Nicht straßentauglich, aber eindrucksvoll

„Fahrende Bierkiste“: Tüftler aus Dorfitter baut spezielles Gerät

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Professionell gebaute Spielerei: Tim Hillemann hat seine dritte „fahrende Bierkiste“ konstruiert.

Vöhl-Dorfitter. Auf die Straße darf er damit nicht - aber er schraubt halt gern: Tim Hillemann hat eine „fahrende Bierkiste“ gebaut.

Begonnen hat es als Traum von einem Kettcar mit Motor: 14 Jahre alt war Tim Hillemann aus Dorf-itter, als er dergleichen im Internet suchte. Gefunden hat er eine Web-Community, die sich im Bau „fahrender Bierkisten“ unterstützte. Er machte sich daran, selbst eine zu bauen.

Neun Jahre später präsentiert er sein drittes Modell. Gemein mit den ersten Versuchen ist ihm, dass eine Bierkiste mit der Karosserie verschraubt ist und die Technik beinhaltet – das war halt der Gag der Community, erklärt er. All die Fahrzeugtechnik in einen Kasten zu stecken, sei dabei gar nicht so einfach.

Während die ersten Versuche mehr bloße Spielerei gewesen sein, ist sein jüngstes Projekt technisch anspruchsvoll. Der angehende technische Produktdesigner hat es detailliert am Computer entworfen. Ein halbes Jahr brauchte er insgesamt. Die ersten dauerten noch doppelt so lange – für die Nummer drei hat er die alten „Bierkisten“ ausgeschlachtet.

„Ich habe versucht, die Fehler der ersten beiden auszumerzen“, erklärt Tim Hillemann. Eine Wasserkühlung schützt den Motor, ein Elektrostarter macht es unnötig, die „Bierkiste“ wie früher anrollen zu lassen. Vor allem an der Lenkung hat er gearbeitet: Die Räder der starren Hinterachse drehen sich immer gleich schnell, was ein Problem darstellt. „Das lernt man erst, wenn man eine Kurve fahren will und es nicht geht“, erklärt der 23-Jährige schmunzelnd. Nun also hebe eines der Räder beim Lenken ab.

Viel Technik muss in der "Bierkiste" unterkommen.

Raum für Spielereien ist dabei auch: Das Fahrzeug verfügt über Licht, Drehzahlmesser und Boardcomputer. Den Kern macht derweil ein Motorradmotor aus. Der große Haken: So eine Eigenkonstruktion einfach zu fahren, ist nicht erlaubt, höchstens auf Privatgrundstücken. So verbleibt der Kilometerzähler im Boardcomputer im niedrigen einstelligen Bereich, und ob sein Gefährt wirklich die errechneten 80 Stundenkilometer fährt, wisse er nicht, sagt der Tüftler: „Ich hab es nicht versucht und hab es auch nicht vor.“ Immerhin, erklärt er grinsend und drückt einen Knopf am Lenker: Die Hupe ist auch von einem Motorrad.

Die Community um die Bierkisten sei die vergangenen Jahre ruhig geworden. Warum er noch eine gebaut habe? Als angehender Technischer Produktdesigner im Bereich der Spritzgießwerkzeuge ist er zwar technisch unterwegs, aber eben planerisch, im Büro, am Computer. „Zuhause packe ich gerne mit an“, sagt er. Zuletzt hat er einen Mofa-Motor bis auf das letzte Teil zerlegt und wieder zum Laufen gebracht; auch am Auto bietet sich Gelegenheit zum Schrauben. Und die fahrende Bierkiste? „Die ist jetzt erst einmal fertig.“

Fotos von der Konstruktion der "fahrenden Bierkiste"

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