Fünf französische Praktikanten lernen Arbeit in Vöhler Schreinereien kennen

Austausch beim Sägen und Feilen

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Arbeit in deutscher Schreinerei: Die französischen Praktikanten Emile Pasini und Loïc Zaleski (von rechts) mit Harald Plünnecke, Matthias Kubat, Hermann Kubat und Suzanne Flottmann.

Vöhl. Ein Pilotprojekt, das schon jetzt ein Erfolg ist, läuft derzeit in Vöhl. Über die Partnerschaftsvereinigung Vöhl-Mouchard wurden erstmals fünf Praktikanten aus der französischen Partnergemeinde in Familienbetriebe in der Großgemeinde vermittelt. Die Jungs, die allesamt Schreiner lernen, fühlen sich wohl – und würden am liebsten länger bleiben.

Fünf Wochen lang sind Pierre Brunet, Loïc Zaleski, Jules Bole-Richard, Noé Gaillard und Emile Pasini hier, um die Arbeit in deutschen Schreinereien kennenzulernen. Allesamt sind sie bereits im zweiten Lehrjahr und fachlich versiert. „Fachlich ist er wirklich gut“, sagt Jens Denhof, Chef der gleichnamigen Schreinerei in Buchenberg, über Noé Gaillard. „Er erledigt die gleichen Aufgaben wie andere Azubis“, sagt er über den 17-Jährigen.

Interesse an der Sprache

Noé selbst ist glücklich über seinen Deutschland-Aufenthalt, er arbeitet gern hier, fühlt sich wohl und weiß schon jetzt – er würde gern noch einmal wieder kommen nach dem Ende seiner Ausbildung und dann am besten für ein Jahr, wie er sagt. Ähnlich geht es Loïc Zaleski, der in der Tischlerei von Matthias Kubat in Marienhagen untergekommen ist. Er hat nicht nur Spaß an der Arbeit, sondern interessiert sich auch für die deutsche Sprache. Stets hat er ein Notizbuch dabei, in dem er neue Wörter aufschreibt, die er gelernt hat. „Es ist sehr interessant, die unterschiedlichen Arbeitsweisen kennenzulernen“, sagt der 18-Jährige.

Der französische Praktikant Noé Gaillard (links) mit Jens Denhof.

Für Matthias Kubat, Jens Denhof, Willi Mitze, Norbert Peter und Kai Bressler war es selbstverständlich, die Praktikanten aufzunehmen. Harald Plünnecke, Vorsitzender der Partnerschaftsvereinigung, hatte die Familienbetriebe angesprochen und um ihre Mithilfe gebeten. „Alle waren sofort bereit“, freut sich Plünnecke.

Durch das europäische Erasmus-Projekt und das französische Ausbildungszentrum wird der Austausch finanziell ermöglicht. In Asel sind die jungen Männer in Ferienwohnungen untergebracht, werden jeden Morgen von einem Mitglied der Vereinigung abgeholt und zur Arbeit gefahren und werden nach Feierabend von den Meistern wieder zurück nach Asel gebracht.

Abends und an den Wochenenden machen die Jungs Ausflüge an den Edersee, gehen dort schwimmen oder in den Kletterpark, grillen oder gehen Pizza essen mit den Mitgliedern der Vereinigung oder erkunden mit dem Rad die Umgebung. Die Region sei zwar sehr ländlich, aber auch sehr schön, findet Loïc.

Weil der deutsch-französische Austausch so gut läuft, soll in jedem Fall eine Fortsetzung folgen, sagt Harald Plünnecke. Möglicherweise könnten dann nicht nur Azubis der Holzbaubranche nach Deutschland kommen, sondern auch aus anderen Berufsfeldern.

In jedem Fall sollen auch deutsche Auszubildende aus dem Landkreis bald mal praktische Erfahrungen im Nachbarland sammeln.

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