießen wurde ohne neuen Schützenkönig beendet.

Festzug beim Schützenfest Thalitter

Am Samstagmittag fand – in der Pause während des Ausschießens – der Bunte Festzug statt. Phantasievoll geschmückte Festwagen und kreative Kostüme bei den Fußgruppen standen beim Bunten Festzug im Mittelpunkt. Zahlreiche Zuschauer säumten die Straßen und schauten sich das bunte Spektakel an.

Das amtierende Schützenkönigspaar Rüdiger Arnold und Christine Scheffer wurde auf einem Wagen, im Gummiboot sitzend, bequem von einem Traktor gezogen. Das Motto lautete: „Die Königskasse durchgebracht – Drum bleibt uns nur die Gummi-Yacht!“ Ihnen folgte der Hofstaat in Matrosenanzügen, feschen Sommerkleidern und Gummischwänen.

Der Schützenverein marschierte akkurat in Uniformen hinterher. Für Marschmusik sorgte der Fanfarenzug Ittertal aus Dorfitter. Einige Bewohner aus dem Dorf hatten sich als Ärzte und Krankenschwestern verkleidet, frei nach dem Motto: „Ärztemangel auf dem Land? Das nehmen wir selber in die Hand.“ Die Damen vom Gesangverein thronten, schwarz-rot gekleidet, mit roten Herzen auf der Brust in einem Festwagen.

Mit von der Partie war auch die Jugendfeuerwehr. Die Ritter und das Gesindel der Herrschaft Itter marschierten in mittelalterlichen Kostümen mit. Thema eines anderen Motivwagens war das WM-Aus der DFB-Elf, denn „2018 kannst du knicken, 2022 müsst ihr besser kicken.“ Andere Bewohner erinnerten an die alte Tradition des Kniepesels, den sie, als Nikoläuse verkleidet, begleiteten. Eine weitere Badegesellschaft war sich sicher: „Schafft es nicht mehr der Kanal, dann gibt’s Badespaß im Ittertal.“ Den Abschluss bildete eine Fußgruppe aus Herzhausen, zünftig in Dirndl und Lederhose gekleidet, die das WM-Maskottchen „Zabivaka“ im Schlepptau hatte.

Schützenfest Thalitter: Bunter Festzug durch den Ort

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