Brücken-Überbau für längstes Bauwerk am neuen Teilstück der B252

Umgehung Dorfitter: 1400 Kubikmeter Beton werden zu Fahrbahn gegossen

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Blick ins Innere der späteren Fahrbahn: Spannseile durchziehen des Gerüst, sie sorgen später für zusätzliche Stabilität im Beton. Die Zwischenräume der Eisenstangen, auf denen die Bauerarbeiter stehen, werden mit Beton ausgegossen. Das Gerüst aus Holz wird wieder entfernt.

Die Pfeiler standen bereits, ebenso die Widerlager, also die Übergänge zum Erddamm: Nun wurde an der Kuhbachtalbrücke der Beton gegossen, der später als Fahrbahn für die Ortsumgehung Dorfitter genutzt wird.

Am Donnerstagabend begannen die Bauarbeiter damit und arbeiteten die Nacht durch, damit am Freitagnachmittag alles fertig war.

Ein Gewirr aus Stahl und Holz macht derzeit noch die Brücke aus, die später 135 Meter messen wird. Sie wird das längste der sieben Brückenbauwerke sein, das für den Abschnitt der neuen Bundesstraße 252 entsteht. Stahl- und Holzstützen werden entfernt, sobald das Beton komplett trocken und ausgehärtet ist. Und das wird in etwa vier Wochen der Fall sein, sagt Bauleiter Rainer Mitze. Doch schon am kommenden Montag habe das Beton eine guten Teil seiner Festigkeit erreicht.

Blick auf die Baustelle. Die Brücke wird am Ende 135 Meter lang sein.

Das Material trocknet schnell, sobald die Masse mittels Pumpen vom Boden aus auf die gut sechs Meter hohe Brücke befördert wurde. Angeliefert wird das Beton aus zwei Werken im Landkreis.

Bevor das Material auf der Brücke zu trocken wird, muss es geglättet werden. Das übernehmen Bauarbeiter mit speziellen Geräten, die optisch einem Aufsitzmäher nicht unähnlich sind. Zu früh dürfen sie aber nicht mit der Maschine über den frischen Beton fahren, sonst geht er kaputt. Starten sie dagegen zu spät, lässt sich die Oberfläche kaum noch glätten.

Insgesamt werden rund 1400 Kubikmeter Beton gegossen, je nach Stelle bis zu zwei Meter dick. Durchzogen sein wird es am Ende mit Eisenstangen, für zusätzliche Stabilität sorgen zudem Spannseile. So werde der Brücken-Überbau rund 100 Jahre lang halten, sagt Bauleiter Mitze.

Kräne und Betonpumpen sind auf der Baustelle im Einsatz.

Ist der Beton komplett getrocknet, werden noch die sogenannten Kappen an der Seite angebracht, die die Fahrbahn begrenzen und auf denen das Geländer angebracht wird. Und schließlich folgt eine der wichtigsten Aufgaben: Es wird eine Abdichtung auf der Fahrbahn aufgebracht, die aus verschiedenen Materialien besteht. Sie soll das Beton vor Wasser und Streusalz schützen, sagt Mitze. Wenn in einigen Jahrzehnten dann eine Sanierung nötig sei, müsse lediglich die Abdichtung erneuert werden. Damit sich generell nicht allzu viel Wasser auf der Fahrbahn sammeln kann, wird sie leicht schräg gebaut. So kann Regenwasser gleich abfließen.

Die Ortsumgehung Dorfitter, auf die die Einwohner seit Jahrzehnten warten, ist das derzeit größte Projekt von Hessen Mobil in Waldeck-Frankenberg. Drei Kilometer lang wird die Umfahrung etwa sein, die Baukosten liegen bei rund 28 Millionen Euro.

Allein die Kuhbachtalbrücke kostet sechs Millionen Euro

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